Stadtmuseum in der Kritik Fehlen wichtige Aspekte der Stuttgarter Geschichte?
Unter Direktor Torben Giese hat sich das Stadtmuseum zu einem Besuchermagneten entwickelt. Unumstritten ist der 41-Jährige dennoch nicht. Kritiker wie der ehemalige Lokalredakteur Thomas Borgmann sagen, in der Ausstellung würden wichtige Aspekte der Stuttgarter Geschichte fehlen.
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Museumsleiter Torben Giese, 41, verteidigt das Konzept der Dauerausstellung.
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Für den Museumsdirektor Giese sind die Besucherzahlen ein Maß, um über Erfolg oder Misserfolg des Stadtmuseums zu entscheiden.
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Ein Museum, das im vergangenen Jahr 240 000 Besucher angelockt hat und damit mehr als jedes andere Stadtmuseum in Deutschland, befinde sich auf der richtigen Spur, findet er.
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Der ehemalige Lokalredakteur Thomas Borgmann greift den Leiter des Stadtmuseums mit Nachdruck an. Beispielsweise ärgert es Borgmann, dass Giese die König-Wilhelm-Statue nicht wieder vor dem Stadtpalais aufstellen lässt.
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Die von Bürgern in den 1990er Jahren gestiftete Statue zeigt den letzten Monarchen Württembergs mit seinen Hunden Ali und Rubi. Das Denkmal stand lange vor dem Eingang des Stadtpalais. Im Jahr 2017 wurde es dann in den Garten hinter dem Gebäude versetzt. Der Bezirksbeirat Mitte erhob Ende vergangenen Jahres die Forderung, die Königsstatue im Zuge von geplanten Arbeiten an einem durchgehenden Gehweg vor dem Stadtmuseum wieder vor dem Stadtpalais aufzustellen. Giese lehnt dies aus historischen Gründen ab.
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„Überraschungen“ wie das Festival Stuttgart am Meer, sagt Giese, seien kein Unterhaltungsprogramm, betont er.
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„Wir wollten dazu anregen, über die Bedeutung von Wasserflächen in der Großstadt nachzudenken“, sagt Giese.
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Der Fokus seiner Bemühungen liege darauf, sagt Giese nicht nur die klassische Besucherklientel von Museen zufriedenzustellen. „Wir wollen ein Programm machen, dass auch jene ins Museum lockt, die sonst nicht kommen würden, die 20- bis 45-Jährigen“, sagt er. „Ich finde es schlimm, dass junge Menschen keine Erwartungen an einen Museumsbesuch haben. Weil sie denken: ‚Das ist ohnehin nichts für uns‘“, sagt er.
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Torben Giese schließt es aus, dass den Generationen X, Y und Z – also alle zwischen 1965 und 2010 Geborenen – eine Ausstellung über Manfred Rommel so schmackhaft gemacht werden könnte, dass sie in Scharen ins Stadtmuseum kämen. Das Museum soll durch Offenheit dazu einladen, auch über den Tellerrand der eigenen Lebenswelt oder digitalen Filterblase hinauszuschauen, meint er. „Ich finde es großartig, wenn ältere Besucher im Sommer auch mal stehen bleiben und bei einem Skateboard-Contest zuschauen.“