20 Jahre Gesangsschule Go Vocal Der Hort der Kreativen für die Singenden

Von Armin Friedl 

Am 7. Dezember ist das Jubiläumskonzert von Go Vocal im Kursaal – Susanne Schempp kommt mit Trio Honey Pie

Susanne Schempp probt mit den VocaLadies Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky
Susanne Schempp probt mit den VocaLadies Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Stuttgart - Menschen, die am 9. 9. 1999 heirateten, haben eher Pech in der Ehe, trotz der leicht zu merkenden Schnapszahl – heißt es zumindest aus Kreisen des Stuttgarter Standesamts. Aber am 9. 9. 1999 eine Gesangsschule zu gründen – das kann gut gehen. Das ist auf jeden Fall so bei der Stuttgarter Gesangsschule Go Vocal. Denn die gibt es heute noch und ist laut ihren Gründerinnen erfolgreicher denn je. Und Ilona Nowak, Petra Straue und Susanne Schempp sind sehr erfahrene Gesangskünstlerinnen, die aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wissen, wann jemand Erfolg hat und was da an Arbeit und Disziplin dahintersteckt. Schempp etwa war mehr als 30 Jahre fester Bestandteil des legendären Damen-Trios Honey Pie.

Der Hort der Kreativen

Es hat eben Hand und Fuß, was die drei Frauen da so machen, sowohl künstlerisch als auch in schulischer Hinsicht. Und etwas Glück gehört auch mit dazu. Etwa bei der Wahl des Standorts. Dieser ist nun nicht gerade weit weg vom Theaterhaus auf dem Pragsattel. Aber es will schon gut überlegt sein, dort die Stadtautobahnen B 295 von und nach Feuerbach zu überqueren, die Siemensstraße, oder gar die Piste B 10 von und zur Autobahn A 81, die Heilbronner Straße, um dann in einem sehr industriell geprägten Gebiet zu landen. Dann aber, in der Junghansstraße 5, befindet sich ein Hort der Kreativen auf dem MKI-Areal: Firmengründer, Künstlerateliers, Anwälte, Dienstleister sind da untergebracht – und eben von Anfang an auch die Gesangsschule Go Vocal.

Hier geht es ausschließlich um den Gesang

„Wir sind die einzige Schule in Deutschland, die nur Gesang anbietet“, behauptet Petra Straue selbst. Die Betonung liegt auf dem Wort nur. Denn natürlich kann Gesang studiert und geübt werden an zahlreichen Musikschulen, Unis, auch Popgesang etwa in der Popakademie Mannheim. Aber eben unter anderem neben vielen anderen musischen Instrumentenfächern. Und bei Go Vocal geht es eben nur und ausschließlich um den Gesang. Und deshalb wird dort denkbar viel in Sachen Gesang angeboten: Wer seinen Eltern oder Großeltern mal weitgehend unfallfrei ein Ständchen singen möchte, ist willkommen. Wer ein Großprojekt wie eine CD oder eine komplette Bühnenshow realisieren möchte, bekommt hier viele Tipps von jenen, die selbst so etwas schon gemacht haben. Wer in der Heavy-metal-Branche groß rauskommen will, ohne in kürzester Zeit seine Stimme ruiniert zu haben – hier gibt es die Erfahrung, wie so etwas geht. Und wer in Casting-Shows a la Deutschland sucht den Superstar ganz vorne mit dabei sein will, wird ebenfalls nicht abgewiesen. „Außer Gesangsübungen bieten wir da eine psychologische Betreuung an und erläutern, wie das dort abgeht“, so Schempp, „die Leute sollen sich da eben nicht mit falschen Erwartungen darauf einlassen. Aber warum soll man daran mal nicht teilnehmen und schauen, wie sich so was anfühlt.“

Andere kommen, um etwas Neues zu entdecken: Die Stuttgarter Autorin Elisabeth Kabatek etwa, bekannt geworden mit ihren Brezel- und Laugenweckle-Romanen. Die hat bei Go Vocal nun nicht das Schreiben gelernt, dafür das Singen, insbesondere den freien Jazzgesang. „In Kirchenchören habe ich schon sehr viele Jahre gesungen“, so Kabatek, „und da hatte man immer ganz akkurat das Notenblatt in der Hand“. Im Jazz geht das freilich gar nicht, da wird auswendig gesungen, da wird spontan improvisiert.

Drei Chöre sorgen für den guten Ton

Andere prominente Namen, die bei Go Vocal den Feinschliff bekommen haben, wären etwa die Sängerin Fola Dada, die A-cappella-Musiker Die Füenf, die Comedians Eure Mütter oder Pepper & Salt. Doch für das Salz in der Suppe sorgen bei Go Vocal eher die vielen weniger bekannten Menschen, die mit spezifischen Anliegen kommen und da ein Stück Wegbegleitung benötigen oder die Neues bei sich entdecken wollen. Für die stehen etwa 20 Lehrkräfte bereit, die sich in den verschiedensten Stilrichtungen des Singens auskennen. Und es gibt die drei Chöre der Gesangsschule, die verschiedene Gesangsrichtungen bedienen: Der Jazz-Pop-Chor Suite Peppers, ein Gospel- und ein Sixties-Chor, einer für Anfänger und schließlich VocaLadies, der Chor für die Fortgeschrittenen.

Dieses Jubiläumsjahr beschließt als Höhepunkt einen Auftritt des Sixties in Motion, der VocaLadies und des Go Vocal-Gospelchors am Samstag, 7. Dezember, um 19 Uhr im Kursaal von Bad Cannstatt.




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