Promis, Tote und Skandale Hotels, die Geschichte schrieben
Das Ritz, das Adlon, das Waldorf-Astoria: klingende Namen und Häuser, die Geschichte schrieben. Doch was macht die Faszination Luxushotel aus?
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Die Lobby des legendären Hotels Waldorf-Astoria in New York
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Das Berliner Adlon ist Deutschland. Marlene Dietrich und der Rest der großen weiten Welt logierten hier seit 1907. Dann die Nazis, 1945 die russischen Sieger, kurz darauf brannte es, 1961 wurden die Westfenster zugemauert. Nach der Vereinigung baute das architektonisch mutlose Land im historisierenden Stil wieder alles auf.
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Ein literarisches Kleinereignis fand noch 1999 statt – im Kaminzimmer redeten unter einiger medialer Beachtung fünf schnöselige Literaten, darunter Christian Kracht, über alles und nichts. Und über das Gefühl, kurz vor einer Katastrophe ihre Wohlstandsverwahrlosung zu zelebrieren.
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Das erwies sich mit dem Attentat 9/11 zwei Jahre später als prophetisch. Und heute? Posieren Heidi Klums TV-Models auf Rollschuhen mit Hund an der Leine vor dem Hotel. Ein Doppelzimmer ab 330 Euro. (www.kempinski.com/de/berlin/hotel-adlon).
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Luxus, Liebe, Prestige und Glamour sind an der Pariser Place Vendôme zu Hause, seit der Schweizer César Ritz hier 1898 das gleichnamige Hotel eröffnete.
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Im Ritz betrank sich der Schriftsteller Ernest Hemingway so ausgiebig, dass die Bar nun seinen Namen trägt. Im zweiten Stock gibt es eine 188 m² große Suite benannt nach der Modeschöpferin Coco Chanel, die hier mehr als 30 Jahre lang wohnte (18 000 Euro pro Nacht, ein normales Doppelzimmer kostet 1500 Euro).
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Die kulinarische Welt wäre ohne das Ritz um Klassiker wie Pfirsich Melba, Crêpes Suzette oder Bloody Mary ärmer.
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1979 kaufte der ägyptische Milliardär Mohamed Al-Fayed das Haus. Sein Sohn Dodi und Lady Di verbrachten hier 1997 die letzten Stunden vor ihrem tragischen Unfall. (www.ritzparis.com)
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Das 1865 eröffnete Beau-Rivage in Genf beherbergte illustre Gäste wie den Kaiser von Japan, Eleanor Roosevelt oder den Dalai Lama. Berühmt geworden ist das Luxushotel am Ufer des Genfer Sees aber vor allem durch seine Toten.
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Kaiserin Sisi von Österreich hauchte hier 1898 in ihrer Suite ihr Leben aus, erstochen von einem italienischen Anarchisten. Der Tod des CDU-Politikers Uwe Barschel, der 1987 in Zimmer 317 leblos in einer Badewanne aufgefunden wurde, ist dagegen bis heute nicht aufgeklärt. Zimmer 317 existiert nicht mehr, es wurde mit der 318 zusammengelegt. Eine Nacht im Beau-Rivage (DZ) kostet ab 379 Euro. (www.beau-rivage.ch)
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Als William Waldorf Astor und sein Cousin John Jacob Astor IV das Waldorf und das Astoria in New York zusammenlegen, entsteht das größte Luxushotel der Welt.
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Astor IV wird 1912 beim Untergang der „Titanic“ von einem Schornstein erschlagen, das Waldorf-Astoria 1929 abgerissen, um Platz für das Empire State Building zu schaffen.
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Nach der Neueröffnung 1931 wird es erneut Treffpunkt der Schönen und Mächtigen: Hier beraten die Alliierten 1946 über die Zukunft Osteuropas, verbannt Hollywood 1947 Schauspieler mit kommunistischen Ansichten, bekommt Jacky Kennedy 1961 erstmals ihre Bouffant-Frisur verpasst, gibt Louis Armstrong 1971 sein letztes Konzert, stellt IBM 1981 seinen ersten PC vor.
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Derzeit ist das inzwischen in chinesischem Besitz befindliche Hotel wegen Renovierungsarbeiten geschlossen (www.hiltonhotels.de).
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Der Industrielle Sawwa Mamontow, der das Metropol im Zentrum von Moskau um 1900 bauen ließ, träumte von einem Hotel mit Opernsaal. Dazu kam es nicht. Aber was sich später im Metropol abspielte, war echtes Drama.
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1917 kaperten die Bolschewisten das Hotel, Revolutionsführer Lenin hielt Volksreden vom Balkon. Nachfolger Stalin quartierte hier vermeintliche Volksfeinde ein. Darunter die Großeltern von Eugen Ruge, der in seinem Roman „Metropol“ schildert, wie jeden Tag Leute aus den Zimmern zu ihren Prozessen abgeführt werden.
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Heute ist das Metropol wieder ein gewöhnliches Luxushotel. Doppelzimmer ab circa 350 Euro. (www.metropol-moscow.moscow-hotels.org)
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„Wenn du in Schwierigkeiten geraten willst, mach es im Chateau Marmont“, wusste schon Hollywood-Impresario Harry Cohn. Das am Sunset Boulevard in West Hollywood gelegene Apartment- und Bungalow-Hotel ist seit 1929 Schlagader der US-Celebrity-Kultur.
Foto Imago/Keith Birmingham
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Ein mythischer Ort, gemessen an dem, was man nicht weiß. Denn was bekannt ist, schmeckt nach Exzess: Jim Morrison fiel hier vom Balkon, Errol Flynn randalierte im Suff, Johnny Depp und Kate Moss versuchten, in so vielen Zimmern wie möglich Geschlechtsverkehr zu haben und Bette Davis fackelte beinahe das Haus ab, weil sie mit brennender Zigarette eingeschlafen war.
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Manchmal fehlt das Happy End: Den Fotografen Helmut Newton ereilt im Januar 2004 ein Herzinfarkt in der Ausfahrt des Hotels, er kracht gegenüber in eine Mauer und stirbt. Der Komiker John Belushi verendet im März 1982 in Bungalow 3 an einer Überdosis. „Das Chateau ist ein Spiegel der Geschichte Hollywoods“, sagt der Autor Shawn Levy. Heute mieten sich Stars wie Beyoncé und Jay-Z für spontane Feiern ein. Seit 2020 ist es eine Art Club für Mitglieder. (www.chateaumarmont.com)
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Im Chelsea Hotel in New York, Manhattan, bezahlten Künstler mit Bildern statt mit Dollars, Musiker nahmen ihre Songs in dem fast schon unscheinbaren Backsteingebäude auf, und hier wurden viele Bücher geschrieben.
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Mark Twain, Thomas Wolfe und Arthur Miller lebten in dem Gebäude, das bis 1884 das höchste von New York war. Nicht nur Leonard Cohen sang von der Bleibe.
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Zu trauriger Berühmtheit kam das Hotel, als Nancy Spungen, Freundin von Sex Pistol Sid Vicious, am 12. Oktober 1978 im Zimmer mit der Nummer 100 erstochen aufgefunden wurde. 1979 stirbt Vicious im selben Zimmer.
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Seit Jahren wird das Hotel saniert. Ausgang ungewiss.