1. Mai in Stuttgart Ausschreitung überschattet Demos zum Tag der Arbeit

Von Tilman Baur 

Gewerkschaften, Parteien und Bündnisse feierten weitgehend friedlich am 1. Mai den Tag der Arbeit. Aus einer Abspaltung des Zuges gab es allerdings eine Attacke mit Pyrotechnik auf die Polizei, bei der eine Beamtin leicht verletzt wurde

1.-Mai-Demo in Stuttgart Foto: Lg/Kovalenko 12 Bilder
1.-Mai-Demo in Stuttgart Foto: Lg/Kovalenko

Stuttgart - Bei strahlendem Sonnenschein haben Gewerkschaften, Parteien und verschiedene Bündnisse am Mittwoch den Tag der Arbeit weitgehend friedlich gefeiert. Aus einer Abspaltung des Zuges, der so genannten „Revolutionären 1. Mai Demo“, wurden allerdings Polizeibeamte mit Pyrotechnik beworfen. Ein Teilnehmer stürmte dabei auf die Polizei zu. Bei der anschließenden Auseinandersetzung mit Schlagstöcken und Pfefferspray wurde laut Polizei eine Beamtin und „vermutlich“ auch Demonstranten leicht verletzt. Die Polizei vermutet „Aktivisten der linken Szene“ hinter dem Angriff.

Bereits am Vormittag hatten sich mehrere Hundert Menschen versammelt und verwandelten den Marienplatz in ein Fahnenmeer. Der von einem Anti-Konflikt-Team der Polizei begleitete friedliche Demonstrationszug setzte sich um kurz nach zehn in Richtung Innenstadt in Bewegung. An der Ecke zur Kolbstraße forderte eine feministische Gruppe auf Transparenten mehr Gleichberechtigung. Über den Rotebühlplatz ging es schließlich zum vollen Marktplatz.

Soziale Missstände in Stuttgart angeprangert

Ein antikapitalistischer Block am Ende des Zuges setzte sich dort von der Hauptkundgebung ab und zog zum Karlsplatz weiter, um die „Revolutionäre 1. Mai Demo“ abzuhalten, aus der heraus dann die Attacke kam. Auf dem Marktplatz forderte der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Philipp Vollrath vor den Europawahlen „klare Kante gegen rechts“. Er prangerte soziale Missstände in Stuttgart an, darunter den Leerstand von 4000 Wohnungen. Dies sei kein Kavaliersdelikt, sondern ein Skandal. Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), forderte massive Investitionen in den sozialen Wohnungsbau: Deutschlandweit müssten 400 000 neue Wohnungen pro Jahr entstehen.

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