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Markus Babbel

"Ich stelle mich dieser Situation"

Marko Schumacher, veröffentlicht am 21.10.2009
Viele Chancen bleiben VfB-Trainer Markus Babbel nicht mehr. Foto: dpa

Stuttgart - Es läuft schon die Nachspielzeit, als Markus Babbel dann doch noch einmal eine Gefühlsregung zeigt. Gerade hat Serdar Tasci, der aufgerückte Verteidiger, mit einem Volleyschuss die Latte getroffen, und der VfB-Teamchef ballt verzweifelt die Hand zur Faust. Ansonsten ist er fast die ganze Spielzeit über regungslos auf seiner Bank gesessen und musste mitansehen, wie seine Mannschaft Sevilla mit 1:3 unterlag.


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Ist Markus Babbel nach der Niederlage gegen Sevilla noch der richtige Mann für den VfB?
Die Krise der Stuttgarter geht also weiter, und für Babbel wird die Luft immer dünner. "Ich stelle mich dieser Situation, und dasselbe erwarte ich auch von meinem Team ", sagt er nach dem Abpfiff. Als einer der Letzten war Babbel knapp zwei Stunden vorher aus der Kabine gekommen. Die Champions-League-Hymne war schon verklungen, als er wie immer ganz rechts auf der Trainerbank Platz nahm. Dunkler Anzug, rote Krawatte, weißes Einstecktuch - Spiele in der Königsklasse bezeichnet Babbel gerne als "Festtage des Fußballs". Grund zum Feiern gab es allerdings auch diesmal nicht.

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Alle Mühe gab sich Babbel, sich nichts von dem gewaltigen Druck anmerken zu lassen, der auf ihm lastet. Links neben ihm fuchtelte sein Assistent Rainer Widmayer wild mit den Armen, ein paar Meter weiter rechts raufte sich der aufgeregte Stadionsprecher das lichte Haar, und noch etwas weiter rechts stapfte Manuel Jimenez, der Trainer von Sevilla, vom Anpfiff weg wie ein angeschlagener Boxer durch seine Coachingzone. Nur Babbel, der blieb stoisch ruhig auf seinem Platz sitzen, die Hände in die Manteltaschen gestopft.

Jähes Ende einer guten Anfangsphase


Er sprang nicht auf, als Zdravko Kuzmanovic gleich nach ein paar Sekunden am Tor vorbeiköpfte; er beließ es bei leicht angedeutetem Applaus, als kurz danach Julian Schieber ebenfalls per Kopf scheiterte. Erst nach zwölf Minuten fuhr Babbel erstmals hoch und riss die Arme nach oben. Kuzmanovic traf ins linke Eck, die Befreiung schien da - doch der Schiedsrichter entschied korrekt auf Abseits. Da hielt sich Babbel die Hände vors Gesicht.

Es war eine ganz starke Anfangsphase seiner Mannschaft, die Babbel sah - doch sie nahm ein jähes Ende. Widmayer sprang vor dem verhängnisvollen Eckball in der 23. Minute auf, um die Abwehr zu organisieren. Vergeblich. Sebastien Squillaci köpfte zur Führung für die Spanier ein. Regungslos nahm sie Babbel zur Kenntnis und schickte die Reservisten zum Aufwärmen an die Seitenlinie. Einmal noch hielt er sich vor der Pause beide Hände vors Gesicht: Knapp drüber ging zuvor der Schuss von Zdravko Kuzmanovic.

Auch nach der Pause blieb Babbel sitzen - und erweckte manchmal den Eindruck, dass die vermeintliche Gelassenheit Platz machte für so etwas wie Resignation.

Viele Chancen wird Babbel nicht mehr bekommen


Gleich dreimal wechselte er zwar auf einen Schlag - das hatte er zuvor noch nie getan. Doch das 0:2 nahm er ebenso teilnahmslos zur Kenntnis wie das 0:3. Und selbst nach Elsons Anschlusstreffer, als sich seine Mannschaft noch einmal kurz aufbäumte, war wenig zu sehen von einem kämpferischen Trainer.

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Doch das änderte sich später wieder, als Babbel entschlossen sagte: "Unsere Leistungskurve zeigt trotz der Niederlage nach oben. Wir müssen weiter hart arbeiten. Ich bin aber zuversichtlich, denn ich habe ein gutes Spiel von uns gesehen."

Viele Möglichkeiten, so viel steht fest, wird Babbel aber nicht mehr bekommen, auch wenn er sagt: "Ich spüre das Vertrauen des Vereins." Die Partie in Hannover am Samstag - es wird wohl kein Festtag für Markus Babbel, es wird ein Endspiel.


Kommentare (47)
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Olivier,
24.10.2009
Traumtänzer
Ein Ottmar Hitzfeld wird niemals einen kriselnden VfB übernehmen und im Falle eines Misserfolgs seinen guten Ruf gefährden.
Wahrscheinlicher ist jemand aus der Preisklasse Krauss, allerdings nicht Wolfgang "Hallo, freundliche Grüße", sondern Bernd... :-))
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