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  1. Panorama
  2. Jehs+Laub über Mörder-Sofas und Bauhaus-Ideale

Star-Designer aus Stuttgart Jehs+Laub über Mörder-Sofas und Bauhaus-Ideale

Markus Jehs und Jürgen Laub entwerfen in ihrem Stuttgarter Atelier Sessel, Stühle und Leuchten für die großen Möbelhersteller. Ein Gespräch über Mörder-Sofas, Bauhaus-Ideale und den Anspruch, Dinge für die Ewigkeit zu gestalten.

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Sie kennen sich seit ihrem Design-Studium und arbeiten für angesehene Firmen wie Cassina, Fritz Hansen, Wilkhan und Knoll International: Die in Stuttgart lebenden Gestalter Markus Jehs (li.) und Jürgen Laub.
Foto Maks Richter

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Sie kennen sich seit ihrem Design-Studium und arbeiten für angesehene Firmen wie Cassina, Fritz Hansen, Wilkhan und Knoll International: Die in Stuttgart lebenden Gestalter Markus Jehs (li.) und Jürgen Laub.
Wenn die Designer Markus Jehs (1965 in Stuttgart geboren) und Jürgen Laub (1964 in Ulm geboren) daheim oder im Flugzeug sitzen und einen Film anschauen, fällt immer wieder mal dieser Satz: „Schau, der Mörder sitzt schon wieder auf unserem Sofa.“ . . .
Foto Hersteller

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Wenn die Designer Markus Jehs (1965 in Stuttgart geboren) und Jürgen Laub (1964 in Ulm geboren) daheim oder im Flugzeug sitzen und einen Film anschauen, fällt immer wieder mal dieser Satz: „Schau, der Mörder sitzt schon wieder auf unserem Sofa.“ . . .
. . . Denn in der schlichten Logik von Krimis sind oft die reichen Leute die Bösen und die sitzen halt gern auf hochwertigen Möbeln, wie Jehs und Laub sie entwerfen. Seit 1994 arbeiten die Designer im Team in einem Atelier im Stuttgarter Süden zusammen. Hier im Bild die Serie „Blox“ für die italienische Firma Cassina.
Foto Hersteller

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. . . Denn in der schlichten Logik von Krimis sind oft die reichen Leute die Bösen und die sitzen halt gern auf hochwertigen Möbeln, wie Jehs und Laub sie entwerfen. Seit 1994 arbeiten die Designer im Team in einem Atelier im Stuttgarter Süden zusammen. Hier im Bild die Serie „Blox“ für die italienische Firma Cassina.
Auch für diese Sofa-Lounge-Landschaft, die Jehs+Laub für die Firma Cor entworfen haben, braucht man ein ordentlich großes Heim.
Foto Hersteller

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Auch für diese Sofa-Lounge-Landschaft, die Jehs+Laub für die Firma Cor entworfen haben, braucht man ein ordentlich großes Heim.
Ein Hingucker auf der diesjährigen Internationalen Möbelmesse in Köln: Das Sofa „Mell“ für Cor mit Schafswoll-Bezug.
Foto Hersteller

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Ein Hingucker auf der diesjährigen Internationalen Möbelmesse in Köln: Das Sofa „Mell“ für Cor mit Schafswoll-Bezug.
Auch Accessoires wie die Wärmflasche „Pillow“ hat das Duo entworfen. Jürgen Laub: „Die ,Zeit’ hatte einmal verschiedene Designer gefragt, ob sie Dinge, die im Alltag wichtig, aber hässlich sind, verbessern können. Wir haben gesagt, gut, wir nehmen uns 5 Minuten Zeit für eine Skizze, wenn uns bis dahin etwas einfällt, machen wir mit. Markus Jehs: „Wir haben dann eine Wärmflasche entworfen, die wie eine Pille aussieht. Nach der Veröffentlichung gab es derart viele Anrufe von Lesern des Zeit Magazins, die wissen wollten, wo sie das Produkt kaufen können, dass wir die Firma Authentics gebeten haben die Wärmflasche herzustellen. Die haben sie dann zu Tausenden verkauft.“
Foto Hersteller

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Auch Accessoires wie die Wärmflasche „Pillow“ hat das Duo entworfen. Jürgen Laub: „Die ,Zeit’ hatte einmal verschiedene Designer gefragt, ob sie Dinge, die im Alltag wichtig, aber hässlich sind, verbessern können. Wir haben gesagt, gut, wir nehmen uns 5 Minuten Zeit für eine Skizze, wenn uns bis dahin etwas einfällt, machen wir mit. Markus Jehs: „Wir haben dann eine Wärmflasche entworfen, die wie eine Pille aussieht. Nach der Veröffentlichung gab es derart viele Anrufe von Lesern des Zeit Magazins, die wissen wollten, wo sie das Produkt kaufen können, dass wir die Firma Authentics gebeten haben die Wärmflasche herzustellen. Die haben sie dann zu Tausenden verkauft.“
Standfest und elegant: gepolsterte Sitzmöbel für schickes Dinieren: „Alvo“ für Cor, gibt es auch in rosa, orange und roten Polstern und mit weißen Schalen, entworfen von Jehs+Laub im Jahr 2019.
Foto Hersteller

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Standfest und elegant: gepolsterte Sitzmöbel für schickes Dinieren: „Alvo“ für Cor, gibt es auch in rosa, orange und roten Polstern und mit weißen Schalen, entworfen von Jehs+Laub im Jahr 2019.
Für die US-Firma Davis gestalteten Jürgen Laub und Markus Jehs Stühle namens Ginko, jüngstes Mitglied ist die Outdoor-Variante „Ginko Wire“.
Foto Hersteller

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Für die US-Firma Davis gestalteten Jürgen Laub und Markus Jehs Stühle namens Ginko, jüngstes Mitglied ist die Outdoor-Variante „Ginko Wire“.
Jüngst auf den Markt gekommen ist der Barhocker „Muse“ für Davis, „geleitet von der Idee, einen Traktorsitz aus 3-D-Formholz mit dem Fußgestell eines traditionellen Schemels zu verbinden“, wie Markus Jehs sagt. Sie hat bei bei der Vorstellung auf der Neocon-Messe in Chicago 2019 für Furore gesorgt und einen Preis erhalten hat, den „Best of Neocon Gold Award“.
Foto Hersteller

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Jüngst auf den Markt gekommen ist der Barhocker „Muse“ für Davis, „geleitet von der Idee, einen Traktorsitz aus 3-D-Formholz mit dem Fußgestell eines traditionellen Schemels zu verbinden“, wie Markus Jehs sagt. Sie hat bei bei der Vorstellung auf der Neocon-Messe in Chicago 2019 für Furore gesorgt und einen Preis erhalten hat, den „Best of Neocon Gold Award“.
„Tango“ heißt dieser elegante Stuhl, ebenfalls entworfen für die Firma Davis.
Foto Hersteller

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„Tango“ heißt dieser elegante Stuhl, ebenfalls entworfen für die Firma Davis.
Praktisch, also leicht stapelbar soll ein Stuhl sein, der auch eine Mensa verschönert: Das Modell „A-Chair“ für die Firma Brunner.
Foto Hersteller

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Praktisch, also leicht stapelbar soll ein Stuhl sein, der auch eine Mensa verschönert: Das Modell „A-Chair“ für die Firma Brunner.
Minimalistischer geht’s kaum: Wanduhr für Stelton.
Foto Hersteller

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Minimalistischer geht’s kaum: Wanduhr für Stelton.
Heutige Version des traditionellen Kronleuchters für die Firma Nemo.
Foto Hersteller

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Heutige Version des traditionellen Kronleuchters für die Firma Nemo.
Chefsessel für Vorstandsetagen: hochwertiger Bürostuhl für Wilkhan.
Foto Hersteller

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Chefsessel für Vorstandsetagen: hochwertiger Bürostuhl für Wilkhan.
Bequem und ausladend: der Loungesessel „Striad“ für die US-Firma Herman Miller.
Foto Hersteller

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Bequem und ausladend: der Loungesessel „Striad“ für die US-Firma Herman Miller.
Auch für die skandinavische Traditionsfirma Fritz Hansen entwarfen Markus Jehs und Jürgen Laub einen Loungesessel. Die Gestalter legen auf zweierlei Wert – Qualität und Zeitlosigkeit. Niedlich, klein und rund, glittrig oder glänzend sind ihre Möbel nicht, wie man sieht. Sie wollen sich nicht am Zeitgeist kurzlebiger Moden orientieren.
Foto Hersteller

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Auch für die skandinavische Traditionsfirma Fritz Hansen entwarfen Markus Jehs und Jürgen Laub einen Loungesessel. Die Gestalter legen auf zweierlei Wert – Qualität und Zeitlosigkeit. Niedlich, klein und rund, glittrig oder glänzend sind ihre Möbel nicht, wie man sieht. Sie wollen sich nicht am Zeitgeist kurzlebiger Moden orientieren.
Bauhaus-Designer und skandinavische Kollegen wie Arne Jacobsen und Co. wollten praktische, bezahlbare Möbel wie diese Modelle im Bild entwerfen. Heute kosten diese von Fritz Hansen produzierten Modelle oft vierstellige Beträge. Warum ist das so teuer? Jürgen Laub: „Die Möbel sind handwerklich aufwendig gemacht, aber bis in die 60er Jahre hinein war Handwerk billig. Heute ist es umgekehrt. Arne Jacobsen würde heute sicher anders vorgehen beim Entwerfen und den handwerklichen Anteil reduzieren.“
Foto Hersteller

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Bauhaus-Designer und skandinavische Kollegen wie Arne Jacobsen und Co. wollten praktische, bezahlbare Möbel wie diese Modelle im Bild entwerfen. Heute kosten diese von Fritz Hansen produzierten Modelle oft vierstellige Beträge. Warum ist das so teuer? Jürgen Laub: „Die Möbel sind handwerklich aufwendig gemacht, aber bis in die 60er Jahre hinein war Handwerk billig. Heute ist es umgekehrt. Arne Jacobsen würde heute sicher anders vorgehen beim Entwerfen und den handwerklichen Anteil reduzieren.“
Der Stuttgarter Möbelbauer Hans Knoll hat in den USA ein Möbelimperium aufgebaut und viele Designklassiker im Programm, wie diesen Drahtstuhl von Harry Bertoia. Jehs+Laub haben bei ihrem Sessel sowohl das Gittermotiv aufgegriffen . . .
Foto Hersteller

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Der Stuttgarter Möbelbauer Hans Knoll hat in den USA ein Möbelimperium aufgebaut und viele Designklassiker im Programm, wie diesen Drahtstuhl von Harry Bertoia. Jehs+Laub haben bei ihrem Sessel sowohl das Gittermotiv aufgegriffen . . .
. . . als auch den Quilt, also zusammengenähte Stoffreste. Denn Knoll produziert seine Möbel in der Gegend, in der dieses Handwerk Tradition hat. Mit einem kleinen Modell überzeugten sie den Chefdesigner der Firma für ihren Entwurf.
Foto Jehs+Laub

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. . . als auch den Quilt, also zusammengenähte Stoffreste. Denn Knoll produziert seine Möbel in der Gegend, in der dieses Handwerk Tradition hat. Mit einem kleinen Modell überzeugten sie den Chefdesigner der Firma für ihren Entwurf.
Bevor ein Möbel auf den Markt kommt, wird an Prototypen und Modellen getüftelt...
Foto Hersteller/Knoll

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Bevor ein Möbel auf den Markt kommt, wird an Prototypen und Modellen getüftelt...
... und zwar ganz traditionell an der Werkbank . . .
Foto Hersteller

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... und zwar ganz traditionell an der Werkbank . . .
. . . um die Sitzqualität und Stabilität zu prüfen. Anspruch der Stuttgarter Designer ist es, „richtig gute Produkte zu machen, die „möglichst für immer Gültigkeit haben“, wie Markus Jehs sagt. Aufgabe des Designers sei es, „gegen die Beliebigkeit zu arbeiten. Wir versuchen, Fehler zu finden und auszumerzen.“
Foto Hersteller

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. . . um die Sitzqualität und Stabilität zu prüfen. Anspruch der Stuttgarter Designer ist es, „richtig gute Produkte zu machen, die „möglichst für immer Gültigkeit haben“, wie Markus Jehs sagt. Aufgabe des Designers sei es, „gegen die Beliebigkeit zu arbeiten. Wir versuchen, Fehler zu finden und auszumerzen.“
Die Sitzschale sieht schon gut aus, noch ist der Fuß zu gestalten.
Foto Hersteller

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Die Sitzschale sieht schon gut aus, noch ist der Fuß zu gestalten.
Standfest sollte er sein, der Loungechair „J+L“.
Foto Hersteller

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Standfest sollte er sein, der Loungechair „J+L“.
Den Loungesessel von Jehs+Laub für Knoll International gibt es mit Stoffbezug und in edlem Leder.
Foto Hersteller

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Den Loungesessel von Jehs+Laub für Knoll International gibt es mit Stoffbezug und in edlem Leder.
Möbelmacher Knoll produziert nicht nur Harry Bertoias Drahtstuhl, sondern auch den berühmten Tulip-Tisch von Designstar Eero Saarinen. Für den Stuttgarter Designer Jürgen Laub ist dies ein nahezu perfekter Tisch, wie er sagt: „Ziemlich perfekt ist der Tisch von Eero Saarinen: Beinfreiheit ist gegeben, er besteht nur aus zwei Teilen und sieht sehr organisch aus, wie ein Baum, der aus dem Boden wächst.“
Foto Hersteller

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Möbelmacher Knoll produziert nicht nur Harry Bertoias Drahtstuhl, sondern auch den berühmten Tulip-Tisch von Designstar Eero Saarinen. Für den Stuttgarter Designer Jürgen Laub ist dies ein nahezu perfekter Tisch, wie er sagt: „Ziemlich perfekt ist der Tisch von Eero Saarinen: Beinfreiheit ist gegeben, er besteht nur aus zwei Teilen und sieht sehr organisch aus, wie ein Baum, der aus dem Boden wächst.“
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