Vor mehr als 20 Jahren hat Landfrauen-Vereinsmitglied Hilde Pfeil im Fernsehen einen Film über den prächtigen Osterbrunnen in Schechingen auf der Schwäbischen Alb gesehen, erzählen Marianne Hald und Helga Barth. Sie waren 2005 Vorstände bei den Landfrauen. Der Film hat Hilde Barth wohl nachhaltig beeindruckt, denn bald „fuhr sie im ganzen Ländle rum und hat Osterbrunnen angeschaut“, erinnern sich die beiden lachend. Nach Kornwestheim zurückgekehrt, stand der Entschluss bei Hilde Pfeil fest. Im alten Dorf sollte es auch so einen Osterbrunnen geben, und zwar unterhalb der Dorfkirche. Marianne Hald und Helga Barth waren sofort von der Idee begeistert und machten sich an die Umsetzung. Den Landfrauen kamen dabei ihre vielen Verbindungen im alten Dorf zugute. Zum Beispiel braucht man ein großes Drahtgestell über dem Brunnen, um das die grünen Zweige der Girlanden gewunden werden. „Das hat Traude Müller, von der Gärtnerei Müller, machen lassen“, berichtet Helga Barth. Mit nunmehr 85 Jahren ist sie die Seniorin bei den hiesigen Landfrauen. Das Gestell wird heute noch verwendet, erzählt sie.
Sofort von der Idee begeistert
Hilde Pfeil stellte den Stall ihres bäuerlichen Anwesens zur Verfügung und sorgte, zusammen mit Marianne Hald, für Kaffee und Kuchen bei der anstrengenden Arbeit an den Girlanden. Für deren Binden braucht man eine Menge Platz. Den gab es in der Scheune zwar, allerdings war es dort im Frühjahr, vor Ostern, oft richtig kalt. „Am Karfreitag 2008 hat es sogar geschneit“, erinnern sich die Frauen.
Ende 2010 stand aber für Hilde Pfeil fest: Sie konnte ihre Scheune nicht mehr für die Girlanden-Aktion zur Verfügung stellen. Bei der Suche nach einem alternativen Raum war nun Eile geboten, denn schon wenige Monate später stand eine neue Binde-Aktion bevor. Hier kam Marianne Hald zugute, dass sie Imkerin ist. „Beim Neujahrsempfang im Landratsamt war ich zum ersten Mal für den Bienenzüchterverein Ludwigsburg 1 eingeladen“, erinnert sie sich. Dabei sei sie mit der damaligen Oberbürgermeisterin Ursula Keck ins Gespräch gekommen und habe von den Problemen der Landfrauen berichtet. „Frau Keck hat da gleich vorgeschlagen, dass wir die Räumlichkeiten der Stadtgärtnerei dafür nutzen könnten.“
Hilfe von der damaligen Oberbürgermeisterin Ursula Keck
Kurze Zeit später, im Frühjahr 2011, konnten die Landfrauen zum ersten Mal in der Stadtgärtnerei Girlanden binden. Das ist bis heute so geblieben. Ebenfalls seit 2011 bringt die Stadtgärtnerei die grünen Zweige für den Brunnenschmuck.
Während Helga Barth und Marianne Hald in Erinnerungen schwelgen, hat die Gastgeberin und jetzige Vereinsvorsitzende Ingrid Ergenzinger auf ihrem Laptop die Helferliste für die diesjährige Binde-Aktion im Blick. „Für dieses Jahr haben wir genug Helferinnen“, freut sie sich.
Am Palmsonntag, dem 13. April, wird ab 13.30 Uhr der 20. Kornwestheimer Osterbrunnen gefeiert. Zu Beginn gibt es eine kurze Einführung von Barbara Geib. Ab 14 Uhr sind die Besucherinnen und Besucher zu Kornwestheimer Landfrauen-Kuchen und Kaffee ins nahe Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeindehaus oberhalb der evangelischen Martinskirche eingeladen. In der Zeit danach ist der Osterbrunnen im Alten Dorf zu bewundern. Auch in diesem Jahr haben die Frauen neue Ideen zur Farbgestaltung und Anordnung der Girlanden und der vielen Eier umgesetzt.