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Hauptbahnhof

Der Bonatz-Erbe klagt

veröffentlicht am 06.02.2010
Foto: Zweygarth

Stuttgart - Jetzt steht es fest: vor der 17. Zivilkammer des Stuttgarter Landgerichts wird von 22. April an die Klage des Bonatzenkels Peter Dübbers gegen die Deutsche Bahn verhandelt. Wie berichtet, richtet sich die Klage gegen den im Zuge des Baus von Stuttgart 21 geplanten Abriss von Teilen des Hauptbahnhofs. Sowohl der Wegfall der beiden Seitenflügel als auch der Treppenanlage in der großen Schalterhalle wird von Dübbers als Verstoß gegen das Urheberrecht gewertet. Dieses Recht war vom 1956 verstorbenen Bahnhofsarchitekten Paul Bonatz auf die Erben übergegangen, es erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.


In einer Pressemitteilung des Landgerichts heißt es, die Klage richte sich ausdrücklich nicht gegen die Umwandlung des von Dübbers' Großvater erbauten Hauptbahnhofs in einen tiefergelegten Durchgangsbahnhof. Vielmehr gehe es ihm ausschließlich "um die vollständige Integrität und den Erhalt" des Bauwerks. Der Bonatzerbe selbst betonte, im Fall eines Erfolges in erster Instanz könne man noch vor dem Abriss der Seitenflügel einen großen öffentlichen Druck auf die Stuttgart-21-Projektpartner ausüben.

Auf ein Eilverfahren, das den noch für dieses Jahr vorgesehenen Abriss der Seitenflügel möglicherweise hätte verhindern können, hatte Dübbers aufgrund des hohen Kostenrisikos verzichtet. Im Fall einer Niederlage im sogenannten Hauptsacheverfahren hätte der Kläger mit Schadenersatzforderungen in dreistelliger Millionenhöhe seitens der Bahn rechnen müssen. Aber auch jetzt ist das finanzielle Risiko beträchtlich. Das Gericht hat den Streitwert auf eine Million Euro festgesetzt. Dübbers erklärte inzwischen, er gehe im Falle eines Prozesses durch drei Instanzen von Kosten in Höhe von 250000 Euro aus. Nachdem er aus der Bevölkerung große Unterstützung erfahren und die Bereitschaft verspürt habe, sich an den Prozesskostenrisiken zu beteiligen, habe er nun ein sogenanntes Unterstützerkonto mit einem Sockelbetrag in Höhe von 25000 Euro eröffnet. Weitere Informationen zu den Erfolgsaussichten der Klage und zu den Prozessspenden geben Dübbers und sein Anwalt, der Kölner Urheberrechtsspezialist Rainer Jacobs, am kommenden Montag von 19Uhr an bei einer Veranstaltung im Großen Sitzungssaal des Rathauses bekannt.

Bereits um 18 Uhr beginnt vor dem Nordausgang des Hauptbahnhofs eine weitere sogenannte Montagsdemonstration der Projektgegner. Bei der halbstündigen Kundgebung sprechen Tom Adler, Daimler-Betriebsrat und Stadtrat der Linken,die Grünen-Kreisvorsitzende Irmela Neipp-Gereke sowie der Stuttgarter Poetry-Slam-Dichter Timo Brunke.


Kommentare (126)
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Gisbert,
16.02.2010
vielleicht so?
wie heute im ksta zu lesen ist:

http://www.ksta.de/html/artikel/1265965865786.shtml

Klüngel oder Vetterleswirtschaft, alles der gleiche Sumpf!
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