Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Donnerstag, 09. September 2010

Sport

ePaper |  Mobil |  RSS |  Kontakt |  Sitemap

DFB-Pokal-Aus

Der freie Fall des VfB geht weiter

Carlos Ubina, veröffentlicht am 27.10.2009
Bild 1 von 19
Die pure Verzweiflung: der VfB-Stürmer Ciprian Marica vergibt in Fürth eine Chance nach der anderen und weiß, was er damit angerichtet hat. Foto: AP

Fürth - Und dann stand Ciprian Marica zum dritten Mal innerhalb von zwölf Minuten allein vor dem Tor. Bei seiner ersten Chance traf der Stürmer den Ball nicht richtig, obwohl der Torhüter am Boden lag. Bei der zweiten prallte sein Schuss vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld. Und schließlich schob der Rumäne in der 90. Minute links vorbei. Bessere Möglichkeiten kann ein Angreifer nicht bekommen. Marica versiebte sie allesamt – und so verlor der VfB Stuttgart am Dienstagabend gegen die Spvgg Greuther Fürth mit 0:1 (0:1).



Weitere Artikel
zum Thema

Umfrage zum Artikel

VfB-Misere

Die Talfahrt des VfB Stuttgart geht nach der Niederlage gegen den Zweitligisten Greuther Fürth weiter. Doch wer ist für die Krise verantwortlich?
Nach dem jüngsten Pleiten in der Bundesliga und den Enttäuschungen in der Champions League ist die Mannschaft damit im Achtelfinale des DFB-Pokals an einem Zweitligisten gescheitert. Einen Sieg hatte zuvor der Manager Horst Heldt zur Pflicht erklärt, über den Pokal wollte der Club wieder in die Spur kommen. Das ist nicht gelungen, weshalb die Tage von Markus Babbel nun gezählt scheinen. Alles deutet darauf hin, dass der VfB am Mittwoch die Trennung von seinem Teamchef bekannt gibt und am Samstag gegen die Bayern ein neuer Mann auf der Bank sitzen wird. "Unsere Situation ist nicht einfacher geworden", sagte Heldt nach dem Schlusspfiff: "Jetzt müssen wir das Richtige machen." Ein Treuebekenntnis zum Trainer wollte der Manager nicht mehr abgeben.

Babbel hatte sich in Fürth dafür entschieden, den zuletzt enttäuschenden Alexander Hleb auf der Bank zu lassen. "Er hat in den vergangenen Spielen nicht den frischesten Eindruck gemacht", sagte der Teamchef. Erst nach einer Stunde kam der Weißrusse ins Spiel – und offenbarte hinterher mit einem Eklat seinen ganzen Frust: Im Kabinengang schrie Hleb Heiko Striegel an und schubste den VfB-Teamarzt, der den Mittelfeldspieler zum Dopingtest bat.

In Pawel Pogrebnjak, der bis zu seiner Auswechslung erneut äußerst harmlos war, und Marica begann der VfB wieder mit zwei Angreifern. Julian Schieber blieb zunächst auf der Bank, auf der erstmals in dieser Saison auch Yildiray Bastürk saß. Wie bei den vergangenen Auftritten begann der VfB auch diesmal engagiert und war in der Anfangsphase die klar bessere Mannschaft. Meist von Elson initiiert, trug Babbels Elf ihre Angriffe vor. Das sah ordentlich aus – allerdings nur bis zum Strafraum. Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff, das war auch diesmal das große Problem des VfB, der sich lange Zeit trotz aller Feldüberlegenheit keine zwingende Torchancen erspielen konnte. Marica zog mit einem Schuss aus der Drehung knapp vorbei, Thomas Hitzlsperger scheiterte mit einem Distanzschuss, das war schon alles, was der Favorit im ersten Abschnitt zustande brachte. "Das ist Wahnsinn", sagte Hitzlsperger: "Wir haben so viel Qualität und bringen die in den entscheidenden Situationen nicht zur Geltung. Bis zum Strafraum spielen wir gut – und dann geht nichts mehr."

Auch auf der anderen Seite bot sich dasselbe Bild wie zuletzt gegen Sevilla und in Hannover: Mit dem ersten Angriff kam Fürth, Tabellenachter der zweiten Liga und in einem Saisonvorbereitungsspiel vom VfB noch mit 5:0 bezwungen, zur überraschenden Führung. Bernd Nehrig, bis 2007 neun Jahr lang für den VfB aktiv, düpierte auf der rechten Angriffsseite den Stuttgarter Verteidiger Arthur Boka, zog nach innen und überwand Jens Lehmann mit einem Flachschuss ins linke Eck (32.).

Der Treffer zeigte Wirkung – bis zur Pause trat beim VfB die ganze Verunsicherung einer Mannschaft zutage, die von den letzten 14 Pflichtspielen nur zwei gewinnen konnte. Daran änderte sich zunächst auch im zweiten Abschnitt nichts mehr. Planlos, ideenlos, ratlos – so spielte der VfB über weite Strecken der zweiten Hälfte. Keinen Schuss brachte der Bundesligist bis zur 78. Minuten aufs Fürther Tor.

Erst in der Schlussphase, als beim aufopferungsvoll kämpfenden Gegner die Kräfte schwanden, wurden die Aktionen zwingend. Der VfB hatte nun Chancen im Minutentakt. Elson schoss drüber, Träsch wurde abgeblockt, Delpierres Schuss von der Linie gekratzt. Und Ciprian Marica, der brachte die Verantwortlichen vollends zur Verzweiflung. "Es ist unfassbar. Wir schaffen es nicht, den Ball aus zwei Metern ins Tor zu schießen", sagte Heldt. Viel mehr wollte der Manager am Dienstag nicht sagen. Am Mittwoch jedoch, so steht zu vermuten, wird er sich wieder zu Wort melden.

SpVgg Greuther Fürth - VfB Stuttgart 1:0 (1:0)


Fürth:
Loboué - Schröck, Caligiuri, Mauersberger, Falkenberg - Fürstner - Nehrig, Müller - Haas - Sailer (67. Nöthe), Allagui (76. Schahin)

Stuttgart:
Lehmann - Osorio (71. Hilbert), Tasci, Delpierre, Boka - Träsch - Kuzmanovic (59. Hleb), Hitzlsperger - Elson - Pogrebnjak (59. Schieber), Marica

Schiedsrichter:
Rafati (Hannover)

Zuschauer:
11.800

Tor:
1:0 Nehrig (32.)

Gelbe Karten:
Loboué, Mauersberger, Müller / Boka, Delpierre, Hleb, Tasci

Hier können Sie den Spielverlauf noch einmal minutengenau nachlesen.


Kommentare (0)
Weitere Artikel

Alle Artikel anzeigen

Managen Sie Ihr eigenes Traumteam!

Der Countdown läuft. Bis zum 24. September können Sie noch mitmachen. Beim LigamanagerPro - ein Muss für alle Fußballfans. Anmelden, Spielerkader auswählen, aufstellen. Mit integriertem Tippspiel und tollen Preisen. Jetzt anmelden!
Aktuelle Leser-Kommentare
Aus dem Artikel "Ein Sturm braut sich zusammen"
Wenn die CDU...
Von mainzelmännchen
Aus dem Artikel ""Ein Fass ohne Boden""
S31
Von Hallo!
Aus dem Artikel "Stuttgart 21 erregt viele"
Der Rückhalt der Generation...
Von mainzelmännchen
Aus dem Artikel "Klare Mehrheit gegen Stuttgart 21"
Nochmal...
Von Mannomann
Veranstaltungen

09.09. | T-O12

Feriendonnerstag

Sweet holiday mehr
Finden Sie
Heute können Sie aus 296 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ ePaper
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten

Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.


 
nach oben