Baden-Württemberg
SPD und Grüne wollen Steuer-CD
dpa, veröffentlicht am 09.02.2010
Stuttgart - Das Land Baden-Württemberg muss aus Sicht der Oppositionsparteien SPD und Grüne die angebotenen Daten von Steuersündern möglichst rasch kaufen. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel sagte am Dienstag in Stuttgart: "Die Steuerdaten gehören dem Staat." Deshalb gebe es auch keinen Zweifel daran, dass es rechtmäßig sei, eine CD mit den Daten von Steuerhinterziehern zu kaufen. Die Grünen brachten einen Antrag in den Landtag ein, in dem das Finanzministerium aufgefordert wird, die angebotene CD mit steuerrechtlich relevanten Vorgängen mit Bezug zu Baden-Württemberg "unverzüglich zu erwerben". Finanzminister Willi Stächele (CDU) sagte, der Kauf werde noch geprüft: "Ich denke, dass wir in den nächsten Wochen entscheiden können."
Die CDU/FDP-Koalition war in der Abstimmung über den Antrag unterlegen. Beide Regierungsfraktionen hatten den SPD-Antrag als unzulässig angesehen. Dennoch ließ Vize-Landtagspräsident Wolfgang Drexler (SPD) die Abstimmung zu. In ihrer Unsicherheit votierten dann die meisten Abgeordneten der Koalition mit Enthaltung.
Schmiedel warf nun der CDU/FDP-Mehrheit "Arroganz der Macht" vor. Die Koalition habe am vergangenen Freitag versucht, die Debatte über den Kauf von Steuersünderdaten zu verhindern: "Das geht gegen den Geist der Verfassung." Zur Kontrolle der Regierung durch das Parlament gehöre auch das Recht der Opposition, Anträge zu stellen. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Winfried Kretschmann sagte, es dürfe nicht so sein, dass die schwarz-gelbe Mehrheit Anträge, die ihr nicht passen, für unzulässig erklärt.
Landtagspräsident Peter Straub (CDU) betonte, er habe den SPD- Antrag stets für zulässig gehalten. Es habe am Freitag auch keine anderslautende Absprache mit CDU-Fraktionschef Stefan Mappus gegeben, sagte Straub nach einer Sitzung des Landtagspräsidiums. Mappus hatte dagegen am Freitag gesagt, es gebe eine Vereinbarung mit Straub, dass "diese Abstimmung deshalb so nicht stattfindet, weil sie nicht zulässig ist".
Dazu erklärte Mappus am Dienstag, er habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, mit dem Präsidenten vereinbart zu haben, dass die Abstimmung nicht stattfinde, weil sie nicht zulässig sei. Es habe Einvernehmen darüber bestanden, dass über die Zulässigkeit abgestimmt werde.
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Der designierte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sagte zur Frage, ob das Land die angebotenen Daten kauft: "Ich habe einerseits ein flaues Gefühl dabei, weil der Staat bestimmte Dinge in Ansätzen macht, die er seinen Bürgern verbietet. Umgekehrt sehe ich die Notwendigkeit, wenn es rechtssicher ist, auf das Thema zuzugehen." Jeder Einzelfall müsse sorgfältig geprüft werden. Deshalb sei die CDU auch am Freitag gegen den SPD-Antrag gewesen, der generell einen "Blankoscheck" zum Kauf von Steuersünderdaten bedeutet hätte.
Die CDU/FDP-Koalition war in der Abstimmung über den Antrag unterlegen. Beide Regierungsfraktionen hatten den SPD-Antrag als unzulässig angesehen. Dennoch ließ Vize-Landtagspräsident Wolfgang Drexler (SPD) die Abstimmung zu. In ihrer Unsicherheit votierten dann die meisten Abgeordneten der Koalition mit Enthaltung.
Schmiedel warf nun der CDU/FDP-Mehrheit "Arroganz der Macht" vor. Die Koalition habe am vergangenen Freitag versucht, die Debatte über den Kauf von Steuersünderdaten zu verhindern: "Das geht gegen den Geist der Verfassung." Zur Kontrolle der Regierung durch das Parlament gehöre auch das Recht der Opposition, Anträge zu stellen. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Winfried Kretschmann sagte, es dürfe nicht so sein, dass die schwarz-gelbe Mehrheit Anträge, die ihr nicht passen, für unzulässig erklärt.
Landtagspräsident Peter Straub (CDU) betonte, er habe den SPD- Antrag stets für zulässig gehalten. Es habe am Freitag auch keine anderslautende Absprache mit CDU-Fraktionschef Stefan Mappus gegeben, sagte Straub nach einer Sitzung des Landtagspräsidiums. Mappus hatte dagegen am Freitag gesagt, es gebe eine Vereinbarung mit Straub, dass "diese Abstimmung deshalb so nicht stattfindet, weil sie nicht zulässig ist".
Dazu erklärte Mappus am Dienstag, er habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, mit dem Präsidenten vereinbart zu haben, dass die Abstimmung nicht stattfinde, weil sie nicht zulässig sei. Es habe Einvernehmen darüber bestanden, dass über die Zulässigkeit abgestimmt werde.
Kommentare (10)
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Ulrich Hofmann,
10.02.2010
@Hrolf - Sie machen es sich zu einfach!
Staatsverachtend, ach ja? Gut, wenn Sie meinen! Haben Sie sich mal die Zahlen angesehen, die es zu den Steuerzahlern gibt? 50 % der Bevölkerung in D. zahlen gar keine Steuern! 10 % der Bevölkerung zahlen 50 % des Steueraufkommens in D. Tolle Zahlen, oder? Und das wird dann noch als Steuergerechtigkeit verkauft! Und die Starken sollen gefälligst die Schwachen unterstützen! Selbstverständlich! Aber ja keine Gegenleistung verlangen! Nur nicht die mangelnde Bereitschaft der 50 % beklagen, die nichts an der eigenen Situation ändern zu wollen! Wer tritt einem Jugendlichen mal gegen das Schienbein, wenn der verkündet, er habe als Berufswunsch - Harzer - ! Wer stoppt Leute in Talkshows, die seit 25 Jahren arbeitslos sind? Staatsverachtend nennen sie mein Schreiben? Was ist denn ein Staat wert, der solche Entwicklungen zuläßt? Wir holen uns die halbe Welt ins Land, ohne auf entsprechende Gegenleistungen zu bestehen! Bereicherung wird das dann noch genannt! Toll! Haben Sie sich mal vor Augen geführt, wie viele gut ausgebildete Fachkräfte D. jedes Jahr den Rücken kehren, weil sie hier keine Perspektieve mehr sehen! Tolle Leistung der Politik, finden sie nicht auch? Was braucht der von Ihnen offensichtlich so geliebte Staat? Klare, einfache Grundsätze: Leistung muß sich lohnen! Wer arbeitet muß etwas davon haben! Wer nicht arbeitet hat ein Problem! Und wer nicht arbeitet und kein Staatsbürger oder Einwohner der EU ist, wird höflich gebeten nach Hause zu gehen! Jeder, der ein Einkommen hat, zahlt seine Steuern, aber eben alle, nicht nur 50% (sind Sie jetzt beruhigt?). Dann streichen wir noch die ganzen Steuermätzchen, und machen das ganze System transparenter! So einfach geht das! Und haben Sie jetzt noch ein Problem? Ich jedenfalls nicht! (Ach übrigens, ich finde Frau Palin sehr sympatisch! Die würde ich gerne gegen einige unserer Politdamen eintauschen! Dann käme Bewegung in unsere ach so soziale Gesellschaft!
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