Bistro "Nem" in Stuttgart-Feuerbach
Günstiges Thai-Curry mit Möhren
Thea Bracht, veröffentlicht am 15.02.2010
Feuerbach - Vietnamesisch-chinesische Küche? Wenn Speisen aus mehreren Ländern angeboten werden, ist das meist kein gutes Zeichen. Ein italienischer Pizzabäcker etwa, der auch indische oder mexikanische Gerichte anliefert, überzeugt selten durch herausragende Qualität. Skeptisch steigen wir die Stufen in die erste Etage hoch - und sehen hell gefliesten Boden, einen etwas abgenutzten Teppichboden, Tischläufer aus rotem Wachstuch und eine weiße Decke mit Stuckimitat.
Was uns hier wohl erwartet? Zumindest ein besonders schneller Service. Der Bistro-Betreiber, der früher als Chemiefacharbeiter in der DDR gearbeitet hat, erscheint sogleich mit der Speisekarte und bringt auch das Thai-Bier Singha (2,50 Euro) und die große Apfelsaftschorle (2,50 Euro) in Windeseile. Dabei sieht er wirklich müde aus. Seit der Eröffnung des Lokals im November 2009 hat das Ehepaar Nguyen quasi ununterbrochen durchgearbeitet. Jeden Tag bedienen und bekochen die beiden ihre Gäste - und das alles mit einer so zurückhaltenden Freundlichkeit, dass man nur staunen kann.
Als wir die Speisekarte durchblättern, fühlen wir uns fast wie in Asien: Schon für 2 Euro bekommt man eine Vorspeise, das Mittagsmenü ab 3,80 Euro. Haben wir in Stuttgart jemals so günstig gegessen? Wir entscheiden uns für eine Gemüsesuppe (2 Euro) und für eine typisch vietnamesische Spezialität: Reispapier, gefüllt mit Reisnudeln, Schweinefleisch und frischem Gemüse (Nem Cuon, 3 Euro). In der Gemüsesuppe schwimmt frisches Gemüse, nur dass die Brühe ein Fleischaroma hat, irritiert uns. Dagegen sind die Nem ordentlich. Kopfsalat und frischer Koriander geben den Reispapierrollen eine frische Note. Schön wäre es nur gewesen, wenn die süße Chilisauce als Dip in einem Extra-Schälchen serviert worden wäre. Stattdessen sind die Rollen fertig damit gewürzt.
Vegetarier haben es in diesem Bistro nicht leicht. Das Angebot ist überschaubar und ein Gericht eindeutig nicht zu empfehlen. Der gebratene Tofu in frischer hausgemachter Tomatensauce (5,90 Euro) ist zu fett - und der Sauce fehlt jede Raffinesse. Pikant gewürzt ist dagegen das Hühnerfleisch mit Thai-Curry und Gemüse (7 Euro). Wer Mini-Auberginen, frisches Thai-Basilikum und andere spezielle asiatische Zutaten erwartet, der muss jedoch mehr Geld ausgeben. Im Nem gibt es eher die günstige Curry-Variante mit Möhren und leider auch Glutamat.
Als Trost gönnen wir uns Eis mit Litschi - drei leckere Kugeln für 2,50 Euro - und gebackene Ananas (2,50 Euro). Am meisten freuen wir uns über die Rechnung - 33,50 Euro für zwei komplette Menüs und mehrere Getränke.
KÜCHE: * * *
SERVICE: * * * *
AMBIENTE: * *
* * * * * = herausragend, * * * * = überdurchschnittlich, * * * = gut, * * = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
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Nicht zu überhören ist der Zimmerspringbrunnen. Hier plätschert das Wasser aus einem Rad von einem Felsen auf den nächsten. Das Ganze ist bunt illuminiert. Eigentlich fehlt nur noch ein riesiges Hologramm an der Wand. Stattdessen staunen wir über eine Fototapete mit sattgrüner Landschaft und ein Ho-Chi-Minh-Portrait.
Das Bistro bietet einen schnellen Service
Was uns hier wohl erwartet? Zumindest ein besonders schneller Service. Der Bistro-Betreiber, der früher als Chemiefacharbeiter in der DDR gearbeitet hat, erscheint sogleich mit der Speisekarte und bringt auch das Thai-Bier Singha (2,50 Euro) und die große Apfelsaftschorle (2,50 Euro) in Windeseile. Dabei sieht er wirklich müde aus. Seit der Eröffnung des Lokals im November 2009 hat das Ehepaar Nguyen quasi ununterbrochen durchgearbeitet. Jeden Tag bedienen und bekochen die beiden ihre Gäste - und das alles mit einer so zurückhaltenden Freundlichkeit, dass man nur staunen kann.
Als wir die Speisekarte durchblättern, fühlen wir uns fast wie in Asien: Schon für 2 Euro bekommt man eine Vorspeise, das Mittagsmenü ab 3,80 Euro. Haben wir in Stuttgart jemals so günstig gegessen? Wir entscheiden uns für eine Gemüsesuppe (2 Euro) und für eine typisch vietnamesische Spezialität: Reispapier, gefüllt mit Reisnudeln, Schweinefleisch und frischem Gemüse (Nem Cuon, 3 Euro). In der Gemüsesuppe schwimmt frisches Gemüse, nur dass die Brühe ein Fleischaroma hat, irritiert uns. Dagegen sind die Nem ordentlich. Kopfsalat und frischer Koriander geben den Reispapierrollen eine frische Note. Schön wäre es nur gewesen, wenn die süße Chilisauce als Dip in einem Extra-Schälchen serviert worden wäre. Stattdessen sind die Rollen fertig damit gewürzt.
Drei Kugeln Eis für 2,50 Euro
Vegetarier haben es in diesem Bistro nicht leicht. Das Angebot ist überschaubar und ein Gericht eindeutig nicht zu empfehlen. Der gebratene Tofu in frischer hausgemachter Tomatensauce (5,90 Euro) ist zu fett - und der Sauce fehlt jede Raffinesse. Pikant gewürzt ist dagegen das Hühnerfleisch mit Thai-Curry und Gemüse (7 Euro). Wer Mini-Auberginen, frisches Thai-Basilikum und andere spezielle asiatische Zutaten erwartet, der muss jedoch mehr Geld ausgeben. Im Nem gibt es eher die günstige Curry-Variante mit Möhren und leider auch Glutamat.
Als Trost gönnen wir uns Eis mit Litschi - drei leckere Kugeln für 2,50 Euro - und gebackene Ananas (2,50 Euro). Am meisten freuen wir uns über die Rechnung - 33,50 Euro für zwei komplette Menüs und mehrere Getränke.
Bistro Nem
, Grazer Straße 27, Stuttgart-Feuerbach, Tel. 0711/50 885033. Geöffnet täglich von 11.30 bis 22.30Uhr.Bewertung
KÜCHE: * * *
SERVICE: * * * *
AMBIENTE: * *
* * * * * = herausragend, * * * * = überdurchschnittlich, * * * = gut, * * = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
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