Milieustudie am Wochenende Tragödien am Esslinger Bahnhof
An heißen Sommernächten zählt auf dem tristen Vorplatz die Macht des Stärkeren. Ein Nachsehen haben Frauen wie die Flaschensammlerin Karin und Männer wie Peter, der sich an geselligere Zeiten erinnert. Ein Besuch am Samstagabend.
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Foto Go/ied Stoppel
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Wer am Esslinger Bahnhof ankommt, verweilt in der Regel keinen Moment länger als nötig.
Foto Lachenmann
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Karin ist zornig darüber, dass sie am Bahnhof keine Pfandflaschen mehr abbekommt. Ein paar Männer hätten ihr Prügel angedroht. Sie nennt sie „die Pfandflaschenmafia“.
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Eda und Ideen treffen sich am Bahnhofsvorplatz, um zu besprechen, was sie am Abend unternehmen wollen. Allerdings nur, solange es hell ist. Zu oft hätten sie Männer „blöd angemacht“. Lachenmann
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Peter besucht den Bahnhofsvorplatz seit mehr als 30 Jahren. Er erinnert sich gern an die Zeit, als auf dem heutigen ZOB-Gelände noch das Wirtshaus Kastanie Gulaschsuppe anbot.
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Eva erzählt, wie sie an Weihnachten allein war auf dem Vorplatz – und dann ihre Bekannte getroffen hat. „Wir gingen dann zusammen zu Burger King. Das war schön.“
Foto Ines Rudel/Ines Rudel
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Ein Klohaus versperrt den Blick auf das historische Empfangsgebäude des Bahnhofs.
Foto Roberto Bulgrin
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Ein kleiner Lichtblick: Ein buntes Papageiengraffiti schmückt neuerdings die Bahnhofsunterführung.
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Ansonsten dominiert auf dem Platz die Farbe Grau.
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Zwischen Pflanzkübeln und einem temporären Infozentrum, gut versteckt vor den Augen der Polizeistreife, schläft ein Mann seinen Rausch aus.