Metzingen
Das Mekka des Fabrikverkaufs
dpa/lsw, veröffentlicht am 28.03.2003
Metzingen - Den Schnäppchenjägern ist kein Weg zu weit: Japaner fliegen mit dem Jet, Briten fahren mit der Bahn, Skandinavier kommen in Bussen, die Mitteleuropäer reisen mit dem Auto an. Sie alle haben ein Ziel: Günstig einkaufen in Metzingen, dem Mekka des Fabrikverkaufs in Deutschland.
"Wir haben eine weltweite Kundschaft", sagt Jochen Krohmer, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Fast die Hälfte der Kunden kommt allerdings aus Baden-Württemberg. Ein Drittel der Klientel, jung, gut situiert, gebildet und mobil, sind Stammkunden. Inzwischen bieten im Schnäppchen-Paradies am Rande der Schwäbischen Alb fast 50 so genannte Factory Outlet Center (FOC) ihre Produkte an.
Von der lokalen Seifenfabrik bis zur Weltfirma Hugo Boss locken viele Firmen die Kunden an, darunter Bogner, Escada, Esprit, Chiemsee, Hilfiger, Jil Sander, Joop, Lacoste, Levis, Nike, Oilily, Polo Ralph Lauren, Reusch und Strenesse. Angefangen hatte das Metzinger Wirtschaftswunder vor mehr als 20 Jahren mit dem Verkauf des Herrenschneiders für Betriebsangehörige und Leuten mit guten Beziehungen. "Boss ist immer noch der Magnet. Er bringt 80 Prozent der Einkäufer", erklärt Krohmer. Diese kaufen dann auch fleißig bei anderen Anbietern ein - und zwar extrem billiger: Das "Geiz ist Geil"-Angebot reicht von Anzügen bis zum Ziegenfell. Gespart werden können zwischen 20 und 80 Prozent des Normalpreises.
Wie viele "smart shopper", wie Marktforscher diesen Konsumententyp bezeichnen, in die Läden stürmen, lässt sich nur schätzen. Die Stadt geht von etwa 5000 Besuchern am Tag aus, es werden täglich 1500 bis 2000 Pkw gezählt, berichtet Krohmer. An Feier- und Brückentagen vervielfache sich diese Zahl. "Wenn in Frankreich Nationalfeiertag ist, sieht man nur Autos mit blauen und gelben Nummern." Auch wenn die Schulferien beginnen und enden, klebt Stoßstange an Stoßstange.
Von den Geschäften profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch die 22.500 Einwohner zählende Stadt und das Umland. Zwischen drei und sechs Stunden bleibt der Einkäufer in Metzingen und lässt nach einer Berechnung der Universität Regensburg 20 Euro in der Stadt und 12,40 Euro in der Region liegen, zum Beispiel in Gaststätten und Cafés in der Innenstadt oder an Tankstellen. Der Fabrikverkauf schaffe zudem Arbeitsplätze am Ort, erklärt Krohmer, nicht nur bei der Hugo Boss AG, die an ihrem Stammsitz 1500 Menschen beschäftigt.
"Wir haben eine weltweite Kundschaft", sagt Jochen Krohmer, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Fast die Hälfte der Kunden kommt allerdings aus Baden-Württemberg. Ein Drittel der Klientel, jung, gut situiert, gebildet und mobil, sind Stammkunden. Inzwischen bieten im Schnäppchen-Paradies am Rande der Schwäbischen Alb fast 50 so genannte Factory Outlet Center (FOC) ihre Produkte an.
Von der lokalen Seifenfabrik bis zur Weltfirma Hugo Boss locken viele Firmen die Kunden an, darunter Bogner, Escada, Esprit, Chiemsee, Hilfiger, Jil Sander, Joop, Lacoste, Levis, Nike, Oilily, Polo Ralph Lauren, Reusch und Strenesse. Angefangen hatte das Metzinger Wirtschaftswunder vor mehr als 20 Jahren mit dem Verkauf des Herrenschneiders für Betriebsangehörige und Leuten mit guten Beziehungen. "Boss ist immer noch der Magnet. Er bringt 80 Prozent der Einkäufer", erklärt Krohmer. Diese kaufen dann auch fleißig bei anderen Anbietern ein - und zwar extrem billiger: Das "Geiz ist Geil"-Angebot reicht von Anzügen bis zum Ziegenfell. Gespart werden können zwischen 20 und 80 Prozent des Normalpreises.
Wie viele "smart shopper", wie Marktforscher diesen Konsumententyp bezeichnen, in die Läden stürmen, lässt sich nur schätzen. Die Stadt geht von etwa 5000 Besuchern am Tag aus, es werden täglich 1500 bis 2000 Pkw gezählt, berichtet Krohmer. An Feier- und Brückentagen vervielfache sich diese Zahl. "Wenn in Frankreich Nationalfeiertag ist, sieht man nur Autos mit blauen und gelben Nummern." Auch wenn die Schulferien beginnen und enden, klebt Stoßstange an Stoßstange.
Von den Geschäften profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch die 22.500 Einwohner zählende Stadt und das Umland. Zwischen drei und sechs Stunden bleibt der Einkäufer in Metzingen und lässt nach einer Berechnung der Universität Regensburg 20 Euro in der Stadt und 12,40 Euro in der Region liegen, zum Beispiel in Gaststätten und Cafés in der Innenstadt oder an Tankstellen. Der Fabrikverkauf schaffe zudem Arbeitsplätze am Ort, erklärt Krohmer, nicht nur bei der Hugo Boss AG, die an ihrem Stammsitz 1500 Menschen beschäftigt.
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