Der elfjährige Yunqi Li konnte seine erste Zweitligapartie direkt gewinnen. Foto: mre
Der TSV Schönaich hat in der 2. Schach-Bundesliga einen wichtigen Sieg und ein Remis eingefahren. Im zweiten Spiel des Wochenendes war ein elfjähriger Debütant die große Überraschung.
Der stärkste Schönaicher Carles Diaz Camallonga kam mit Weiß nicht über ein Remis hinaus, während Chris Beyer und Kapitän Moritz Reck schon etwas prekär standen. Immerhin konnte Beyer durch ein taktisches Scharmützel die Partie drehen, während parallel Reck und Edvin Trost Niederlagen einstecken mussten.
Yunqi Li sorgt in der 2. Schach-Bundesliga beim TSV Schönaich für Aufsehen
Die verbliebenen vier Spieler setzten nun alles daran, ihre Vorteile zu verdichten. Am besten gelang das Tobias Bärwinkel dank zweier Mehrbauern, Noah Geltz im Turm- und Daniel Garcia Ramos im Läufer-Endspiel, die mit ihren Siegen trotz eines Unentschiedens von Bryan Smith für den 5:3-Endstand sorgten.
Mit diesem Sieg im Gepäck gingen die Schönaicher auch ihre zweite Partie an, auch in dem Wissen, dass die Aufgabe gegen Tabellenführer SC Viernheim II nicht leichter wird. Nach der schwachen Leistung von zuvor machte Reck Platz für das erst elfjährige TSV-Talent Yunqi Li, und dieser Schachzug ging voll auf.
Dem TSV Schönaich gelingt überraschend ein Remis gegen den Tabellenführer. Foto: Imago/Ukrinform
Mit Schwarz übernahm Li gegen den etwas passiven Aufbau seines Gegners von Beginn an das Kommando und erzwang durch einen Bauerndurchbruch die Führung. Da Beyer trotz einer Mehrfigur und auch Smith nicht über ein Remis hinauskamen, stand es nach drei Partien 2:1.
Während Bärwinkel in seinem Duell die Waffen strecken musste, hielt Noah Geltz seine Stellung mit weniger Qualität souverän remis. Nach einem Remis von Trost konnte Garcia Ramos das Team mit seinem zweiten Sieg des Wochenendes wieder mit 4:3 nach vorn bringen. Der Ausgang der Begegnung hing damit an der letzten Partie von Diaz Camallonga, der die undankbare Aufgabe hatte, eine Verluststellung zum Remis zu halten. Dank zäher Gegenwehr sah es so aus, als könnte er das tatsächlich schaffen, doch er fand die entscheidende Idee nicht, sodass der TSV sich mit einem 4:4-Unentschieden begnügen musste.
Für die Schönaicher wäre nach dem Spielverlauf auch ein zweiter Sieg möglich gewesen, doch auch dieser eine Punkt für die Tabelle hält die Klassenerhaltschancen am Leben. „Aus den ausstehenden vier Partien sind die vermutlich benötigten vier Punkte noch machbar“, denkt Moritz Reck. „Erst recht wenn es dem Team gelingt, an diese Leistung anzuknüpfen.“