Baustart von Stuttgart 21
Prellbock bleibt auf dem Abstellgleis
Thomas Braun, veröffentlicht am 04.02.2010
Stuttgart - Längst sind die Kameras abgezogen, die kleine Schalterhalle des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist wieder frei zugänglich - und der Gleisprellbock, am Dienstag noch im Mittelpunkt des Medieninteresses, hat inzwischen seinen neuen Standort bezogen. Er bleibt zwar auf dem ihm angestammten Abstellgleis, markiert nun aber etwa 40 Meter weiter östlich das Ende des Gleises 49.
Wer nun gedacht hatte, der offizielle Baustart für das Projekt Stuttgart 21 habe lediglich symbolischen Charakter, sieht sich getäuscht. Am Mittwoch wurde nicht nur der Prellbock entfernt und per Schienenbagger auf seine neue Position gehievt. Ein gutes Dutzend Arbeiter der schwäbischen Firma Klenk, die mittlerweile allerdings einem Schweizer Konzern gehört, hat auch damit begonnen, die ersten überflüssig gewordenen Schienen abzutrennen und zu entsorgen. An der Stelle, an der bisher der Prellbock stand, soll eine neue Weiche installiert werden.
Nach und nach soll es dann auch den anderen Gleisprellböcken ähnlich ergehen. Die Bahn spricht von insgesamt 61 einzelnen "Bauzuständen" bis zum Abschluss des Vorfeldumbaus. Allerdings sind die Gleisbauarbeiten unter "rollendem Rad" wegen der komplexen Struktur des heutigen Gleisvorfelds zumindest tagsüber nur in homöopathischen Dosen möglich: Die Schienenbagger, die aus einem Depot an der Wolframstraße über das Gleisvorfeld zu den Baustellen rollen, müssen die Zugpausen nutzen, damit der Bahnverkehr nicht behindert wird. Größtenteils sollen die Arbeiten daher nachts vonstattengehen. Zudem müssen Masten verlegt werden und auch die Signaltechnik muss teilweise neu installiert werden. Auch die Bahnsteige werden Zug um Zug verlegt, die Überdachung wird dem verschobenen Gleisverlauf angepasst.
Zudem wird voraussichtlich vom kommenden Jahr an sukzessive ein provisorischer Querbahnsteig errichtet, ebenfalls 120 Meter östlich des heutigen Steigs. Er soll sowohl vom Kurt-Georg-Kiesinger-Platz als auch von der Straße Am Schlossgarten zugänglich sein. Die entstehende Lücke zwischen altem und neuem Querbahnsteig müssen die Passagiere dann bis zum Abschluss der Tiefbauarbeiten für die neue Bahnhofshalle auf Stegen überwinden. Auch der heutige Fußgängertunnel, der die Bahnsteige unterirdisch miteinander verbindet, muss verfüllt werden.
Die Projektgegner sehen in der Verlegung des Gleisvorfelds im Gegensatz zur Bahn noch keine irreversible Entscheidung für den Bau des neuen Durchgangsbahnhofs. Nach ihrer Darstellung wäre ein Großteil der Arbeiten auch bei ihrem Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 vorgesehen. Der Bauherr dagegen lässt diese Argumentation nicht gelten. Aus dem Stuttgart-21-Kommunikationsbüro von Wolfgang Drexler heißt es, der Spurplan sehe beim K-21-Konzept eine Generalsanierung des Gleisvorfelds inklusive sämtlicher Verwerfungsbauwerke (Schienenbrücken, Tunnels etc.) vor. Genau dies werde aber beim Bau von Stuttgart 21 definitiv nicht gemacht.
Die exakten Kosten des gesamten Provisoriums, von der Bahn vor Jahren auf 35 Millionen Euro taxiert, will die Bahn aus Wettbewerbsgründen nicht nennen.
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Nach und nach soll es dann auch den anderen Gleisprellböcken ähnlich ergehen. Die Bahn spricht von insgesamt 61 einzelnen "Bauzuständen" bis zum Abschluss des Vorfeldumbaus. Allerdings sind die Gleisbauarbeiten unter "rollendem Rad" wegen der komplexen Struktur des heutigen Gleisvorfelds zumindest tagsüber nur in homöopathischen Dosen möglich: Die Schienenbagger, die aus einem Depot an der Wolframstraße über das Gleisvorfeld zu den Baustellen rollen, müssen die Zugpausen nutzen, damit der Bahnverkehr nicht behindert wird. Größtenteils sollen die Arbeiten daher nachts vonstattengehen. Zudem müssen Masten verlegt werden und auch die Signaltechnik muss teilweise neu installiert werden. Auch die Bahnsteige werden Zug um Zug verlegt, die Überdachung wird dem verschobenen Gleisverlauf angepasst.
Zudem wird voraussichtlich vom kommenden Jahr an sukzessive ein provisorischer Querbahnsteig errichtet, ebenfalls 120 Meter östlich des heutigen Steigs. Er soll sowohl vom Kurt-Georg-Kiesinger-Platz als auch von der Straße Am Schlossgarten zugänglich sein. Die entstehende Lücke zwischen altem und neuem Querbahnsteig müssen die Passagiere dann bis zum Abschluss der Tiefbauarbeiten für die neue Bahnhofshalle auf Stegen überwinden. Auch der heutige Fußgängertunnel, der die Bahnsteige unterirdisch miteinander verbindet, muss verfüllt werden.
Provisorium für mindestens 35 Millionen Euro
Die Projektgegner sehen in der Verlegung des Gleisvorfelds im Gegensatz zur Bahn noch keine irreversible Entscheidung für den Bau des neuen Durchgangsbahnhofs. Nach ihrer Darstellung wäre ein Großteil der Arbeiten auch bei ihrem Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 vorgesehen. Der Bauherr dagegen lässt diese Argumentation nicht gelten. Aus dem Stuttgart-21-Kommunikationsbüro von Wolfgang Drexler heißt es, der Spurplan sehe beim K-21-Konzept eine Generalsanierung des Gleisvorfelds inklusive sämtlicher Verwerfungsbauwerke (Schienenbrücken, Tunnels etc.) vor. Genau dies werde aber beim Bau von Stuttgart 21 definitiv nicht gemacht.
Die exakten Kosten des gesamten Provisoriums, von der Bahn vor Jahren auf 35 Millionen Euro taxiert, will die Bahn aus Wettbewerbsgründen nicht nennen.
Kommentare (42)
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Thomas Hirche, Stuttgart,
12.02.2010
Prellbock und Tunnel '21
Aufgepaßt, daß diese "bloß so Verschiebung des "49'ers" mit anschließender, scheinbarer Ruhephase (Bagger sind wieder abgezogen), nicht nur ein "geschwinder" Mummenschanz ist. Hinter der Maske verbergen sich die allseits bekannten "Stierblutfakten" (schnauf!! S'21-DURCH!).
Aber: Lieber "nur" einen Prellbock etwas gelupft und verschoben, statt das ganze Gleisfeld nach unten gedrückt. Unten residieren die unabwägbaren Gefahren, die, man höre und staune, (Amtsblattbericht 12.2.'10) sogar oberirdisch ansetzen. In Korntal und engster Umgebung, so daß sogar für einige Zeit der Streckenabschnitt von Zuffenhausen-Korntal gesperrt werden muß. Was kann wohl (fast) einzig dafür verantwortlich gemacht werden? Richtig, der Gipskeuper. Es wurden in den frühen (bis mittleren 90'ern) in der Stettiner Straße postmoderne Wohnbauten hochgezogen. Leicht ließ sich Gips (Marienglas/Gekrösegips...) in Stückchen finden. In der Umgebung: Ackerland, also Lettenkeuper. Demnach ist der betroffene Streckenabschnitt in den Grundgipsschichten (km1gg) gelegen. Nehme an, die Reparatur wird, falls sie schnellstens in niederschlagsarmer Zeit stattfindet, "gut" beendet sein können (ohne Nachhall). Aber: Wenn die Senkungen des Geländes schon oberirdisch stattfindet, kann man sich die Tunnelrisiken vorstellen, wenn der "volle" Grundgips (Tiefbahnhofsröhren!) angefahren wird. Ist erneut Beweis für die Sinnlosigleit '21.
Erst recht, wenn der Kommentar "Innenstadtbewohnerin" gelesen wurde. Ich pflichte voll bei: Die Platzhirsche, die unsere Stadt verstänkern, und eh kaum bremsen brauchen, in den Schnelltunnel runter, dazugestopft solche Platzhirsche, die anderen, Eingesessenen, (ich: fast 1/2 Jahrhundert! ; betroffen) die raren Wohnungen mittels Eigenbedarfsjoker unter Händen und Füßen wegziehen und nicht wissen (WOLLEN), ob der (die) (fast) machtlos davon Betroffene(n) damit in den "unheilbaren (-auch -vollen)" Abgrund gesogen werden, in solch rücksichtslosem Kapitalismus, wie er momentan betrieben wird! Den Betroffenen gebt "Fluchtpunkte" fürs Auge: Landschaften, Bäume,...im Zug, damit nicht auch noch der Transport an die "Endzeit" erinnert.
An jetzt alle "Betroffenen": Denkt mal (nach,ob...)!
Salem!
Aber: Lieber "nur" einen Prellbock etwas gelupft und verschoben, statt das ganze Gleisfeld nach unten gedrückt. Unten residieren die unabwägbaren Gefahren, die, man höre und staune, (Amtsblattbericht 12.2.'10) sogar oberirdisch ansetzen. In Korntal und engster Umgebung, so daß sogar für einige Zeit der Streckenabschnitt von Zuffenhausen-Korntal gesperrt werden muß. Was kann wohl (fast) einzig dafür verantwortlich gemacht werden? Richtig, der Gipskeuper. Es wurden in den frühen (bis mittleren 90'ern) in der Stettiner Straße postmoderne Wohnbauten hochgezogen. Leicht ließ sich Gips (Marienglas/Gekrösegips...) in Stückchen finden. In der Umgebung: Ackerland, also Lettenkeuper. Demnach ist der betroffene Streckenabschnitt in den Grundgipsschichten (km1gg) gelegen. Nehme an, die Reparatur wird, falls sie schnellstens in niederschlagsarmer Zeit stattfindet, "gut" beendet sein können (ohne Nachhall). Aber: Wenn die Senkungen des Geländes schon oberirdisch stattfindet, kann man sich die Tunnelrisiken vorstellen, wenn der "volle" Grundgips (Tiefbahnhofsröhren!) angefahren wird. Ist erneut Beweis für die Sinnlosigleit '21.
Erst recht, wenn der Kommentar "Innenstadtbewohnerin" gelesen wurde. Ich pflichte voll bei: Die Platzhirsche, die unsere Stadt verstänkern, und eh kaum bremsen brauchen, in den Schnelltunnel runter, dazugestopft solche Platzhirsche, die anderen, Eingesessenen, (ich: fast 1/2 Jahrhundert! ; betroffen) die raren Wohnungen mittels Eigenbedarfsjoker unter Händen und Füßen wegziehen und nicht wissen (WOLLEN), ob der (die) (fast) machtlos davon Betroffene(n) damit in den "unheilbaren (-auch -vollen)" Abgrund gesogen werden, in solch rücksichtslosem Kapitalismus, wie er momentan betrieben wird! Den Betroffenen gebt "Fluchtpunkte" fürs Auge: Landschaften, Bäume,...im Zug, damit nicht auch noch der Transport an die "Endzeit" erinnert.
An jetzt alle "Betroffenen": Denkt mal (nach,ob...)!
Salem!
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