Experimentell Wohnen Futuristisches Wohnobjekt
Wie richtet sich der Mensch in der Zukunft ein? Experimente von Künstlern und Architekten zeigen – eher luftig und klein.
11 Bilder
Foto Scheidegger & Spiess Verlag/Pinho
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Filmreifes Tiny House: Matti Suuronens „Futuro“ aus dem Jahr 1968. Wie Künstler und Architekten damals und heute über neuartige Wohnformen nachdachten und welche Entwürfe von ihnen stammen, ist in dem Buch „Open House“ nachzulesen. Die Bildergalerie zeigt weitere Ansichten experimenteller Wohngebilde.
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Ken Isaacs „Fun House“: der amerikanische Designer schrieb 1974 in ein Buch über modulare Häuser mit dem Titel „Wie man eigene Wohnstrukturen baut“ und zeigte dort auch Grundrisse und Produktionshinweise. Er entwarf flexible modulare Systeme,die sich nach den Bedürfnissen der Nutzer orientieren und niedrige Produktionskosten haben. Er unterrichtete an der Cranbrook Akademie experimentelle Architektur. Das „Fun House“ (1967) aus Metall- und Holzelementen sollte auf alles Überflüssige verzichten und mobil ohne Fundament aufstellbar sein und zugleich vor Hitze und Wind schützen, Schatten und Schutz bieten – ein Vorläufer der Tiny Houses.
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Matti Suuronens „Futuro“ von 1968. Der finnische Architekt (1933-2013) sollte ein schnell heizbares Gebilde bauen, das auch auf einem winterlichen Hang stehen könnte. Er war fasziniert von neuen Materialien, sein elliptische geformtes Häuschen, gebaut mit Materialien wie Fiberglasverstärktem Polyester und Polyurethanschaum sah freilich sehr anders als traditionelle Ski-Chalets. „Futuro“ war in zwei Tagen aufgebaut und konnte komplett von einem Helikopter auf den Berg gebracht werden. (Das Interieur mit Küche und Bad müsste extra transportiert werden). Einige Dutzend „Futuros“ wurden gebaut, das Ufo ähnliche Wohngebilde wurde auch für Film- und Fotoaufnahmen benützt. Als während der Ölkrise Plastik auf einmal teuer wurde und die ersten Umweltschützer gegen Kunststoff protestierten, sank das Ufo in der Gunst der Menschen. Die ersten Modelle sind längst im Museum in Rotterdam und München.
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Der niederländische Architekt Eduard Böhtlingk hat schon früh über ökologische, nachhaltige Lösungen beim Bauen nachgedacht. „De Markies“ wurde 1986 designt und 1995 gebaut. Das Besondere an dem Wohnwagen sind die schmetterlingshaft aufklappenden Markisen, die dem Wagen zwei zusätzliche Räume – einen sogar mit Ausblick – bescheren.
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Kronleuchter in der Luft am Heißluftballon: poetische Installation – Freiluftwohnzimmer und Anspielung an Lagerfeuer-Romantik, hier mit einem eleganten Dreh, von den Künstlern Maurizio Cattelan und Philippe Parreno aus dem Jahr 1996, das Projekt hießt „Dolce Utopia“.
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Von dem Studio Nice & Wise aus der Slowakei stammt das zwei Tonnen schwere „Ecocapsule“ aus dem Jahr 2014. Gedacht war es für Naturfreunde, Menschen, die in der Natur arbeiten und leben – eignet sich aber auch als Tiny House in der urbanen Landschaft. Der Innenraum (für zwei Personen geeignet) ist sehr kompakt und funktional gestaltet – und es funktioniert autark, kann autonom Elektrizität produzieren, das Wasserfiltersystem funktioniert ebenfalls sodass es nicht an ein Vertriebsnetz angeschlossen werden muss.
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Eher Installation als Raum ist „Cloud“ (2019) von der Künstlerin Joëlle Allet. Sie arbeitet mit den Elementen Wasser, Erde, Luft. Dank eines phosphorisierenden Pigments leuchtet die Wolke hellgelb, wenn es dunkel wird. Siebdruck auf Glas, das über dem Boden zu schweben scheint. Das rahmenlose Glas könnte Teil eines Heims sein, das sich aber mit der Natur mischt.
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Von der international bekannten Architektin Anupama Kundoo aus Indien: „Empower House“ (2021) : Über Metallstreben wird das Dach gefaltet, keine Wände, die einstürzen könnten, die Konstruktion hält auch seismischen Belastungen aus, sie ist variabel und leicht auf- und abbaubar.
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„Alice“ (2021), ein Studienobjekt einer Hochschule in Lausanne bietet Lebensraum über dem Wasser: Konstruktionen aus Holz ermöglichen ein Dasein auf dem See und leichten Zugang ins Nass.
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Zwischen Raumschiff, fliegendem Haus und futuristischem Objekt: Andreas Kressig „Envelop“ aus dem Jahr 2022.
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Alle hier gezeigten Bilder stammen aus dem Buch „Open House. Designing Spaces For Living“, herausgegeben von Simon Lamunière, erschienen im Verlag Scheidegger & Spiess in Zürich. 38 Euro. www.scheidegger-spiess.ch