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VfB Stuttgart

Wann muss ein neues Saisonziel her?

Heiko Hinrichsen, veröffentlicht am 07.02.2010
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Foto: dpa

Nürnberg - Wenn Horst Heldt bockig wird, tut er dies gerne auf eine genüssliche Art. Und nach dem etwas glücklichen 2:1-Erfolg des VfB in Nürnberg, dem fünften Sieg im sechsten Spiel nach dem Trainerwechsel von Markus Babbel zu Christian Gross, war es wieder soweit: Da lehnte sich Horst Heldt im Pressestübchen des FCN locker an die Wand, verschränkte die Arme, grinste amüsiert – und legte wieder dieselbe Platte auf: "Solange wir keine 40 Punkte auf dem Konto haben", so Horst Heldt monoton, "ist unser einziges Saisonziel der Klassenverbleib."


Beim Blick auf die Statistik ist diese Aussage des Managers sehr defensiv. Schließlich haben seit Einführung der Dreipunkteregel 1995 stets 38 Punkte für den Klassenverbleib gereicht. Außerdem hat der VfB bereits 28 Zähler auf dem Konto – und es stehen noch 13 Spieltage an. Zudem profitiert der Club vom fast traditionellen Lauf nach der Winterpause. So hat der VfB zuletzt in sechs Partien 16 Punkte geholt und rangiert hinter den in der Differenz um ein Tor besseren, punktgleichen Bayern auf Rang zwei der Rückrundentabelle. Daher finden andere, etwa der Torwart Jens Lehmann, man müsse jetzt "mal gucken, was in dieser Saison noch so nach oben geht."

Dem VfB hat es diesmal nicht am Glück gemangelt


Heldt bleibt dagegen stur – und verweist auf die drohende Abstiegsgefahr, die es nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit für die Stuttgarter eigentlich gar nicht mehr gibt. Doch als Praktiker ist Heldt gut beraten, den verbalen Ball flach zu halten. So wird er vorerst einen Teufel tun, bereits ein neues Saisonziel zu formulieren. "Man muss das Spiel in Nürnberg auch richtig lesen können", sagte er nach der Partie beim Vorletzten, "das war für mich Abstiegskampf pur. Die Nürnberger waren exzellent. Aber unsere Jungs haben vor allem super gefightet – und das hat mir imponiert." Doch letztlich, und dass wollte der Manager in seiner Analyse vielleicht mit dem amüsierten Lächeln zum Ausdruck bringen, ist die limitierte Nürnberger Equipe eben ein anderes spielerisches Kaliber als etwa der HSV, den der VfB am nächsten Samstag empfängt.

Zudem hat es dem VfB in Nürnberg, anders in vielen Vorrundenspielen, diesmal auch nicht am Glück gefehlt. Wie Heldt möchte daher auch der Interimskapitän Sami Khedira, der beide Stuttgarter Tore durch Timo Gebhart (22.) und Roberto Hilbert (87.) per Querpass vorbereitete, (noch) nichts von einem Angriff auf die internationalen Plätze wissen. Und das, obwohl der Rückstand auf Rang sechs nur noch drei Punkte beträgt. Diese Platzierung würde am Saisonende zur Teilnahme an der Europa League berechtigen, sollten beide DFB-Pokalfinalisten in der Abschlusstabelle der Bundesliga unter den ersten Fünf zu finden sein. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der FC Bayern und Schalke 04 ihre derzeitigen Plätze hielten und es zugleich beide bis Berlin schaffen würden. "Mir geht das alles zu schnell", sagt Khedira aber zur aktuellen Lage, "innerhalb von drei Wochen kann kein Spieler mental umstellen vom Abstiegskandidaten zum Europapokalanwärter."

Für Gross läuft es exzellent


Und so will man beim VfB trotz der jüngsten Erfolgserie erstmal keine neuen Hoffnungen bei den Fans wecken. Weil erstens die Gefahr besteht, diese letztlich nicht erfüllen zu können. Außerdem sind gerade bei Horst Heldt und seinen Vorstandskollegen die Turbulenzen rund um die Vorrundentalfahrt mitsamt Babbel-Trennung noch zu präsent, um nun in Jubelarien auszubrechen. Auch der Trainer verspürt verständlicherweise keine Not, am Status quo etwas zu drehen. Als Retter im Abstiegskampf geholt, läuft es für den noch ungeschlagenen Bundesliganovizen Christian Gross bisher exzellent. "Wir hatten unsere Probleme mit den Nürnbergern. Der Sieg war ein bisschen glücklich – aber aufgrund der Torchancen nicht unverdient", sagte der neunfache Schweizer Trainer des Jahres, der sich mit einer Kurskorrektur selbst nur unnötig unter Zugzwang setzen würde.

Zumal es im Team trotz des Höhenflugs einige Fragezeichen gibt: Die zuletzt guten Sturmspitzen Ciprian Marica und Pawel Progrebnjak blieben diesmal stumpf, während bei Stefano Celozzi und Timo Gebhart bekannte Schwächen im Defensivverhalten auftraten. Der vormals als Regisseur geholte Topverdiener Alexander Hleb kämpfte zwar, war aber erneut weit davon entfernt, ein Impulsgeber im VfB-Spiel zu sein. Wieder ging der Weißrusse nach einer Stunde Spielzeit erschöpft vom Feld. So dürfte die Einschätzung des Trainers Gross eine realistische sein: "Wir freuen uns auf das HSV-Spiel. Es wird zeigen, wohin unsere Reise geht." Im Fall von Horst Heldt könnte ein Erfolg über den HSV gar dazu führen, das Saisonziel zu überdenken.


Kommentare (8)
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Micha,
10.02.2010
Saisonziel: S21 stoppen
Es kann nur ein Ziel geben: S21 muß gestoppt werden. Die Lügenbarone Schuster, Drexler, Oettinger und Co. müssen zum Momd geschossen werden.
Der Widerstand geht weiter...
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