1. Internationale Opernwerkstatt Waiblingen Eine Probe mit Stars von morgen

Der Bariton Thomas Hampson (vor der Bühne) probt mit  Daeho Kim, Sonja Saric, Christoph Schweizer und Gerard Farreras (von links) Foto: Frank Eppler
Der Bariton Thomas Hampson (vor der Bühne) probt mit Daeho Kim, Sonja Saric, Christoph Schweizer und Gerard Farreras (von links) Foto: Frank Eppler

Letzte Gelegenheit für Opernfans, bei den Proben der Opernwerkstatt Waiblingen Mäuschen zu spielen: An diesem Donnerstag kann man im Bürgerzentrum Profis und Nachwuchstalente noch einmal bei der Arbeit erleben. Abends treten die Stipendiaten dann auf dem Marktplatz auf.

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Waiblingen - Opernfans sind geduldige Menschen. Es ist 10.45 Uhr, als die Sopranistin Melanie Diener und der Bariton Thomas Hampson auf die Bühne des Bürgerzentrums Waiblingen kommen. „Sorry, we are a little late“, ruft Hampson dem seit 45 Minuten wartenden Publikum der 1. Internationalen Opernwerkstatt zu und schickt ein Lächeln hinterher. Der Tag habe für die Stipendiaten, Nachwuchssängerinnen und -sänger aus aller Welt mit einer Besprechung begonnen, verraten Diener und Hampson. Dabei sei es auch um die berufliche Zukunft gegangen – und das dauere eben länger.

Damit ist die Verspätung schon vergessen und es kann losgehen mit den Proben. Denn am Samstag treten die Stipendiaten, die mit ihren zwei Trainern die ganze Woche an ihrer Technik, dem Ausdruck und der Präsentation feilen, mit den Stuttgarter Philharmonikern auf. Zu hören sind dann auch Auszüge aus Mozarts wohl berühmtester Oper „Don Giovanni“.

Stuttgart, Serbien, Südkorea

In dessen Rolle schlüpft nun der Stuttgarter Bass-Bariton Christoph Schweizer, Sonja Saric aus Serbien mimt die vom Frauenhelden verführte Donna Anna, der aus Südkorea stammende Bass-Bariton Daeho Kim den Diener Leporello. Während sie singen, stehen Melanie Diener und Thomas Hampson vor der Bühne und sind ganz Ohr. Immer wieder unterbrechen die Profis den Nachwuchs. „Lauter“, „leiser“, „pointierter“, „fließender, aber legato“ singen sollen die Drei. Beim nächsten Durchlauf klingt das, was eben schon sehr gut klang, noch einen Tick besser.

Dass an diesem Mittwoch Don Giovanni geprobt wird, freut die Zuhörerin Miriam Levine, denn das ist ihre Lieblingsoper. Die Waiblingerin sagt, sie habe sich „den ganzen Sixpack“ genommen – sprich: sie ist bei allen drei offenen Werkstatttagen vor- und nachmittags dabei. Ihr gefalle gut, wie Thomas Hampson mit dem Nachwuchs am Text arbeite und die Schüler so in ihre Rolle, deren Gefühlsleben und das Szenario hineinversetze, sagt Miriam Levine: „Er und Melanie Diener ergänzen sich gut.“

Einen Vormittag Mäuschen spielen

Auch Gisela Zimmermann ist seit vielen Jahren Opernfan und nun den zweiten Tag bei der Opernwerkstatt dabei, um Mäuschen zu spielen. „Melanie Diener macht das sehr anschaulich und einfühlsam“, sagt sie. Ihre Nebensitzerin ist auch begeistert von der kurzweiligen Probe, hat sich unter einer „offenen Opernwerkstatt“ allerdings etwas anderes vorgestellt. „Das hier ist schon ziemlich verbürokratisiert und nicht gerade niederschwellig.“ Für die 2. Opernwerkstatt, die es hoffentlich geben werde, sagt sie, wünsche sie sich, dass Zuhörer wie bei anderen Kursen dieser Art während der offenen Proben frei ein- und ausgehen können und auch keinen Eintritt zahlen müssen.

Hier kann man die Stipendiaten erleben

An diesem Donnerstag, 26. September, singen die Stipendiaten von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr im Bürgerzentrum Waiblingen, ab 17.30 Uhr bei „Waiblingen erfrischt“ auf dem Marktplatz. Am Samstag treten sie von 20 Uhr an mit den Stuttgarter Philharmonikern im Bürgerzentrum Waiblingen auf.




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