STUTTGART
Spionage verursacht Milliardenschäden
Andreas Schröder, veröffentlicht am 14.10.2004
Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen in Baden-Württemberg waren einer Studie zufolge bereits Opfer von Wirtschaftsspionage. Das Gefährdungspotenzial für Produktideen und Produktionskenntnisse sowie Kundendaten wird auf etwa sieben Milliarden Euro pro Jahr in Baden-Württemberg und bundesweit auf 50 Milliarden Euro geschätzt, sagte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech, der die Studie gemeinsam mit Wirtschaftsminister Ernst Pfister vorstellte.
Für die Studie der Universität Lüneburg wurden 400 technologieorientierte Unternehmen in Baden-Württemberg mit einem Jahresumsatz von insgesamt 29 Milliarden Euro befragt. Dies entspreche zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Baden-Württemberg, hieß es. Auftraggeber der Studie ist das Sicherheitsforum, dem Firmen, Forschungseinrichtungen, Verbände, Kammern und Behörden im Land angehören.
Am häufigsten spionieren die eigenen Mitarbeiter das Wissen der Betriebe aus, gefolgt von inländischen Konkurrenz- oder Kooperationsunternehmen sowie Partnern im Ausland. "Kleine, innovative Unternehmen mit einem großen Wettbewerbsvorteil sind überproportional gefährdet, vor allem dann, wenn sie mit neuen Produkten und zukunftsweisenden Kleinstserienfertigungen international agieren und nur wenig Konkurrenz haben", sagte Pfister. Gefahr drohe den baden-württembergischen Unternehmen in erster Linie von den wichtigsten Handelspartnern - Ländern im europäischen Ausland, USA/Kanada und Ländern aus Fernost. "Wirtschaftsspionage durch Nachrichtendienste und Konkurrenzausspähung können zu einer existenziellen Gefahr für die Wirtschaft werden", sagte der Wirtschaftsminister.
Die Unternehmen wissen nach Angaben von Egbert Kahle von der Universität Lüneburg oft nicht, wie viel ihnen durch die Spionage verloren gegangen ist, weil keine systematische Erfassung ihres Wissens existiert. Vielen Unternehmen sei auch nicht klar, wie anfällig ihre EDV-Systeme für unerwünschte Zugriffe seien. Schäden könnten nur verhindert werden, wenn Sicherheitsbehörden oder firmeninterne Beauftragte eingeschaltet würden, die die Tat verfolgten, den Fall analysierten und entsprechende Vorkehrungen ergriffen. Dazu zähle auch, Zuständigkeiten, Befugnisse und EDV-Kompetenzen zu regeln sowie die Mitarbeiter zu sensibilisieren. "Beschäftigte plaudern oft im Zug offen über interne Dinge", sagte Kahle. Informationsschutz sollte deshalb Aufgabe des Managements sein, forderte Pfister.
Doch Ursachen und Folgen der Wirtschaftsspionage würden unterschätzt, hieß es. Denn trotz der Bedrohung, Wissen an die Konkurrenz zu verlieren und so an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen, wenden die Betriebe Kahle zufolge nur wenig Mittel für Informationssicherheit auf: Zwei Drittel der Unternehmen geben weniger als 50 000 Euro pro Jahr aus, im Schnitt weniger als fünf Prozent der Gefährdungssumme. Die Bereitschaft zur Vorbeugung gegen Wirtschaftsspionage und damit gegen wirtschaftliche Schäden sei bei den befragten Unternehmen eher die Ausnahme, sagte er.
Für die Studie der Universität Lüneburg wurden 400 technologieorientierte Unternehmen in Baden-Württemberg mit einem Jahresumsatz von insgesamt 29 Milliarden Euro befragt. Dies entspreche zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Baden-Württemberg, hieß es. Auftraggeber der Studie ist das Sicherheitsforum, dem Firmen, Forschungseinrichtungen, Verbände, Kammern und Behörden im Land angehören.
Am häufigsten spionieren die eigenen Mitarbeiter das Wissen der Betriebe aus, gefolgt von inländischen Konkurrenz- oder Kooperationsunternehmen sowie Partnern im Ausland. "Kleine, innovative Unternehmen mit einem großen Wettbewerbsvorteil sind überproportional gefährdet, vor allem dann, wenn sie mit neuen Produkten und zukunftsweisenden Kleinstserienfertigungen international agieren und nur wenig Konkurrenz haben", sagte Pfister. Gefahr drohe den baden-württembergischen Unternehmen in erster Linie von den wichtigsten Handelspartnern - Ländern im europäischen Ausland, USA/Kanada und Ländern aus Fernost. "Wirtschaftsspionage durch Nachrichtendienste und Konkurrenzausspähung können zu einer existenziellen Gefahr für die Wirtschaft werden", sagte der Wirtschaftsminister.
Die Unternehmen wissen nach Angaben von Egbert Kahle von der Universität Lüneburg oft nicht, wie viel ihnen durch die Spionage verloren gegangen ist, weil keine systematische Erfassung ihres Wissens existiert. Vielen Unternehmen sei auch nicht klar, wie anfällig ihre EDV-Systeme für unerwünschte Zugriffe seien. Schäden könnten nur verhindert werden, wenn Sicherheitsbehörden oder firmeninterne Beauftragte eingeschaltet würden, die die Tat verfolgten, den Fall analysierten und entsprechende Vorkehrungen ergriffen. Dazu zähle auch, Zuständigkeiten, Befugnisse und EDV-Kompetenzen zu regeln sowie die Mitarbeiter zu sensibilisieren. "Beschäftigte plaudern oft im Zug offen über interne Dinge", sagte Kahle. Informationsschutz sollte deshalb Aufgabe des Managements sein, forderte Pfister.
Doch Ursachen und Folgen der Wirtschaftsspionage würden unterschätzt, hieß es. Denn trotz der Bedrohung, Wissen an die Konkurrenz zu verlieren und so an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen, wenden die Betriebe Kahle zufolge nur wenig Mittel für Informationssicherheit auf: Zwei Drittel der Unternehmen geben weniger als 50 000 Euro pro Jahr aus, im Schnitt weniger als fünf Prozent der Gefährdungssumme. Die Bereitschaft zur Vorbeugung gegen Wirtschaftsspionage und damit gegen wirtschaftliche Schäden sei bei den befragten Unternehmen eher die Ausnahme, sagte er.
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