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Stuttgart 21
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Bahn nimmt Kritik ernst

Mister Stuttgart 21 reicht die Hand

Jörg Nauke, veröffentlicht am 03.08.2009
Mister Stuttgart 21 Wolfgang Drexler will einen zielgerichteten Dialog mit allen Interessenverbänden. Foto: dpa

Stuttgart - Noch keine Woche ist es her, dass der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube versprochen hat, künftig offen über Stuttgart 21 reden zu wollen. Und siehe da: der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat gestern eine positive Resonanz der Deutschen Bahn AG auf seine Vorhaltungen bekommen, in Stuttgart und der Region würde mit Tiefbahnhof und Fildertunnel der Schienenverkehr zusammenbrechen, käme es zu einem Störfall bei der S-Bahn. "In einzelnen Punkten" gebe es "sicher unterschiedliche Auffassungen", sagte Jürgen Friedmann von der DB Projektbau. "Aber wir nehmen jetzt die Bedenken ernst." Man wolle sie in einem Gespräch noch in diesem Monat ausräumen. Der neue Projektbotschafter Wolfgang Drexler habe ausdrücklich betont, mit allen Interessenverbänden einen zielgerichteten Dialog führen und die Anregungen aufgreifen zu wollen.


Matthias Lieb, Vorsitzender des VCD-Landesverbandes, zeigte sich "positiv überrascht" von der neuen Öffentlichkeitsarbeit. Er freue sich, dass die Bahn die Kritik seines Verbandes nun ernst nehme, bedauert jedoch, dass in den vergangenen Jahren kein Meinungsaustausch auf fachlicher Ebene möglich gewesen sei. Lieb betonte gleichwohl: "Wir werden nur wegen der neuen Offenheit sicher keine Stuttgart-21-Befürworter", und es gelte auch, sich nicht in einer Art umarmen zu lassen, die einen Atemstillstand zur Folge haben könnte. Im Interesse der Fahrgäste werde man aber kritisch und konstruktiv mit den Projektverantwortlichen diskutieren.

Fraglich, ob Ausweichrouten funktionieren


Beispielsweise über den Notfallplan für den S-Bahnbetrieb in Stuttgart, den der VCD gerne einsehen würde. Der Verkehrsclub fragt sich nicht erst seit dem Unfall am 16. Juli in der Station Hauptbahnhof, in dessen Folge der Zugverkehr im S-Bahntunnel zum Erliegen gekommen war, welche Auswirkungen ein solches Ereignis nach der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs hätte. Es sei fraglich, ob die von Drexler gestern als "flexible Möglichkeiten zur Umleitung" beschriebenen Ausweichrouten durch den Tiefbahnhof und durch den Fildertunnel funktionierten; jedenfalls würden weder der Kopfbahnhof noch die Gäubahntrasse als Ausweichstrecken zur Verfügung stehen. "Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass der Schienenverkehr erheblich beeinträchtigt würde, mit Auswirkungen bis Ulm und Mannheim." Der VCD-Landesvorstand Klaus Arnoldi verweist auf die geringen Kapazitäten des neuen Bahnhofs und des Fildertunnels.

Im Störfall müssten laut Verkehrsclub die S-Bahnen aus Richtung Feuerbach ab der Station Zuffenhausen auf die Fernbahngleise wechseln. Der ICE-Verkehr würde wegen der kreuzenden S-Bahnen beeinträchtigt, und die S-Bahn-Haltestellen Feuerbach und Nordbahnhof könnten nicht mehr bedient werden. Der Killesbergtunnel müsste alle ICE, Regionalzüge und die S-Bahnen aufnehmen. Auswirkungen hätte dies auch auf die aus Bad Cannstatt kommenden S-Bahnen. Sie würden zwei der acht Gleise des Tiefbahnhofs belegen. Zudem müsste der Fildertunnel zusätzlich zum Fernverkehr nach München, Ulm und Tübingen sowie zum Verkehr der Gäubahn auch den dreier S-Bahnen aufnehmen.


Kommentare (41)
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Franz Schmeller,
07.09.2009
Gespräch mit VCD
In diesem Artikel lässt sich Mr. Stuttgart 21 mit der Ankündigung zitieren, noch im August ein Gespräch mit dem VCD zu führen.
Ich vermisse eine Presseinfo über den Ausgang dieses Gesprächs! Oder fand das Gespräch etwa gar nicht statt? Vielleicht, weil Herr Drexler mangels Sachargumenten gekniffen hat?
Die Interpretation von Amicity , den die ausgestreckte Hand auf dem Bild an die eines Ertrinkenden erinnert, scheint etwas für sich zu haben.
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