1.-Mai-Demo in Waiblingen Arbeiter wollen Zeichen setzen für ein gerechtes Europa

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Der Gewerkschaftsbund ruft auf zur 1.-Mai-Demonstration und zur Kundgebung in Waiblingen. Der Liedermacher Ralf Glenk und eine Volkstanzgruppe aus Fellbach kommen auf den Marktplatz.

Seit ein paar Jahren findet die Rems-Murr-Demonstration  am Tag der Arbeit  immer in  Waiblingen statt. Foto: Stoppel/Archiv
Seit ein paar Jahren findet die Rems-Murr-Demonstration am Tag der Arbeit immer in Waiblingen statt. Foto: Stoppel/Archiv

Waiblingen - Die alten Zahlen wollen sie toppen. Zur 1.-Mai-Demo und Kundgebung in Waiblingen seien in den Vorjahren meist rund 400 Teilnehmer gekommen, so Matthias Fuchs, der Geschäftsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall Waiblingen. Dieses Mal dürfen es nach den Vorstellungen der Organisatoren vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Rems-Murr gerne ein paar mehr werden. Denn es gehe um viel, erklärten die Veranstalter am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Gewerkschaftshaus in Waiblingen. „Europa. Jetzt aber richtig!“, lautet das Motto aller Kundgebungen in Deutschland, die dieses Jahr am Tag der Arbeit stattfinden. Dominik Gaugler vom DGB Nordwürttemberg sagte, die Arbeiter gingen für ein solidarisches und gerechtes Europa auf die Straße – und für „eine bessere Welt“. Fuchs: Europa sei zu wenig sozial, zu bürokratisch und zu wenig demokratisch.

Werner Rügemer im Club Manufaktur

Der DGB-Ortsverband Schondorf richtet bereits am Montag, 29. April, eine sogenannte Vormaiveranstaltung mit Werner Rügemer im Club Manufaktur aus, die um 19.30 Uhr beginnt. Der Autor liest aus seinem Buch „Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts“, in dem es unter anderem um den Kauf von Politikern, um prekäre Arbeitsverhältnisse, populistische Politik und Parallelgesellschaften in Finanzoasen geht.

Walter Burkhard vom DGB Rems-Murr sagte jetzt beim Termin im DBG-Haus und mit Blick auf die Lesung mit anschließender Diskussion: Das Rentenniveau müsse unbedingt wieder steigen. Fuchs erklärte, es sei „ein Skandal“, dass viele Menschen ein Leben lang arbeiteten und dann im Alter mit ihrer Rente nicht über die Runden kämen. Ebenfalls skandalös sei es, dass viele Arbeiter mit Dumpinglöhnen abgespeist würden.

Horst Schmitthenner ist der Hauptredner

Die Demonstration am 1. Mai beginnt um 10.30 Uhr vor der Pforte der Firma Stihl in der Stuttgarter Straße. Die Kundgebung soll gegen 11 Uhr auf dem Marktplatz losgehen, Hauptredner ist der ehemalige IG-Metall-Vorstand Horst Schmitthenner. Der Liedermacher Ralf Glenk und eine Volkstanzgruppe aus Fellbach sollen bis gegen 16 Uhr für Stimmung beim großen Gewerkschaftsfest mitten in Waiblingen sorgen.

Fuchs berichtete, dass die IG Metall im Zuge der zurzeit im KfZ-Handwerk laufenden Tarifrunde speziell im Rems-Murr- Kreis „tolle Aktionen“ an den Berufsschulen gestartet habe. Es gelte, „ein bisschen mehr Power zu entwickeln“, nicht nur bei den großen Firmen der Metall- und Elektroindustrie, sondern auch bei den Autohäusern. Es sei gelungen, neue, junge Mitglieder zu gewinnen – dieser Erfolg solle der Forderung nach fünf Prozent mehr Geld sowie zusätzlich eines „Extraplus’ für Azubis“ Nachdruck verleihen.

Die IG Metall sei momentan ferner damit beschäftigt, bundesweit einen sogenannten Transformationsatlas zu erstellen. Die Beschäftigten werden dazu befragt, wie ihre Arbeitgeber diese drei Zukunftsthemen angehen: E-Mobilität, Digitalisierung, Reduzierung von Kohlendioxid. Im Rems-Murr-Kreis würden unter anderem die Kollegen der Boschwerke und der Firma Stihl interviewt. Fuchs ist sich bereits heute ziemlich sicher: „Wir werden um das Thema Arbeitszeit nicht herum kommen“. Und das heißt für den Funktionär: weniger arbeiten als 35 Stunden pro Woche.