Posthörnle in Esslingen
Eine spannende Karte
Kathrin Haasis, veröffentlicht am 03.09.2009
Esslingen - Für Heiko Wineberger war es an der Zeit, sein eigenes Ding zu machen. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet er als Koch, zuletzt sieben Jahre lang im renommierten Esslinger Restaurant Schlachthof. Für seine Selbstständigkeit hat er eine traditionelle Adresse gewählt: das Posthörnle. In dem rund 280 Jahre alten Gebäude in der Esslinger Altstadt werden seit 1860 Getränke und Speisen serviert. Seine beste Zeit erlebte das Posthörnle wohl in den 1970er Jahren, damals traf sich ganz Esslingen zum heiligen Vormittag am 24. Dezember in der Kneipe.
In der jüngsten Vergangenheit haben viele Pächter dort vergeblich ihr Glück versucht, Heiko Wineberger scheint seines gefunden zu haben. Er macht jetzt sein Ding, vor allem natürlich in der Küche. Ohne Zwänge brutzelt der Mann los, lässt sich interessante Dinge einfallen und nimmt dabei wenig Rücksicht. "Ich wollte einfach nicht noch einen Rostbraten auf die Karte nehmen, davon gibt es schon genug", sagt der 36-Jährige. Wenn er dann trotz dieser Maxime einen Rostbraten auf der Tageskarte stehen hat, dann fällt ihm dazu etwas anderes ein als handgeschabte Spätzle mit Soß-Brotspätzle zum Beispiel.
Die Küche im Posthörnle lässt sich in keine Schublade stecken. Regionale Produkte bevorzuge er, erzählt Heiko Wineberger (das gilt übrigens auch für die sorgfältig ausgesuchten Weine), deshalb kaufe er auf dem Wochenmarkt ein: Weil auf dem Großmarkt ständig alle Produkte Saison haben, die Landwirte aber nur anbieten, was wirklich gerade wächst. Allerdings beschränken sich seine Ambitionen keinesfalls auf die Region, die Karte zeigt die Experimentierfreude des Chefs. Unter den Vorspeisen findet sich ein Pulpopresssack mit Pesto und Peperonata ebenso wie ein Vitello Tonnato oder eine kalte Gurkensuppe. Die kleine Fischsuppe (4 Euro) schmeckt herrlich original, fehlt nur das Meeresrauschen bei der südfranzösischen Hafenkneipe. Die marinierte Kalbszunge (10,50 Euro) ist ebenfalls ein Gedicht. Der darauf angerichtete, schön würzige Gemüsesalat übertüncht jedoch die zarte Zunge ein wenig, weshalb beide Teile getrennt zu genießen sind.
Bei den Hauptspeisen lässt der Koch seiner Fantasie weiter freien Lauf. Gegrillte Spanferkelkoteletts serviert er in Weißbier-Chilli-Sauce, den Heilbutt mit Safran-Graupen und Vanille-Gurken mit Koriander. Das Kalbsschnitzel (18 Euro) verpackt Heiko Wineberger in einer Panade aus Ei und Parmesan, die etwas zu dick gerät. Die Spinatcanelloni dazu waren zu lange im Ofen. Der Teller mit Meeresfrüchten und Bulgur hinterlässt ebenfalls den Eindruck, dass der Koch bisweilen übers Ziel hinausschießt. Die Fische lagen ein bisschen zu lange in der Pfanne, die Currymayonnaise ist zu deftig. Dennoch macht es Spaß, auch diese Gerichte zu essen.
Posthörnle
Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 18 bis 22Uhr und Donnerstag bis Sonntag 11.30 bis 14 Uhr. Montag Ruhetag. Für Rollstuhlfahrer eher nicht geeignet, kein Raucherbereich.
Küche: ****
Service: ****
Ambiente: ***
***** = herausragend
**** = überdurchschnittlich
*** = gut
** = Luft nach oben
* = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
Alle Artikel anzeigen
Regionales gemischt mit Exotischem
Die Küche im Posthörnle lässt sich in keine Schublade stecken. Regionale Produkte bevorzuge er, erzählt Heiko Wineberger (das gilt übrigens auch für die sorgfältig ausgesuchten Weine), deshalb kaufe er auf dem Wochenmarkt ein: Weil auf dem Großmarkt ständig alle Produkte Saison haben, die Landwirte aber nur anbieten, was wirklich gerade wächst. Allerdings beschränken sich seine Ambitionen keinesfalls auf die Region, die Karte zeigt die Experimentierfreude des Chefs. Unter den Vorspeisen findet sich ein Pulpopresssack mit Pesto und Peperonata ebenso wie ein Vitello Tonnato oder eine kalte Gurkensuppe. Die kleine Fischsuppe (4 Euro) schmeckt herrlich original, fehlt nur das Meeresrauschen bei der südfranzösischen Hafenkneipe. Die marinierte Kalbszunge (10,50 Euro) ist ebenfalls ein Gedicht. Der darauf angerichtete, schön würzige Gemüsesalat übertüncht jedoch die zarte Zunge ein wenig, weshalb beide Teile getrennt zu genießen sind.
Bei den Hauptspeisen lässt der Koch seiner Fantasie weiter freien Lauf. Gegrillte Spanferkelkoteletts serviert er in Weißbier-Chilli-Sauce, den Heilbutt mit Safran-Graupen und Vanille-Gurken mit Koriander. Das Kalbsschnitzel (18 Euro) verpackt Heiko Wineberger in einer Panade aus Ei und Parmesan, die etwas zu dick gerät. Die Spinatcanelloni dazu waren zu lange im Ofen. Der Teller mit Meeresfrüchten und Bulgur hinterlässt ebenfalls den Eindruck, dass der Koch bisweilen übers Ziel hinausschießt. Die Fische lagen ein bisschen zu lange in der Pfanne, die Currymayonnaise ist zu deftig. Dennoch macht es Spaß, auch diese Gerichte zu essen.
Posthörnle
Pliensaustraße 56
73728 Esslingen
Telefon 0711/50629131
http://www.posthoernle.de
Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 18 bis 22Uhr und Donnerstag bis Sonntag 11.30 bis 14 Uhr. Montag Ruhetag. Für Rollstuhlfahrer eher nicht geeignet, kein Raucherbereich.
Bewertung
Küche: ****
Service: ****
Ambiente: ***
Legende
***** = herausragend
**** = überdurchschnittlich
*** = gut
** = Luft nach oben
* = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
Kommentare (0)
Weitere Artikel
Raus aus der Kantine Mittagstisch in Stuttgart
Lokaltermin: Irma la Douce Eine Nummer kleiner
Lokaltermin: Kleinigkeit Kulinarischer Rundumschlag
Für Langschläfer und Frühaufsteher Frühstücken in Stuttgart
Lokaltermin: Bistro am Weinberg Die inneren Werte überzeugen
Alle Artikel anzeigen
Lokaltermin
Was möchten Sie unternehmen?
Wann möchten Sie etwas unternehmen?

Monat

| Heute | Morgen | Akt. Woche |
| MO | DI | MI | DO | FR | SA | SO |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Highlights am 06.09.
Klinke 21: Kreuzberg Museum - Merlin
Geenius Monday - Kiste
Stuttgarter Kriminächte 2010: Schändung - Renitenz-Theater
StZ ePaper
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.




