Faustball - Zwei eigene Siege am vorletzten Vorrundenspieltag in der Vaihinger Hegelhalle – und die Faustballer des TV Stammheim wären ihrer erhofften Teilnahme an der Endrunde um den Wiederaufstieg in die 1. Hallen-Bundesliga ein gewaltiges Stück nähergekommen. Denn: nur die zwei besten Mannschaften aus der Südgruppe der zweiten Liga erhalten für die anschließende Finalserie jeweils ein Ticket. Jedoch: wenn aus Sicht der Nord-Stuttgarter nicht noch ein Wunder geschieht, werden diese ihr angestrebtes Saisonziel verpassen.
Denn tatsächlich endete der jüngste Doppelspieltag am vergangenen Samstag für das ersatzgeschwächt angetretene Aufgebot von Trainer Alwin Oberkersch beim Gastgeber und Erzrivalen NLV Stuttgart mit Ernüchterung. Verantwortlich dafür war die wegweisende Niederlage im Derby gegen das Filderteam. Trotz eines kämpferischen Auftritts setzte es aus Sicht der Gäste schlussendlich ein 1:3 (4:11, 9:11, 11:9, 3:11). Zuvor hatten die beiden Stuttgarter Teams ihre Pflichtaufgaben gegen das abgeschlagene Schlusslicht TSV Unterpfaffenhofen jeweils erfolgreich erledigt. Die Vaihinger mühten sich zu einem knappen 3:2-Erfolg, während sich die Stammheimer mit einem glatten 3:0 auf das nachfolgende „Endspiel“ gegen ihren Lokalkontrahenten eingestimmt hatten.
„Dass wir zum ersten Mal seit der Hallensaison 2002/03 – damals als Schwabenligameister und Zweitligaaufsteiger – eine Hallensaison nicht in der ersten Bundesliga oder als Erstligaaufsteiger beenden, ist schon fast geschichtsträchtig und natürlich enttäuschend“, lautete das Fazit des Stammheimer Trainers Oberkersch. „Wir mussten in Vaihingen notgedrungen einen nominellen Defensivspieler als Hauptangreifer einsetzen, dazu zwei U-16-Spieler und zwei Akteure im Alter von 40 und 41 Jahren – von denen einer verletzungsbedingt eigentlich gar nicht einsatzfähig ist. Wenn dies das beste Aufgebot ist, das man in ein Spitzenspiel schicken kann, muss man über eine Niederlage auch nicht enttäuscht sein“, sagte der Coach, der notgedrungen am Spieltag selbst auf dem Feld hatte einspringen müssen.
Vor dem abschließenden Doppel-Spieltag am Samstag, 5. Februar, führt der als Südmeister schon feststehende TV Waldrennach (26:2 Punkte) das Klassement vor den punktgleichen NLV Vaihingen und TV Vaihingen/Enz II (jeweils 18:6 Punkte) souverän an. Letztere sind jedoch nicht an der Aufstiegsrunde teilnahmeberechtigt, weil die erste Mannschaft aus Vaihingen/Enz bereits im Bundesliga-Oberhaus vertreten ist. Dahinter liegen die Stammheimer mit 14:8 Zählern auf dem vierten Tabellenplatz – und könnten ihren Lokalkonkurrenten nur dann noch überflügeln, wenn das erwähnte Faustball-Wunder auch tatsächlich einträte. „Eine theoretische Chance bleibt zwar noch. Aber es ist nicht zu erwarten, dass sich Vaihingen noch einen Ausrutscher leistet und wir zudem alle restlichen Spiele deutlich gewinnen“, gibt sich Oberkersch realistisch.