Umbau der Albertville-Realschule
Schutz vor Feuer und Gewalt
Thomas Schwarz, veröffentlicht am 04.02.2010
Winnenden - Der auf Passanten am auffälligsten wirkende Teil der Umbaupläne für die Winnender Albertville-Realschule, in der sich am 11.März vergangenen Jahres der tödliche Amoklauf eines 17-Jährigen ereignet hat, wird ein Anbau zur Albertviller Straße hin sein. Dieser wird vor dem eigentlichen Hauptgebäude liegen, in dem sämtliche Klassenzimmer zentral untergebracht werden. In dem neuen Teil soll die Schulverwaltung angesiedelt werden. Weiterhin beinhalten die Pläne, deren Kosten auf 5,5 Millionen Euro geschätzt werden, umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Bei dem Amoklauf sind 15 Menschen getötet worden. Anschließend erschoß sich der 17-jährige Täter.
Ein Lautsprechersystem soll in jedem Raum eine Alarmierung und die Durchsage von Verhaltensregeln bei Feuer oder Gewalttaten möglich machen. Kurioserweise erlaubt es die Gesetzeslage nicht, den Alarm mit der Polizei zu koppeln. "Das ist zurzeit nur Juwelieren und Banken vorbehalten", sagt Klaus Hägele, der Stadtbaumeister von Winnenden (Rems-Murr-Kreis). Allerdings werde die Anlage so eingebaut, dass eine spätere Aufschaltung möglich sei. Die Klassenzimmertüren sollen mit Griffen versehen werden, die das Öffnen nur von innen zulassen. Das System sei mit jenem vergleichbar, das man aus Hotelzimmern kenne, sagt Hägele. Ein Drehknopf im Zimmer mache es möglich, die Türen jederzeit von innen zu öffnen, nicht jedoch von außen.
Die beiden Klassenzimmer im Obergeschoss, in denen das Ausmaß des Amoklaufs besonders stark war, sollen zwar in die Sanierung mit aufgenommen, aber aus verständlichen Gründe auf absehbare Zeit nicht genutzt werden. "In dem einen Raum soll eventuell eine Gedenkstätte eingerichtet werden", erklärte der Oberbürgermeister Bernhard Fritz im Gemeinderat. Der zweite, weniger betroffene Raum könne eventuell wieder als Klassenzimmer genutzt werden.
In beiden Fällen werde in enger Absprache mit der Schule geplant, sagte Fritz, der die psychologischen Besonderheiten betonte, die hinter den Maßnahmen stecken: "Klar ist, dass wir hier Standards setzen und andere Schulen in Zukunft dahin gehende Wünsche äußern werden."
Die geschätzten Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro stießen im Rat nicht auf ungeteilte Zustimmung. Werner Heincke (CDU) hätte eine Kostendeckelung befürwortet. Er plädierte dafür, statt der Klassenzimmer die Eingänge der Schule während des Unterrichts zu schließen. Dies sei jedoch nicht praktikabel, da der Schulbetrieb einen häufigen Ortswechsel der Klassen notwendig mache, sagte der Kulturamtsleiter Roland Dörr. Heincke stimmte mit seiner Fraktionskollegin Petra Schäftlmeier gegen die Planung, der CDU-Stadtrat Frank Rommel enthielt sich der Stimme.
Von Exklusivität könne nicht gesprochen werden, sagte Fritz zu Einwürfen, die Pläne seien zu aufwendig. "Sonst hätte das Regierungspräsidium nicht mitgemacht." Der Oberbürgermeister, der im März in den Ruhestand geht, ist überzeugt, dass der von der Schule gewünschte Zeitplan eingehalten werden kann. Das Gebäude soll zum Schuljahr 2011/2012 bezogen werden.
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Platz für eine Gedenkstätte
Die beiden Klassenzimmer im Obergeschoss, in denen das Ausmaß des Amoklaufs besonders stark war, sollen zwar in die Sanierung mit aufgenommen, aber aus verständlichen Gründe auf absehbare Zeit nicht genutzt werden. "In dem einen Raum soll eventuell eine Gedenkstätte eingerichtet werden", erklärte der Oberbürgermeister Bernhard Fritz im Gemeinderat. Der zweite, weniger betroffene Raum könne eventuell wieder als Klassenzimmer genutzt werden.
In beiden Fällen werde in enger Absprache mit der Schule geplant, sagte Fritz, der die psychologischen Besonderheiten betonte, die hinter den Maßnahmen stecken: "Klar ist, dass wir hier Standards setzen und andere Schulen in Zukunft dahin gehende Wünsche äußern werden."
Keine ungeteilte Zustimmung bei den Kosten
Die geschätzten Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro stießen im Rat nicht auf ungeteilte Zustimmung. Werner Heincke (CDU) hätte eine Kostendeckelung befürwortet. Er plädierte dafür, statt der Klassenzimmer die Eingänge der Schule während des Unterrichts zu schließen. Dies sei jedoch nicht praktikabel, da der Schulbetrieb einen häufigen Ortswechsel der Klassen notwendig mache, sagte der Kulturamtsleiter Roland Dörr. Heincke stimmte mit seiner Fraktionskollegin Petra Schäftlmeier gegen die Planung, der CDU-Stadtrat Frank Rommel enthielt sich der Stimme.
Von Exklusivität könne nicht gesprochen werden, sagte Fritz zu Einwürfen, die Pläne seien zu aufwendig. "Sonst hätte das Regierungspräsidium nicht mitgemacht." Der Oberbürgermeister, der im März in den Ruhestand geht, ist überzeugt, dass der von der Schule gewünschte Zeitplan eingehalten werden kann. Das Gebäude soll zum Schuljahr 2011/2012 bezogen werden.
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