Fünfmal schepperte es im eigenen Kasten: Die SV Böblingen (in Blau-Weiß) kassierte ihre zweite Heimniederlage der Saison. Foto: Stefanie Schlecht
Fast wäre der SV Böblingen in der 2. Hallenhockey-Regionalliga eine tolle Aufholjagd geglückt. Doch am Ende fehlten Zeit und Torchancen, um gegen Rot-Weiß München einen Punkt zu holen.
Anfangs lief es richtig gut für die Hausherren. Spielertrainer Claudius Müller setzte die erste und bis zum Ende einzige SVB-Strafecke ins Netz und David Scheufele legte das 2:0 nach. „Das erste Viertel war richtig cool. Wir hätten sogar noch höher führen können“, hatte Teammanager Giuseppe Ciafardini an der Leistung zunächst wenig auszusetzen.
SV Böblingen verlor schon das Hinspiel gegen Rot-Weiß München mit 4:5
Doch die routinierten Gäste ließen sich vom Rückstand nicht verunsichern. Bereits im Hinspiel waren sie hinten gelegen, um doch mit 5:4 die Oberhand zu behalten. Obwohl das Resultat beim zweiten Duell genau das gleiche war, schien die Sache eine deutlichere Angelegenheit zu sein.
„Die Münchner waren heute individuell wie auch als Gruppe giftiger und stärker“, musste Ciafardini eingestehen. Richtig spürbar wurde der Unterschied vor allem dann, wenn bei der ersatzgeschwächten SVB der jung besetzte zweite Block aufs Feld kam.
Claudius Müller (am Ball) hatte im ersten Viertel das 1:0 für die SV Böblingen erzielt. Foto: Stefanie Schlecht
Im zweiten Viertel drehten die Bayern mit zwei verwandelten Strafecken und einem Siebenmeter die Angelegenheit. Zur Pause stand es also 2:3 aus Sicht der Einheimischen. Nach Wiederanpfiff setzte sich Rot-Weiß mit dem 2:4 noch weiter ab. Die davonschwimmenden Felle wollten die Böblinger wieder reinholen, indem Torhüter Marius Graf mit Beginn des letzten Abschnitts für einen zusätzlichen Feldspieler auf die Ersatzbank ging.
Die taktische Maßnahme mit der künstlichen Überzahl funktionierte erstmal nicht wie gewünscht. Im Gegenteil. Schnell zeigte sich, dass jeder gröbere Fehler sofort mit einem Gegentor bestraft wird. So stand es neun Minuten vor dem Ende 2:5, und bei einem Siebenmeter hätte die Auswärtstruppe ihr sechstes Tor nachlegen können, doch Graf verhinderte das. Kurz darauf verkürzte Scheufele mit seinem zweiten Treffer auf 3:5, keine 60 Sekunden später brachte Jakob Kohlhas die Böblinger auf 4:5 heran.
„Eine richtige Chance zum Ausgleich bekamen wir leider nicht mehr“, sah Giuseppe Ciafardini sein Team in den letzten vier Zeigerumdrehungen vergeblich anrennen. Nach dem Schlusspfiff betonte der Teammanager den positiven Aspekt der knappen Niederlage: „Unser positives Torverhältnis haben wir weitgehend bewahrt. Das kann am Ende noch wichtig werden.“