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Eine Insel ohne Zahnarzt Glosse
Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 21.11.2009
Schon mehrfach haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, an den Urlaubserlebnissen der Glossenschreiber teilhaben können. Was nicht daran liegt, dass wir so tolle Urlaube verbringen, über die es viel zu erzählen gebe. Es ist eher so, dass unsereins so deppert ist, dass Ferien schnell zum Fiasko werden.
Schuld war diesmal ein Karamellbonbon. Es heftete sich auf der Fähre zwischen Neßmersiel und Baltrum an eine Krone im rechten Unterkiefer. Ganz hinten. Es ziepte, dann hatte das Bonbon die Krone mitgenommen. Das Karamellbonbon selbst blieb in seiner Konsistenz nahezu unverändert. Einmal die Fähre bei Sturmflut verlassen und nass bis auf die Knochen das Hotel erreicht, die Information: Einen Zahnarzt gibt es auf der Insel nicht. "Aber wir haben eine Werkstatt", erklärt der Hotelier stolz. "Da hat mein Vater früher schon Zähne mit Sekundenkleber repariert."
Weil es diesmal kein Abenteuerurlaub werden soll, geht"s am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe wieder auf die Fähre. Dann in den Bus. Dann ins Taxi. Dann in die Praxis. Der Arzt wäre gerne Musiker geworden. Das Wartezimmer ist tapeziert mit Zeitungsartikeln, in denen die Rede vom Chor ist, den der Arzt leitet, und den ganz Ostfriesland liebt. Bei der Arbeit verzichtet der Arzt aufs Singen. Statt dessen schimpft er, was gut zu hören ist, weil er die Türen zu den Behandlungszimmern immer offen lässt. Er schimpft mit seinen Patienten. "Nehmen Sie Ihre Zunge da weg", schnauzt er. "So kann ich nicht arbeiten." Der Patient versucht sich trotz Spiegel und Sauger im Mund zu wehren. Kommt gar nicht gut an. Der Arzt schickt den Patienten ohne Plombe nach Hause. "Üben Sie bis zum nächsten Mal, mit Ihrer Zunge umzugehen, damit sie mich nicht stört", fordert er. Und dann kommt er rein.
Wie"s gelaufen ist? Ach, na ja. Was zählt, ist: Ich musste nicht noch einmal zum Üben zurück auf die Insel. Und das war wirklich das allerschönste Ferienerlebnis.
Schuld war diesmal ein Karamellbonbon. Es heftete sich auf der Fähre zwischen Neßmersiel und Baltrum an eine Krone im rechten Unterkiefer. Ganz hinten. Es ziepte, dann hatte das Bonbon die Krone mitgenommen. Das Karamellbonbon selbst blieb in seiner Konsistenz nahezu unverändert. Einmal die Fähre bei Sturmflut verlassen und nass bis auf die Knochen das Hotel erreicht, die Information: Einen Zahnarzt gibt es auf der Insel nicht. "Aber wir haben eine Werkstatt", erklärt der Hotelier stolz. "Da hat mein Vater früher schon Zähne mit Sekundenkleber repariert."
Weil es diesmal kein Abenteuerurlaub werden soll, geht"s am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe wieder auf die Fähre. Dann in den Bus. Dann ins Taxi. Dann in die Praxis. Der Arzt wäre gerne Musiker geworden. Das Wartezimmer ist tapeziert mit Zeitungsartikeln, in denen die Rede vom Chor ist, den der Arzt leitet, und den ganz Ostfriesland liebt. Bei der Arbeit verzichtet der Arzt aufs Singen. Statt dessen schimpft er, was gut zu hören ist, weil er die Türen zu den Behandlungszimmern immer offen lässt. Er schimpft mit seinen Patienten. "Nehmen Sie Ihre Zunge da weg", schnauzt er. "So kann ich nicht arbeiten." Der Patient versucht sich trotz Spiegel und Sauger im Mund zu wehren. Kommt gar nicht gut an. Der Arzt schickt den Patienten ohne Plombe nach Hause. "Üben Sie bis zum nächsten Mal, mit Ihrer Zunge umzugehen, damit sie mich nicht stört", fordert er. Und dann kommt er rein.
Wie"s gelaufen ist? Ach, na ja. Was zählt, ist: Ich musste nicht noch einmal zum Üben zurück auf die Insel. Und das war wirklich das allerschönste Ferienerlebnis.
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