Elisabeth Goebel hat im Kreis ihrer Familie ihren 100. Geburtstag gefeiert.
Stuttgart-Weilimdorf - „Beginnet mit der Fröhlichkeit, und seid zu gutem Tun bereit“, heißt ein alter Rat, den auch Elisabeth Goebel nur empfehlen kann. „Dass ich heute so viele fröhliche Menschen um mich habe, das ist einfach schön.“ So sagte es die aus Oberschlesien stammende Jubilarin, die am Montag dieser Woche in Giebel im Kreis ihrer Familie ihren 100. Geburtstag gefeiert hat. Unter den Gratulanten waren unter anderem auch Erika Rosenitsch, die stellvertretende Bezirksvorsteherin von Weilimdorf, und Pater Matthias Hierlinger von der katholischen Kirchengemeinde Salvator.
Elisabeth Goebel ist in Neisse aufgewachsen. An ihre Kindheit erinnert sie sich sehr gern. Sie war die älteste von vier Geschwistern: „Ich hatte eine Schwester und zwei Brüder“, berichtet die Jubilarin. „Unser Vater hat immer gesagt, ein Kind ist ein Geschenk Gottes.“ Und weil man ein Geschenk Gottes nicht schlage, seien sie immer nur ermahnt, nie geschlagen worden“, erzählt Elisabeth Goebel.
Als junge Frau verlobte sie sich mit einem Lehrer. Vier Wochen vor der geplanten Hochzeit starb ihr Bräutigam in einem Zug, der von alliierten Flugzeugen angegriffen wurde. Der Zweite Weltkrieg nahm ihr auch die Heimat. „Ihr zweites Zuhause ist Baden-Württemberg geworden“, berichtet die Nichte Barbara Rossius, die Tochter der Schwester von Elisabeth Goebel. Diese hatte ebenfalls ihren Mann verloren, der im Zweiten Weltkrieg als Soldat ums Leben kam.
Der Tod der Schwester war ein weiterer Schicksalsschlag
Die beiden Schwestern waren unzertrennlich, beide arbeiteten auch für die DAK in Stuttgart, wo Elisabeth Goebel als Sachbearbeiterin bis zum Ruhestand tätig war. „Ich hatte dort sehr nette Kollegen“, berichtet Elisabeth Goebel. Mit einigen habe sie heute noch Kontakt. „Sie fragen mich immer, na Goebele, wie geht es denn“, sagt die Jubilarin und schmunzelt.
Für die Zeit der „Rente“ hatten sich die beiden Schwestern viel vorgenommen, unter anderem gemeinsame Reisen. Doch dann starb die Schwester Irmgard plötzlich und unerwartet mit erst 59 Jahren. Für Elisabeth Goebel war das ein Schock, diesen weiteren Schicksalsschlag habe sie fast nicht verkraften können. Ein Trost sei die Geburt ihrer Großnichte Tanja gewesen, die sie besonders ins Herz geschlossen hat. Sehr gefreut hat sich die Jubilarin auch über den Gratulationsbesuch ihrer Nichte Christa Einsiedler, die mit Ehemann Anton aus Nürnberg angereist ist.
Dankbar ist Elisabeth Goebel auch für die tatkräftige Hilfe ihrer Nachbarschaftshelferin Diana von der katholischen Kirchengemeinde in Giebel.