Kammertheater
Harfouch inszeniert in Stuttgart
dpa/lsw, veröffentlicht am 06.02.2010
Berlin/Stuttgart - Die Schauspielerin Corinna Harfouch bringt Marguerite Duras' "Der Schmerz" auf die Bühne. Das Stück, in dem Harfouch auch selbst die Hauptrolle spielt, entsteht als Koproduktion des Deutschen Theaters Berlin und des Schauspiels Stuttgart. Premiere ist am 11. April im Kammertheater in Stuttgart. Nach der ersten Aufführung dort werde die Inszenierung ab dem 29. Mai in Berlin gezeigt, sagte DT-Intendant Ulrich Khuon am Donnerstag.
"Der Schmerz" erzählt von einer Frau, die im Frühjahr 1945 in Paris auf die Rückkehr ihres Mannes aus einem Konzentrationslager der Nazis wartet. Als Musiker wird bei Harfouchs Inszenierung auch ihr Sohn Johannes Gwisdek auf der Bühne stehen. Die wartende Frau ist eine junge Schriftstellerin, die unter dem Namen Marguerite Duras weltberühmt wird. Ihr Mann ist wie sie Mitglied einer französischen Widerstandsgruppe. Nach der Verhaftung von Robert, ihrem Mann, und der anschließenden Deportation nach Deutschland, beginnt das Warten, bis Robert endlich von Freunden erkannt und gerettet wird. Robert ist nicht im Graben gestorben, wie es sich Marguerite immer wieder vorstellt. Aber er ist kaum noch am Leben, als er im Konzentrationslager gefunden wird. Er ist ausgehungert, krank, nicht wiederzuerkennen. Nach dem Warten beginnt für die Frau der Kampf um das Überleben ihres Mannes, der ihr nah und fremd zugleich ist.
Duras beschreibt mit deutlicher Klarheit das ganz persönliche Martyrium jener Wochen des Wartens und Hoffens am Ende des Krieges. Gleichzeitig entsteht in ihren Tagebuchaufzeichnungen, die sie erst 1985 veröffentlichte, das Porträt einer Generation, die lernen muss, mit den Verbrechen der Nazidiktatur zu leben, ohne sie zu verdrängen.
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Duras beschreibt mit deutlicher Klarheit das ganz persönliche Martyrium jener Wochen des Wartens und Hoffens am Ende des Krieges. Gleichzeitig entsteht in ihren Tagebuchaufzeichnungen, die sie erst 1985 veröffentlichte, das Porträt einer Generation, die lernen muss, mit den Verbrechen der Nazidiktatur zu leben, ohne sie zu verdrängen.
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