Amoklauf von Winnenden
Hymne für eine traumatisierte Stadt
Thomas Schwarz, veröffentlicht am 12.11.2009
Winnenden - Zu behaupten, Julia Doubrawa sei eine aktive junge Frau, ist eigentlich eine Untertreibung. Denn wenn man sich vor Augen führt, was die 16-Jährige aus dem Winnender Ortsteil Hertmannsweiler (Rems-Murr-Kreis) so alles macht, dann fragt man sich, wie viele Stunden der Tag für sie hat. Sie spielt Keyboard, Schlagzeug und Gitarre und steht beim Göppinger Fußball-Oberligisten FV Vorwärts Faurndau im Tor. Im September hat sie ihre Ausbildung zur Schwimmmeisterin im Winnender Wunnebad begonnen, und jetzt ist sie auf dem Sprung, unter dem Künstlernamen Jule bekannt zu werden.
"Meine Mutter mag es eigentlich nicht, wenn man mich Jule nennt", sagt sie. Das machen jedoch die meisten, und so lag es nicht fern, sich diesen Künstlernamen zu geben. Schon von klein auf habe sie Musik gemacht, erzählt Jule. Zuerst habe sie Flöte gespielt, nachdem sie sich an Keyboard und Schlagzeug versucht habe, sei ihre Liebe zur Gitarre erwacht.
Durch eine Freundin, die bei der Aufnahme der Benefiz-CD "Die Liebe bleibt" für die Opfer des Amoklaufs an der Albertville-Realschule mitmachte, wurde Jule entdeckt. Ihr Lied "It's so cold" wird vom Produzenten der CD, Hans Derer, ganz besonders gelobt. Jule hält er für ein ganz großes Talent. Auch beim nächsten Projekt des umtriebigen Musikmanns darf Jule natürlich mitmachen.
Am Donnerstag um 18 Uhr stellen 14 Sängerinnen und Sänger, darunter Jule, auf dem Winnender Marktplatz das Lied "Wir geben niemals auf - wir stehen wieder auf" vor, eine Hymne an die Stadt, die noch immer unter dem Eindruck der Tat vom 11. März steht. "Diesen Tag werde ich nie vergessen", sagt Jule, die zusammen mit ihren Mitschülern in der Geschwister-Scholl-Realschule, die nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt ist, stundenlang im Klassenzimmer verbarrikadiert war. "Es wusste ja niemand, wo der war", sagt sie rückblickend. Einige der getöteten Schülerinnen hat sie gekannt. "Vom Fußballspielen. Wir haben uns immer wieder bei den Turnieren getroffen."
Das Vorbild für die Winnenden-Hymne war das "We-are-the-World"-Projekt der aus Musikstars gebildeten Gruppe USA for Africa, die 1985 gegen die Hungerkatastrophe in Afrika ansang. Die Idee zu dem Projekt entstand, nachdem eine Benefiz-CD am 21. September in Winnenden vorgestellt worden war. Die Musiker, darunter der irische Künstler Brendan Keeley und die Winnenderin Petra Rennings, wollten alle zusammen ein Lied singen. Von Gotthilf Fischer, der am Donnerstag den Auftritt auf dem Marktplatz moderieren wird, kam die Idee, die Texterin und Sängerin Brigitte Santos aus Offenburg mit ins Boot zu holen "Es war die richtige Entscheidung. Denn Brigitte Santos fand nicht nur genau die richtigen Worte für dieses sensible Thema", so Hans Derer. Die Musikerin hat zudem ihre 17-jährige Tochter Melissa mitgebracht, "eine stimmgewaltige Soul-Chanteuse", schwärmt Derer.
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14 Sängerinnen und Sänger singen die Hymne an die Stadt
Durch eine Freundin, die bei der Aufnahme der Benefiz-CD "Die Liebe bleibt" für die Opfer des Amoklaufs an der Albertville-Realschule mitmachte, wurde Jule entdeckt. Ihr Lied "It's so cold" wird vom Produzenten der CD, Hans Derer, ganz besonders gelobt. Jule hält er für ein ganz großes Talent. Auch beim nächsten Projekt des umtriebigen Musikmanns darf Jule natürlich mitmachen.
Am Donnerstag um 18 Uhr stellen 14 Sängerinnen und Sänger, darunter Jule, auf dem Winnender Marktplatz das Lied "Wir geben niemals auf - wir stehen wieder auf" vor, eine Hymne an die Stadt, die noch immer unter dem Eindruck der Tat vom 11. März steht. "Diesen Tag werde ich nie vergessen", sagt Jule, die zusammen mit ihren Mitschülern in der Geschwister-Scholl-Realschule, die nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt ist, stundenlang im Klassenzimmer verbarrikadiert war. "Es wusste ja niemand, wo der war", sagt sie rückblickend. Einige der getöteten Schülerinnen hat sie gekannt. "Vom Fußballspielen. Wir haben uns immer wieder bei den Turnieren getroffen."
Erlöse werden komplett gespendet
Das Vorbild für die Winnenden-Hymne war das "We-are-the-World"-Projekt der aus Musikstars gebildeten Gruppe USA for Africa, die 1985 gegen die Hungerkatastrophe in Afrika ansang. Die Idee zu dem Projekt entstand, nachdem eine Benefiz-CD am 21. September in Winnenden vorgestellt worden war. Die Musiker, darunter der irische Künstler Brendan Keeley und die Winnenderin Petra Rennings, wollten alle zusammen ein Lied singen. Von Gotthilf Fischer, der am Donnerstag den Auftritt auf dem Marktplatz moderieren wird, kam die Idee, die Texterin und Sängerin Brigitte Santos aus Offenburg mit ins Boot zu holen "Es war die richtige Entscheidung. Denn Brigitte Santos fand nicht nur genau die richtigen Worte für dieses sensible Thema", so Hans Derer. Die Musikerin hat zudem ihre 17-jährige Tochter Melissa mitgebracht, "eine stimmgewaltige Soul-Chanteuse", schwärmt Derer.
Die Hymne wird auf CD verbreitet. Der Erlös wird komplett gespendet. Jule ist zudem am 14. Dezember von 21 Uhr an in einer ARD-Reportage über den Winnender Amoklauf zu sehen.
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