Köln/Stuttgart - Auf eine saftige Weihnachtsgans freute sich der VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo noch vor dem Spiel in Köln bei einem möglichen Dreier. Nach der letzten Partie vor den Feiertagen in der Domstadt aber ist nun klar: Die Gans wird eine zähe und trockene Angelegenheit – weil die Geißböcke das Fußballjahr des VfB Stuttgart mit einem späten Schockerlebnis beendeten: Das 0:1 beim FC bedeutet für den Club aus Cannstatt Bundesliga-Platz 16, und weil der Tabellen-17. Arminia Bielefeld bis auf einen Punkt herangerückt ist, klingen pünktlich zum Fest die Alarmglocken beim VfB – und die tun das selbstredend eher weniger süß.
Viele Verletzungssorgen und Corona-Fälle, das waren die Hauptprobleme in dieser Hinrunde, bei der nun zum Schluss endgültig klar wurde, dass der VfB die kurze Weihnachtspause bitter nötig hat. So ging nicht nur der dauergestresste Kapitän Wataru Endo in Köln am berühmten Stock – es war die gesamte Stuttgarter Mannschaft, die keine Körner mehr hatte beim Hinrundenfinale.
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Die gute Nachricht kurz vor dem Jahreswechsel aber ist die: Im Keller der Liga ist es längst nicht zappenduster – es brennt noch Licht. Denn alles ist eng beieinander in diesem ausgeglichenen Bundesliga-Feld, jeder kann (fast) jeden schlagen. Wenn der VfB also zu Kräften kommt und seine Form findet in der kurzen Rückrunden-Vorbereitung, wenn die Rückkehrer um Sasa Kalajdzic obendrein zu alter Klasse gelangen, dann ist der Klassenverbleib ein so machbares wie realistisches Ziel.
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Allerdings: Wenn der VfB so auftritt wie in Hälfte zwei in Köln, als nicht zum ersten Mal in dieser Saison nach vorne nichts mehr ging und nach hinten die Unsicherheiten kamen, dann dürfte auf Sicht nach der zähen Weihnachtsgans auch der Osterbraten im Frühjahr nicht schmecken. Und das Licht im Keller eher dunkler werden.