1. Mai in Hildrizhausen Mini-Dorffest der Gartenfreunde
Mit kurzer Vorlaufszeit gelingt es in Hildrizhausen, zum 1. Mai einen Umtrunk auszurichten.
Mit kurzer Vorlaufszeit gelingt es in Hildrizhausen, zum 1. Mai einen Umtrunk auszurichten.
Viele, vor allem kleine Vereine beklagen klamme Vereinskassen. Feste, wie sie früher veranstaltet wurden, lassen sich heute nicht mehr stemmen. Viele Aspekte sind dafür verantwortlich: Höhere behördliche Auflagen, gestiegene Erwartungshaltungen und nicht zuletzt die Motivation der Vereinsmitglieder. Um die fehlenden Einnahmen auszugleichen, bleibt meist nur die Erhöhung der Beiträge. Dass es auch anderes geht, hat am Wochenende der Verein Gartenfreunde in Hildrizhausen gezeigt. Mit seinen 18 Pächterfamilien hat er spontan ein Mini-Dorffest auf die Beine gestellt.
Bis vor Corona fand in Hildrizhausen jährlich am 30. April und 1. Mai das Dorffest zum Maibaumaufstellen statt. Eine jahrzehntelange Tradition, die unter der Leitung eines Organisationsteams von allen ortsansässigen Vereinen veranstaltet wurde. Jeder Verein hatte an diesen beiden Tagen seine Einsatzzeiten und konnte sich so seine Vereinskasse aufbessern. Die Gartenfreunde übernahmen da stets die Schicht des Getränkeausschanks, während die Freiwillige Feuerwehr den Maibaum stellte.
Nach Corona in den letzten beiden Jahren hatte sich das Orga-Team entschieden, das Dorffest aufgrund der bis dato unsicheren Lage auch 2022 ausfallen zu lassen. Als die Wehrleute sich jedoch entschlossen, einen Maibaum auf dem Dorfplatz aufzurichten, reagierten die Gartenfreunde spontan und ließen ihren Einsatz wieder aufleben. Innerhalb von zwei Wochen wurde ein Maibaum-Umtrunk auf die Beine gestellt. Leider war es durch die kurzfristige Organisationsphase nicht möglich, Gegrilltes anzubieten. Doch am Ende waren Wurst- und Käsebrötchen eine schöne Alternative zur Roten Wurst.
Kommentar von Claudia Bauernfeind: Vorbildlich
Eine Aktion wie sie jetzt bei den Gartenfreunden stattgefunden hat, wird nur durch die Motivation der Mitglieder möglich: indem Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden, anstatt das Gesamtpaket der Vereinsspitze zu überlassen.
Auch dürfen wir unsere Kinder und Jugendlichen nicht im Glauben aufwachsen lassen, dass Vereinsleben ein Selbstläufer ist. Wenn Grundschulkinder bei Festen begeistert Tische abräumen und Flaschen einsammeln, dabei den Vereinsfunktionären aber Kinderarbeit unterstellt wird, läuft etwas schief. Auch, wenn bei Pfadfindern eine Altpapiersammlung als zu gefährlich angesehen wird, gehen wichtige Grundlagen verloren. Basis muss sein, auch den jüngsten Mitgliedern zu vermitteln, dass ein Verein nicht umsonst Verein heißt: Nur mit vereinten Kräften geht es: indem jedes einzelne Mitglied seinen Beitrag leistet. Zumindest bei den Gartenfreunden geht es weiter: Am letzten Juniwochenende steht der Zwiebelkuchenverkauf am Backhaus bevor. Gut so.