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So wandern die Radiowellen Schlau gemacht

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 23.11.2009

Was sind Schwingungen und Frequenzen?

Die meisten Kinder sind gekommen, weil sie sich gerne selbst ein Radio bauen würden. Mit einem solchen Weihnachtsgeschenk würde man schließlich die gesamte Familie in bewunderndes Erstaunen versetzen. Allerdings muss man dazu vorher ein bisschen was wissen über Radiowellen, Schwingungen und Frequenzen. Weil man die Radiowellen nicht sehen kann, zeigt der Elektrotechniker Manfred Berroth von der Uni Stuttgart dies mit einer Art schaukelnder Dose: An einer Feder hängt ein gelbes Gewicht. Das Gewicht wird von der Schwerkraft nach unten gezogen, die Feder holt es mit Schwung wieder nach oben. So schwingt dieses Pendel auf und ab, das nennt man Schwingung. Wenn man nun wissen will, wie viel Zeit dies braucht, nennt man es Frequenz. Der Physiker Heinrich Hertz hat dies vor langer Zeit erklärt, deshalb nennt man eine Schwingung, die eine Sekunde braucht, ein Hertz.



Wie baut man ein Radio?

Nach diesen komplizierten physikalischen Erklärungen wurde es endlich praktisch: Für ein einfaches Radio braucht man nur drei Dinge: eine leere Rolle Klopapier, eng umwickelt mit Kupferdraht, einen Kodensator und eine Gleichrichterdiode. Im Inneren eines Kondensators laufen elektrische Ladungen zwischen zwei Platten im Kreis - allerdings so schnell, dass man das nicht sehen kann. Eine Diode ist ein elektrisches Bauelement, das Strom nur in einer Richtung passieren lässt und in der anderen Richtung wie ein Isolator wirkt. Den Kondensator und die Diode muss man kaufen.



Wie kommt der Ton zum Ohr?

Nun ist das Radio gebaut, kommen nun auch Töne raus? Dazu sucht sich der Professor eine Nachwuchsstudentin als Moderatorin aus. Sie spricht in ein Mikrofon und ihre Worte tönen tatsächlich aus dem selbst gebastelten Radio - wenn auch etwas blechern. Menschen können von 50 Hertz bis 20 000 Hertz hören. Der Lautsprecher im Radio erzeugt durch eine Spule und ein Magnetfeld elektrische Schwingungen, die das Radio verlassen. Diese Wellen breiten sich über das Land aus und werden schließlich von einer Antenne - das kann einfach nur ein Stück Draht sein - eingefangen. Die Wellen werden wieder in elektrische Impulse verwandelt, an den Lautsprecher etwa im Autoradio geschickt und dort wieder zu Wellen umgesetzt, die man hören kann. Diese Schallwellen muss man sich wie La Ola-Wellen in einem Fußballstadion oder einem Hörsaal vorstellen - mühelos wandern sie von vorn nach hinten.
 
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