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Schwester Anne lebt Güte und Respekt
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 16.01.2010
Aufbauen und Gestalten, Bewahren und Verändern, Festhalten und Loslassen, Bleiben und Fortgehen. "Alles hat seine Zeit" meint Schwester Anne Messner. Es sind nachdenkliche Worte, doch sie sagt es mit lachenden Augen. Morgen gibt sie die Leitung des Flattichhauses der Diakonie der Korntaler Brüdergemeinde ab. Die 58-Jährige hatte es vor zwölf Jahren übernommen. Seitdem ist das betreute Jugendwohnen entstanden, wurden ambulante Angebote geschaffen, ist das Familienzentrum gegründet worden. Die LKZ-Hilfsaktionen "Kinder in Not" und "Lichtblicke" haben diese Arbeit im Laufe der Jahre mit insgesamt 140 000 Euro unterstützt.
Doch mit dem Wechsel in der Leitung ist mehr verbunden als eine Zäsur an der Spitze des Kinderheims. Mit Schwester Anne geht eine Ära zu Ende: 50 Jahre hatten Aidlinger Schwestern das Haus geführt. Mit dem Diakon Joachim Friz übernimmt nun ein ehemaliger Mitarbeiter des Ludwigsburger Jugendamts den Posten.
Die Gruppe von einstmals sieben Aidlinger Schwestern, die von 1959 an in der Einrichtung wirkten, war im Laufe der Jahre immer kleiner geworden. Heute arbeitet neben Schwester Anne Messner nur noch eine weitere Schwester im Haus. Da im Diakonissenmutterhaus der Schwerpunkt nicht auf der Jugendhilfe liege, habe sich diese Entwicklung abgezeichnet, meint Schwester Anne. Sie verhehlt nicht, dass diese Zäsur Auswirkungen haben wird auf die Einrichtung, in der sich mehr als 70 Mitarbeiter um rund 130 Kinder, Jugendliche und deren Familien kümmern.
Als die Schwestern mit den Kindern im Haus lebten, sei die "Atmosphäre familiär geprägt gewesen. Doch heute wird im Schichtdienst gearbeitet." Es ist nicht ihre Art, Vergangenem nachzutrauern, das verstelle den Blick auf die Gegenwart. Und in dieser müssen eben gesetzliche Rahmenbedingungen, Tarifverträge und Qualitätsstandards eingehalten werden. Ganz abgesehen davon, dass die Kostenträger der sieben stationären Jugendhilfeeinrichtungen im Landkreis ein wirtschaftliches Handeln abverlangen: "Eine Einrichtung muss fachlich also so gut sein, dass man angefragt wird", meint die Aidlinger Schwester mit den wachen, lachenden Augen. Im Flattichhaus ist kaum je ein Platz leer. Auch deshalb sah Schwester Anne ihre Aufgabe stets darin, Mitarbeiter fachlich zu begleiten. Allgemein sei die Fluktuation unter Heimerziehern groß, niemand wolle gerne im Schichtdienst arbeiten. Kontinuität sei jedoch wichtig, um Kindern eine Bezugsperson zu sein: "Ohne Beziehung läuft nichts."
Schwester Anne hat ihren Nachfolger in den vergangenen zwei Jahren eingearbeitet und damit beigetragen, den Geist des Flattichhauses zu erhalten. Sie hat schließlich viel investiert, sie lebte ihre Arbeit. Wenn nötig, auch nachts. Vieles junge Menschen hat sie begleitet, hat sie wertgeschätzt, auch wenn sie sich unmöglich verhalten hatten. Sie hat eine Hochachtung vor ihnen, die in ihrem Leben schon viel Negatives ertragen mussten. Das heißt nicht, dass die Jugendlichen dies ausnutzen: "Man kann mich nicht um den Finger wickeln", sagt sie. Dafür hat sie in der Jugendhilfe zu viele Erfahrungen gesammelt.
So viele Erfahrungen sie gemacht hat, so viele Kontakte hat sie geknüpft. Diese wird sie weiterhin einbringen. Sie bleibt der Diakonie der Brüdergemeinde erhalten, baut eine "Helpline" (07 11/88 77 68 00) auf, um Hilfesuchende und ehrenamtliche Helfer zusammenbringen. Dabei hält sie es weiterhin so, wie sie als Flattichhauschefin gelebt hat: "Wer alleine arbeitet, addiert, wer zusammen arbeitet, multipliziert."
Doch mit dem Wechsel in der Leitung ist mehr verbunden als eine Zäsur an der Spitze des Kinderheims. Mit Schwester Anne geht eine Ära zu Ende: 50 Jahre hatten Aidlinger Schwestern das Haus geführt. Mit dem Diakon Joachim Friz übernimmt nun ein ehemaliger Mitarbeiter des Ludwigsburger Jugendamts den Posten.
Die Gruppe von einstmals sieben Aidlinger Schwestern, die von 1959 an in der Einrichtung wirkten, war im Laufe der Jahre immer kleiner geworden. Heute arbeitet neben Schwester Anne Messner nur noch eine weitere Schwester im Haus. Da im Diakonissenmutterhaus der Schwerpunkt nicht auf der Jugendhilfe liege, habe sich diese Entwicklung abgezeichnet, meint Schwester Anne. Sie verhehlt nicht, dass diese Zäsur Auswirkungen haben wird auf die Einrichtung, in der sich mehr als 70 Mitarbeiter um rund 130 Kinder, Jugendliche und deren Familien kümmern.
Als die Schwestern mit den Kindern im Haus lebten, sei die "Atmosphäre familiär geprägt gewesen. Doch heute wird im Schichtdienst gearbeitet." Es ist nicht ihre Art, Vergangenem nachzutrauern, das verstelle den Blick auf die Gegenwart. Und in dieser müssen eben gesetzliche Rahmenbedingungen, Tarifverträge und Qualitätsstandards eingehalten werden. Ganz abgesehen davon, dass die Kostenträger der sieben stationären Jugendhilfeeinrichtungen im Landkreis ein wirtschaftliches Handeln abverlangen: "Eine Einrichtung muss fachlich also so gut sein, dass man angefragt wird", meint die Aidlinger Schwester mit den wachen, lachenden Augen. Im Flattichhaus ist kaum je ein Platz leer. Auch deshalb sah Schwester Anne ihre Aufgabe stets darin, Mitarbeiter fachlich zu begleiten. Allgemein sei die Fluktuation unter Heimerziehern groß, niemand wolle gerne im Schichtdienst arbeiten. Kontinuität sei jedoch wichtig, um Kindern eine Bezugsperson zu sein: "Ohne Beziehung läuft nichts."
Schwester Anne hat ihren Nachfolger in den vergangenen zwei Jahren eingearbeitet und damit beigetragen, den Geist des Flattichhauses zu erhalten. Sie hat schließlich viel investiert, sie lebte ihre Arbeit. Wenn nötig, auch nachts. Vieles junge Menschen hat sie begleitet, hat sie wertgeschätzt, auch wenn sie sich unmöglich verhalten hatten. Sie hat eine Hochachtung vor ihnen, die in ihrem Leben schon viel Negatives ertragen mussten. Das heißt nicht, dass die Jugendlichen dies ausnutzen: "Man kann mich nicht um den Finger wickeln", sagt sie. Dafür hat sie in der Jugendhilfe zu viele Erfahrungen gesammelt.
So viele Erfahrungen sie gemacht hat, so viele Kontakte hat sie geknüpft. Diese wird sie weiterhin einbringen. Sie bleibt der Diakonie der Brüdergemeinde erhalten, baut eine "Helpline" (07 11/88 77 68 00) auf, um Hilfesuchende und ehrenamtliche Helfer zusammenbringen. Dabei hält sie es weiterhin so, wie sie als Flattichhauschefin gelebt hat: "Wer alleine arbeitet, addiert, wer zusammen arbeitet, multipliziert."
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