Gegen den SV Walldorf war der TSV Schönaich in einer komfortablen Situation, verlor aber dennoch. Foto: Imago/Cavan Images
Der TSV Schönaich muss bis zum letzten Wettkampfwochenende um den Klassenerhalt in der 2. Schach-Bundesliga zittern. Dabei hätte er am vorletzten einen großen Schritt gehen können.
Moritz Reck
11.02.2026 - 09:32 Uhr
Zur vorletzten Doppelrunde der 2. Schach-Bundesliga reiste der TSV Schönaich in den Kraichgau nach Eppingen. Dort wartete direkt ein Abstiegskracher auf das Team.
Vom Start weg lief gegen den SV Walldorf alles wie am Schnürchen. Der Plan lautete, die hinteren Bretter zu halten und an den drei Spitzenbrettern zuzuschlagen. Tobias Bärwinkel, Noah Geltz und der elfjährige Yunqi Li sorgten mit drei sicheren Remis für den 1,5:1,5-Zwischenstand, ihre Kollegen lagen auf Kurs.
TSV Schönaich steuert gegen SV Walldorf auf Sieg zu, verliert aber doch
Edvin Trost hatte in einem Schwerfigurenendspiel die bessere Bauernstruktur, Carles Diaz Camallonga hatte einen Mehrbauern, Bryan Smith schnürte seinen Gegner in der Defensive ein, Chris Beyer hatte ebenfalls einen Bauern gewonnen, und Kapitän Moritz Reck konnte mit einem korrekten Figurenopfer den gegnerischen König freilegen. Das sah also gut aus.
In dieser komfortablen Situation schien es verschmerzbar, dass Smith in Zeitnot den Überblick verlor und den ganzen Punkt abgeben musste. Auch dass Reck auf Nummer sicher ging und schließlich Dauerschach geben musste, war noch kein Grund zur Sorge. Diaz Camallonga verwertete seinen Mehrbauern gewohnt cool zum 3:3-Ausgleich.
Alles läuft auf ein Abstiegsfinale hinaus
Als Trost in ein schlechtes Damenendspiel gehen musste, war die Spannung greifbar, doch das Pendel schlug zuungunsten des TSV aus. Beyer stellte den Mehrbauern ein, und Trost musste sich schließlich nach 100 Zügen zur völlig unnötigen 3,5:4,5 Niederlage geschlagen geben, obwohl es lange Zeit eher nach einem 6:2-Sieg ausgesehen hatte.
Tags darauf gegen den SC Eppingen hatten die Schönaicher eh nicht mit Punkten gerechnet, zumal Bärwinkel kurzfristig ausfiel. Nils Stukenbrok sprang spontan ein, sodass die Mannschaft wenigstens komplett antreten konnte. Das Match bot dieses Mal keine überraschenden Wendungen. Smith gewann seine Partie, und Trost, Diaz Camallonga sowie Geltz trugen je ein Remis zur 2,5:5,5-Niederlage bei.
Gegen den SC Eppingen gab es keine überraschenden Wendungen. Foto: Imago/Zoonar
Nun läuft alles auf ein echtes Abstiegsfinale am letzten Wettkampfwochenende hinaus, wenn der TSV Schönaich in Bayern erst auf den SC Garching und dann auf den SC Bavaria Regensburg trifft.