20. Spieltag

Leverkusen bleibt Spitzenreiter

dpa, veröffentlicht am 31.01.2010
Foto: dpa

Hamburg - Bayer Leverkusen hat erneut Nervenstärke bewiesen und die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga ohne große Mühe erfolgreich verteidigt. Mit dem 3:1 (3:0) gegen den SC Freiburg setzte die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes ein weiteres Ausrufezeichen im Titelkampf.



Doch auch die siegreichen Verfolger aus München und Gelsenkirchen wahrten ihre Chance. Damit scheint das Rennen um die Meisterschale zum Dreikampf zu werden: Keinem der sechs Teams, die hinter dem Führungstrio auf den Plätzen vier bis neun rangieren, gelang am 20. Spieltag ein Sieg.

Anders als den Leverkusenern (44 Punkte), Münchnern (42) und Schalkern (41) geht einigen noch vor wenigen Monaten hochgehandelten Mitbewerbern um die europäischen Fleischtöpfe offenbar die Puste aus. Vor allem Werder Bremen und 1899 Hoffenheim mussten weitere bittere Pleiten hinnehmen. Mit der 3:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach und der fünften Schlappe hintereinander verloren die Bremer auf Platz sechs den Anschluss nach oben. "Das ist alles eine totale Katastrophe", beschrieb Werder-Torhüter Tim Wiese die Lage.

Nicht minder enttäuscht zeigte sich Hoffenheims Coach Ralf Rangnick. Nach dem 0:2 beim Tabellen-Dritten Schalke müssen die auf Platz neun abgerutschten Kraichgauer alle internationalen Ambitionen abhaken. "Es wäre Fantasterei, sich jetzt mit den Europapokalplätzen zu beschäftigen", bekannte Rangnick nach der vierten Pleite in Serie frustriert.



Die erste Niederlage von Borussia Dortmund seit dem 7. Spieltag machte das Glück des Führungstrios perfekt. Bei der unerwartet hohen 1:4 (0:1)-Schlappe am Sonntag in Stuttgart ging die Erfolgsserie des Revierclubs zu Ende. Alle Hoffnungen der Borussen, den drei Spitzenteams auf den Fersen zu bleiben, erwiesen sich als Wunschdenken. Schließlich ist der Abstand zu einem Champions-League- Platz auf fünf Zähler angewachsen.

Von der vor Saisonbeginn ins Visier genommenen Königsklasse können die Bremer derzeit nur noch träumen. Nur mit Mühe verhinderten die Mannschaft ein Debakel in Gladbach, wo sie nach nur 18 Minuten mit 0:3 fast aussichtslos hinten lagen. Bremen droht bei schon sieben Punkten Rückstand auf den Fünften Hamburger SV, der am Freitagabend durch Piotr Trochowskis "Last-Minute-Freistoßtor" zum 1:1 gegen den VfL Wolfsburg zumindest einen Punkt rettete, eine Saison ohne Europapokal. "Das wird ganz schwer. Wir haben alles vergessen, was uns mal stark gemacht hat", meinte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs ratlos.

Bestens ist die Stimmung beim Rekordmeister aus München, der mit dem 3:0-Sieg gegen Mainz 05 seine Titelambitionen untermauerte. Trainer Louis van Gaal sagte der Konkurrenz nach dem siebten Sieg in Serie offen den Kampf an. "Ich denke, dass wir selbst für uns die größte Gefahr sind und nicht der Gegner", sagte der Niederländer, der sich nicht einmal über den verschossenen Elfmeter von Torhüter Jörg Butt in der torlosen ersten Spielhälfte ärgern musste. "Wir haben unser bestes Heimspiel gezeigt", frohlockte van Gaal.

Für Schalkes Trainerfuchs Felix Magath aber ist auch nach der glänzenden Serie von fünf Zu-Null-Heimsiegen die Meisterschale offiziell kein Thema. Er schaue nach unten, sagte er nach dem auf 13 Punkte gewachsenen Vorsprung auf Platz sechs. "Wir müssen zusehen, dass wir den Abstand dahin weiter vergrößern", betonte Magath nach dem verdienten 2:0 gegen Hoffenheim.

Bei seinem geglückten Debüt als Veh-Nachfolger und Wolfsburgs Interimscoach konnte Lorenz-Günther Köstner zumindest den freien Fall des Meisters stoppen. Nach dem Remis beim HSV hofft Köstner auf eine Berufung zum Chefcoach. "Ich habe nichts gefordert. Wenn mir ein Weltkonzern wie VW das Vertrauen ausspricht, bin ich erstmal stolz, werde kämpfen und genießen", sagte Köstner, dem aber nur bei Erfolgen die Beförderung winkt. "Wir haben Hammerspiele vor uns. Sollten wir die nicht erfolgreich bestreiten, werden wir vielleicht noch reagieren", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß.

Dank dreier Tore von Stürmer Albert Bunjaku beim 3:1-Sieg im Kellerduell bei Hannover 96 kann der Vorletzte 1. FC Nürnberg wieder Mut im Abstiegskampf schöpfen. Trainer Dieter Hecking genoss den Erfolg bei seinem Ex-Club Hannover. Der Vorsprung der Niedersachsen auf den "Club" schmolz auf einen Punkt. Mirko Slomka hat viel Arbeit vor sich. "Nach einem Rückstand sackt die Mannschaft in sich zusammen", stellte der Hannover-Coach fest. Noch dramatischer ist die Situation für Hertha BSC. Den Berlinerern gelang beim 0:0 gegen den VfL Bochum wieder kein Sieg. An eine wundersame Rettung glaubt beim abgeschlagenen Schlusslicht kaum noch jemand. Gleichwohl gibt sich Kapitän Arne Friedrich kämpferisch: "Der lange Abstiegskampf frustriert. Aber wir dürfen jetzt nicht aufgeben."
 
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