Nach Schneechaos in Hannover Die größten Rutschpartien des Fußballs
Das rege Schneetreiben hat zuletzt das Bundesliga-Duell zwischen Hannover 96 und Bayer Leverkusen geprägt. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Spiele auf glattem Untergrund: die größten Schnee-und Wasserschlachten in unserer Bildergalerie.
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Auch der VfB Stuttgart hatte schon mit üblen Wetterverhältnissen zu kämpfen. Hier versucht sich Jesper Gronkjaer (rechts) bei der „Wasserschlacht“ von Domzale im Jahr 2005.
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Die „Wasserschlacht von Frankfurt“, so wurde jene Partie vom 3. Juli 1974 hinterher genannt, in der Deutschland und Polen um den Finaleinzug der WM spielten. 14 Liter Regen pro Quadratmeter gingen in einer guten halben Stunde kurz vor Spielbeginn auf den Platz nieder. Riesige Pfützen standen auf dem Rasen. Die wackeren Helfer versuchten, mit Walzen das Wasser vom Grün herunterzubekommen. Erst als die Frankfurter Feuerwehr anrückte, um das Wasser mit Schläuchen abzusaugen, erklärte der Schiedsrichter den Rasen für bespielbar. Was, wenn man das Spiel sah, eher ein schlechter Witz war. Der Ball blieb immer wieder in Wasserlachen liegen, kein Flachpass ging weiter als über drei, vier Meter, bevor er gestoppt wurde. Am Ende siegte Deutschland 1:0 – und machte im trockenen Endspiel von München später die Niederländer nass.
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Eine wahre Wasserschlacht lieferte sich auch der VfB Stuttgart am 29. September 2005 im UEFA-Cup-Duell mit NK Domzale. Den Sloweniern spielte der durchnässte Untergrund damals in die Karten: Mit 1:0 besiegten sie die Stuttgarter, die sich aber trotz der Niederlage für die Gruppenphase des UEFA-Cups qualifizierten. Das Hinspiel entschied die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni nämlich mit 2:0 für sich.
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Fußballspiele auf Schnee und Eis haben wie der Pokal ihre eigenen Gesetze: Das musste der SV Werder Bremen am 25. Januar 2006 im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC St. Pauli am eigenen Leib erfahren. Während dem Außenseiter der eisig-matschige Untergrund am Hamburger Millerntor besonders gelegen kam, hatten die Bremer mächtig Probleme, ihrer Favoriten-Rolle gerecht zu werden. Am Ende unterlag der Bundesligist dem damaligen Regionalligisten überraschend mit 1:3 und schlitterte regelrecht aus dem Wettbewerb.
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Am 11. April 2008 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga ein Spiel wegen Regens abgebrochen. Der 1. FC Nürnberg und der VfL Wolfsburg blieben zur Halbzeit in der Kabine, es ging nicht mehr weiter. Schiedsrichter Jochen Drees sagte damals: „Der reguläre Ablauf des Spiels und die Gesundheit der Spieler waren nicht mehr gewährleistet.“ Die Partie wurde neun Tage später wiederholt – und zwar über 90 Minuten. Beim Club herrschte danach eitel Sonnenschein: Nürnberg gewann mit 1:0.
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Mehrmals musste das Drittligaspiel der Stuttgarter Kickers gegen Arminia Bielefeld am 23. März 2013 unterbrochen werden, um den weißen Rasen vom Schnee zu befreien. Mit dem 1:1 verhinderten die Blauen damals den Bielefelder Sprung an die Tabellenspitze und sicherten sich mit einer engagierten Leistung einen Moralpunkt im Abstiegskampf.
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Die „Schneeballschlacht“ vom 7. März 2016 gegen RB Leipzig entschied der SC Freiburg mit 2:1 für sich. Damit das damalige Topspiel der zweiten Liga durchgezogen werden konnte, musste der Platz von den Schneemassen mit Schubkarren und Schaufeln befreit werden. Am Saisonende spielte der Ausgang dieser Begegnung aber keine Rolle mehr: beide Clubs schafften den Sprung ins Oberhaus.
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Völlig unter Wasser stand der Platz in der Augsburger WWK-Arena am 29. Mai 2016, als die deutsche Nationalmannschaft die Slowakei zum Testspiel empfing. Mit den miserablen Platzbedingungen wusste der Weltmeister von 2014 nicht umzugehen und unterlag den Slowaken am Ende überraschend mit 1:3. Nach einem Unwetter mit dicken Hagelkörnern stand die Partie zur Pause sogar kurz vor dem Abbruch.
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Den Durchblick beim Schneegestöber am 10. Dezember 2017 behielt Hannover 96: Trotz der schwierigen Platzverhältnisse besiegte das Team die TSG 1899 Hoffenheim mit 2:0. Der ehemalige VfB-Stürmer Martin Harnik trotzte dem Schneechaos und entschied die Partie in der 85. Minute mit seinem Kopfballtreffer zum 2:0.
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Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler ärgerte sich nach der Rutschpartie seiner Mannschaft gegen Nürnberg am 4. Dezember des vergangenen Jahres: „Ich hätte das Spiel nicht angepfiffen“, sagte er nach dem 1:1. Denn stundenlanger Dauerregen hatte den Platz im Max-Morlock-Stadion unter Wasser gesetzt. Und da der Regen auch in der zweiten Hälfte nicht aufhörte, war an ein vernünftiges Spiel nicht mehr zu denken. Der Ball blieb mehrere Male in Pfützen stecken. „Die Zeiten, um auf Schnee oder bei solchen Bedingungen zu spielen, sollten eigentlich vorbei sein“, sagte Völler.