14. Stuttgarter Weiterbildungstag Getrieben vom digitalen Umbruch

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Beim Weiterbildungstag in Stuttgart informieren sich zahlreiche Menschen an 29 Ständen über verschiedene Berufen und Fortbildungen, die neuen Medien und deren Potenziale. Viele Berufsbilder erleben zurzeit Umbrüche.

Informationen gab es an 29 Ständen im Treffpunkt Rotebühlplatz. Foto: Lg/Achim Zweygarth
Informationen gab es an 29 Ständen im Treffpunkt Rotebühlplatz. Foto: Lg/Achim Zweygarth

Stuttgart - Bereits nach 20 Minuten ist die Warteliste zum Bewerbungsmappencheck am Stand vom Netzwerk Fortbildung voll. „Wir freuen uns natürlich über das große Interesse“, sagt Veronika Erler, die Leiterin vom Regionalbüro für berufliche Fortbildung in Stuttgart. Dass die Plätze so schnell vergeben sein würden, damit hatte sie nicht gerechnet. „Aber die Interessenten haben ja auch die Möglichkeit zu uns zu kommen und sich beraten zu lassen, unabhängig vom Weiterbildungstag“, so Erler. Seit drei Jahren findet der Weiterbildungstag, den das Netzwerk Fortbildung organisiert, jährlich im Treffpunkt Rotebühlplatz statt. Die 100 Teilnehmer, die in dem Netzwerk organisiert sind, wurden über den Weiterbildungstag im Vorfeld informiert und konnten sich so für oder gegen eine Teilnahme an dem Tag entscheiden. „Die Interessenten, die an diesem Tag hierher kommen, haben den Vorteil, dass sie viele verschiedene Angebote an einem Ort haben“, sagt Erler.

Berufsrückkehrer und Spätstarter

Vor Ort ist an diesem Vormittag auch die Bundesagentur für Arbeit, die über Weiterbildungsangebote aus ihrem Haus informiert. Thomas Wittwer, Koordinator für Weiterbildungsberatung der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart, teilt die Interessenten in drei Gruppen: Zum einen gebe es die Berufsrückkehrer oder Spätstarter, die sich nachträglich einen qualifizierten Abschluss erarbeiten wollen. Zum anderen seien da die Menschen, die neue Perspektiven entwickeln wollen.

Die dritte Gruppe seien die Arbeitnehmer, die feststellten, dass sich die Rahmenbedingungen im Beruf änderten und sie sich deshalb weiterbilden wollten. „Diese Gruppe hat in den vergangenen zehn Jahren extrem zugenommen“, ist dem Koordinator aufgefallen.

Besonders in Zeiten der Digitalisierung änderten sich viele Berufsbilder – und außerdem, so sagt Wittwer: „Der Markt ist anspruchsvoller geworden.“ Neue Technologien würden neue Herausforderungen mit sich bringen, sagt er. „Es gibt kaum noch Menschen, die sich nicht mit den neuen Medien auch im beruflichen Umfeld befassen wollen“, sagt Wittwer. „Denn schließlich sind Smartphones auch im Privatleben nicht mehr wegzudenken.“ Das Interesse an Fortbildungen in diesem Bereich sei groß, so der Koordinator.

Plädoyer für mehr Selbstvertrauen

In den Beratungsgesprächen, die Wittwer führt, geht es zumindest in den Erstgesprächen nicht darum, sofort eine passende Maßnahme zu finden, sagt der Koordinator: „Häufig muss zunächst erarbeitet werden, was der Mensch überhaupt beruflich will und was ihn ausmacht.“ Wittwer glaubt, dass jeder Arbeit findet, der weiß, was er will, was er kann und wer von diesen Fähigkeiten profitieren könnte. Wittwer plädiert für mehr Selbstvertrauen.

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