Champions League gegen Prag Die Bäume wachsen für den VfB nicht in den Himmel

Auch Mittelfeldspieler Angelo Stiller ist enttäuscht: der VfB hat sich gegen Sparta Prag mehr erhofft als ein 1:1. Foto: Pressefoto Baumann//Julia Rahn

Der VfB spielt 1:1 gegen Sparta Prag – da hatten sich Fans, Trainer und Spieler mehr erhofft. Dabei hätte es für die Stuttgarter mit ein bisschen mehr Mut, Kreativität und Durchsetzungskraft zum Sieg reichen können.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Wer geglaubt hatte, die Gäste von Sparta Prag hätten ihre Reise an den herbstlichen Wasen angetreten, um den harmlosen Sparringspartner für eine goldene Stuttgarter Europapokalnacht zu geben, der befand sich auf dem Holzweg. Die Tschechen haben längst verstanden, wie Champions League geht. Haben sie sich doch im Sommer durch drei Qualifikationsrunden gesiegt – und behielten auch in der energiegeladenen MHP-Arena gegen den VfB stets ihre Ordnung.

 

Die Stuttgarter haben beim 1:1 immerhin ihren ersten Punkt in der Königsklasse geholt – auch wenn sich viele mehr erhofft hatten. Spieler und Trainer inklusive. Doch die Bäume wachsen auch für den Bundesliga-Vizemeister trotz aller Euphorie in und um den Verein nicht in den Himmel.

Schließlich zeigte sich am Dienstagabend vor mit 60.000 Fans proppevollem Haus, dass es bei der Elf von Trainer Sebastian Hoeneß in diversen Bereichen noch Luft nach oben gibt. Da ist etwa der oftmals behäbige Spielaufbau, zu dem sich gegen Prag zuweilen auch ein Mangel an individuellen Ideen im Mittelfeld gesellte.

Auf den Flügeln fehlte zudem häufig die Durchsetzungskraft. Und vorne hing der Mittelstürmer Ermedin Demirović meist in der Luft. Seine Auswechslung nach 65 Minuten war die logische Konsequenz.

Munterer wurde das Spiel nach einem guten Start, der auch von der Energie der Fans in der Kurve getragen wurde, erst wieder im Schlussdrittel. Als etwa der eingewechselte Chris Führich auf links mutig ins Eins-gegen-Eins ging; und als Enzo Millot nach seinem kleinen Durchhänger Mitte der ersten Halbzeit im zentralen Mittelfeld aufblühte. Für einen Sieg über die tapferen Prager reichte es allerdings nicht mehr – was nach dem Spielverlauf auch in Ordnung ging.

Am 22. Oktober ist mit Juventus Turin nun wieder ein internationales Spitzenteam der nächste Gastgeber auf der Europareise des VfB. Die Bundesliga, das ist klar, bleibt das bei weitem wichtigere Tagesgeschäft für die Stuttgarter.

Doch mit etwas mehr Mut, Kreativität und Konsequenz als gegen Prag kann die Hoeneß-Elf auch in der Champions League für weitere Glanzlichter sorgen.

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