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Verdeckte Dreharbeiten

Missionsverband verärgert über ZDF

epd, veröffentlicht am 05.08.2009
Foto: WDR/ZDF/Detmers

Stuttgart - Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Detlef Blöcher, wirft der ZDF-Redaktion "Frontal 21" vor, Hausfriedensbruch begangen zu haben. Das Magazin hatte für den am Dienstag gezeigten Beitrag "Sterben für Jesus - Missionieren als Abenteuer" mit verdeckter Kamera in der von der AEM betriebenen "Akademie für Weltmission" in Korntal gedreht. Die Autoren hätten keine Scheu gegen Gesetze zu verstoßen, schrieb Blöcher am Mittwoch in einem Brief an den Sender. Der Redaktionsleiter von "Frontal 21", Claus Richter, wies die Vorwürfe zurück.


Hintergrund der Recherche von "Frontal 21" waren die Morde an zwei deutschen Bibelschülerinnen im Jemen, die an einem Krankenhaus hospitiert hatten. Die TV-Journalisten fanden in evangelikalen Ausbildungssstätten in Deutschland junge Erwachsene und Dozenten, die sich zur Mission auch in Ländern bekannten, in denen solche Aktivitäten verboten und lebensgefährlich sind.

Vergleich mit islamischen Fundamentalisten


In dem Beitrag wurde kritisiert, dass manche Hilfsorganisationen zugleich versuchten zu missionieren. Dies sei nach internationalen Grundsätzen verboten und bringe auch andere westliche Hilfsorganisationen in Verruf. In der Abmoderation hieß es: "Bereit sein, für Gott zu sterben: Das klingt vertraut - bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten."

Der Redaktionsleiter von "Frontal 21", Claus Richter, wies die von der AEM erhobenen Vorwürfe zurück. Es sei ein "absolut legales und legitimes Mittel", durch eine verdeckte Kamera zu Informationen zu kommen, die man auf andere Weise nicht erhalten hätte. Auch der Vergleich der im Film gezeigten evangelikalen Missionare mit islamischen Fundamentalisten sei gerechtfertigt. Die von den Missionaren geäußerte Bereitschaft, für die eigene Gesinnung zu sterben, sei eine "ideologische Aussage". Damit lieferten sie islamischen Fundamentalisten Argumente für ihre Aktionen, weil diese Islamisten ohnehin in westlicher Entwicklungshilfe einen Deckmantel für christliche Mission sähen.


Kommentare (39)
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Andreas Brückner,
02.11.2009
Einstellung
Paulus sprach von einem Leib, der krank ist, wenn nur ein Teil nicht funktioniert. Bitte laßt uns um Jesu Willen damit aufhören, uns gegenseitig fertig zu machen, denn jeder dient Gott nach seinen Möglichkeiten. Es ist doch im Grunde egal, ob katholisch, evangelisch oder charismatisch.
Ich finde Missionsarbeit muß nicht schlecht sein, solange sie nicht mit dem Vorschlaghammer durchgeführt wird. Aber: nicht jeder hat ein Herz dafür. Das brauchts auch nicht, denn in Deutschland gibt es für einen Christen mehr als genug zu tun, selbst wenn man einem Bedürftigen nur eine Decke zuwirft, damit er nicht erfriert.
Keine Arbeit ist mehr wert, als die andere und einer ist ohne den anderen nichts.
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