Wie er mit etwas Abstand auf dieses 2:3 nach 2:0-Führung gegen die TSG 1899 Hoffenheim blickt? „Immer noch mit großen Schmerzen, was das Ergebnis betrifft“, sagt Lennard Maloney. Aber der defensive Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Heidenheim ist ein positiver Typ und streicht viel lieber die guten Dinge heraus, die ihn optimistisch stimmen: „Wir sind in Liga eins absolut konkurrenzfähig und können den Gegnern Paroli bieten.“
Mit Paroli bieten allein ist aber noch kein Club in der Liga geblieben. Es müssen Punkte her. Am besten schon an diesem Freitag (20.30 Uhr) bei Borussia Dortmund. Eine neue Dimension kommt da vor den über 80 000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park auf den FCH zu. „Für die Jungs, die da noch nie gespielt haben, wird das ein Riesenhighlight. Die Atmosphäre ist unglaublich. Wir werden es alle genießen“, sagt Maloney.
Die Kraft der Gelben Wand
Er selbst kennt die Kraft der Gelben Wand. Von 2020 bis 2022 spielte er beim BVB, vor allem in der zweiten Mannschaft. Doch Trainer Marco Rose ermöglichte ihm auch zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga – einer davon zu Hause am 13. März 2022 gegen Arminia Bielefeld. „Das war für mich die Kirsche auf der Torte, jetzt freue ich mich sehr auf das Gastspiel mit dem FCH. Das ist für mich wie Nach-Hause-Kommen“, sagt Maloney.
Vor seiner Zeit beim BVB durchlief er von seinem 13. Lebensjahr an alle Jugendmannschaften bei Union Berlin. Die Rückkehr an die Alte Försterei werde für den gebürtigen Berliner dann ein noch emotionaleres Erlebnis. Doch zunächst hat er nur eines im Kopf: endlich mit dem FCH in der Bundesliga zu punkten. Er selbst spielt im Team von Trainer Frank Schmidt dabei eine ganz entscheidende Rolle: als extrem kampf- und laufstarker Abräumer vor der Abwehr, als Mentalitätsspieler.
Im Dienst der Mannschaft
„Diese Einstellung, sich wirklich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Die eigene Energie und Qualität der Mannschaft zur Verfügung zu stellen – wenn es dafür einen Prototyp gäbe, dann wäre das Lennard Maloney“, lobt Schmidt den 23-Jährigen. Einige hätten ihm nicht einmal den Sprung zum Stammspieler in der zweiten Liga zugetraut, doch Maloney ist auch in der Bundesliga unumstrittener Führungsspieler, Leistungsträger und Lautsprecher. „Radio Maloney“ nannten sie ihn in Dortmund, weil er ein ziemlich kommunikativer Typ ist, der seine Mitspieler aber nicht nur verbal, sondern eben auch sportlich mitreißt.
Wo das alles für ihn persönlich noch hinführt, ist offen. Das Ziel des Sohnes eines Amerikaners und einer deutschen Mutter aber steht fest: die Teilnahme mit den Vereinigten Staaten an der WM 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada über die Bühne geht. 2017 lief er dreimal für deutsche Junioren-Nationalmannschaften auf. Dann entschied er sich für die Option USA, wobei sein erstes A-Länderspiel noch aussteht. „Ein Bauchgefühl, eine Herzensangelegenheit war das einfach“, sagt er zu seinem großen Traum, der ihn mindestens genauso reizt wie der Auftritt vor der Gelben Wand.