Literaturnobelpreis 2009
Favoritin liest in Stuttgart
Tim Schleider, veröffentlicht am 08.10.2009
Stuttgart - Große Aufregung in der Kultur: Wer bekommt den Literaturnobelpreis 2009? Am Donnerstagmittag wird die Jury des Nobelpreiskomitees seine Entscheidung bekanntgeben, bis dahin sind alle Spekulationen erlaubt. Doch wenige Stunden zuvor ist plötzlich auch eine deutsche Autorin ganz groß im Rennen: Die internationalen Wettbüros sehen die Berlinerin Herta Müller neben Amos Oz aus Israel und den beiden US-Autoren Joyce Carol Oates und Philip Roth mit den größten Siegeschancen.
Und wie der Zufall so spielt, ist Müller just am Vorabend ihres womöglich großen Tages zu Gast im Stuttgarter Literaturhaus. Dort hat sie am Mittwochabend aus ihrem aktuellen Roman "Atemschaukel" gelesen, in dem sie das Schicksal eines jungen Rumänendeutschen im russischen Deportationslager nach dem Zweiten Weltkrieg schildert. Herta Müller selbst ist eine Siebenbürgenerin und wurde zu Zeiten des Kommunismus jahrelang überwacht und verfolgt; seit 1987 lebt sie in Deutschland.
Ihre Bücher erzählen ebenso scharf wie gefühlvoll vom Schicksal der Ausgegrenzten, vom Überlebenskampf der Einzelkämpfer in den Schreckensstaaten dieser Welt. Bei der Schwere dieser Themen ahnen viele Leser gar nicht, dass die Autorin "ganz privat" eine äußerst freundliche und humorvolle Person ist. Und sollte die Nobelpreisjury am Donnerstagmittag tatsächlich ihren Namen verkünden, darf man sicher sein, dass sie selbst über so viel Aufmerksamkeit erstmal einen gehörigen Schrecken bekommen wird.
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Ihre Bücher erzählen ebenso scharf wie gefühlvoll vom Schicksal der Ausgegrenzten, vom Überlebenskampf der Einzelkämpfer in den Schreckensstaaten dieser Welt. Bei der Schwere dieser Themen ahnen viele Leser gar nicht, dass die Autorin "ganz privat" eine äußerst freundliche und humorvolle Person ist. Und sollte die Nobelpreisjury am Donnerstagmittag tatsächlich ihren Namen verkünden, darf man sicher sein, dass sie selbst über so viel Aufmerksamkeit erstmal einen gehörigen Schrecken bekommen wird.
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