2:0-Sieg der DFB-Elf Enttäuschende Nagelsmann-Elf zittert sich zum Sieg
Die deutsche Elf enttäuscht beim 2:0 in Luxemburg über weite Strecken. Jetzt reicht in der WM-Qualifikation im Gruppenfinale ein Unentschieden gegen die Slowakei.
Die deutsche Elf enttäuscht beim 2:0 in Luxemburg über weite Strecken. Jetzt reicht in der WM-Qualifikation im Gruppenfinale ein Unentschieden gegen die Slowakei.
Das mit Abstand Schönste am Spiel der deutschen Fußball-Nationalelf waren ihre Trikots im neuen Design – mit kräftigen Nationalfarben von den Schultern bis zur Brust. Deprimierend schwach präsentierte sich dagegen über weite Strecken der Auftritt der Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Immerhin: Nach einer desolaten ersten Halbzeit haben die Deutschen ihre WM-Qualifikationspartie in Luxemburg noch mit 2:0 (0:0) gewonnen. Es war nicht mehr als ein Zittersieg gegen einen lange tapfer dagegen haltenden Außenseiter.
Weil die Luxemburger am Ende physisch abbauten, sind die Chancen der deutschen Mannschaft auf die WM-Tickets durch ihren Erfolg dennoch gestiegen: Zwar gewann die Slowakei im Parallelspiel der Gruppe A gegen Nordirland mit 1:0. Doch die punktgleichen Deutschen haben die bessere Tordifferenz. Daher reicht in der abschließenden Partie am Montag (20.45 Uhr/ZDF) in Leipzig ein Unentschieden gegen die Slowaken für Platz eins. Nur der Erste qualifiziert sich direkt für die WM-Endrunde 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.
„Wir konnten vor der Pause das Spiel nicht beruhigen. Danach war es dann besser“, sagte der Bundestrainer Nagelsmann: „Die Tore haben wir zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Gegen die Slowakei spielen wir jetzt nicht auf Unentschieden, sondern wir wollen gewinnen.“
Für die DFB-Elf war Nick Woltemade (49., 69.) in Luxemburg per Doppelpack als Torschütze zur Stelle. Doch auch er war in der ersten Halbzeit komplett untergetaucht. „Das war kein Leckerbissen. In der ersten Hälfte hatten wir zu wenig Intensität, waren daher nicht gut. Nach dem Seitenwechsel haben wir mehr Druck rein bekommen“, sagte Woltemade: „Wir haben erkannt, dass es vor der Pause nicht ausreichend war. Aber letztlich ist es mir egal, wie wir den Sieg geholt haben. Er war ganz wichtig.“
Nagelsmann hatte im Vergleich zum Sieg in Nordirland die erwarteten drei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen: Der Kapitän Joshua Kimmich (Kapselverletzung) und Nico Schlotterbeck (Fußverletzung) fehlten, genauso wie der gelbgesperrte Karim Adeyemi. Neu ins Team kamen Waldemar Anton, Ridle Baku und Leroy Sané.
Vor 9214 Zuschauern im Stade de Luxembourg kam die enttäuschende deutsche Elf ganz schwer in die Partie: Ein Schuss von Florian Wirtz, ein Kopfball von Anton, das war die einzige Ausbeute der Gäste in den ersten 20 Minuten. Dagegen präsentierten sich die von Ex-Bundesligaprofi Jeff Strasser trainierten Gastgeber ohne jede Scheu. Früh presste der vermeintliche Fußballzwerg, der im Hinspiel in Sinsheim mit 0:4 unterlegen war – und hatte bei Regenwetter die erste Großchance der Partie: Der 20-jährige Aiman Dardari vom FC Augsburg zielte mit seinem Flachschuss aber knapp neben den rechten Pfosten des deutschen Tores. Von spielerischer Dominanz der Deutschen war derweil gar nichts zu sehen.
Die Nagelsmann-Elf spielte fahrig, unsicher, zu ungenau und ohne Tempo – viele kleine Schlampigkeiten summieren sich so zu einem fußballerischen Wirrwarr. Luxemburg machte weiter das Spiel, der Auftritt des viermaligen Weltmeisters, für den Serge Gnabry in der besten Chance immerhin knapp neben das Tor schoss (25.), war bis zum Pausenpfiff des englischen Schiedsrichters John Brooks zutiefst erschreckend.
Dann der kurze Hallo-Wach-Effekt nach dem Seitenwechsel: Sané passte von rechts schwungvoll nach innen in den Strafraum, wo Woltemade in Mittelstürmer-Manier mit links zum 1:0 einschoss (49.).
Doch die Deutschen ließen weiter jede Souveränität vermissen – und mussten einmal mehr durchschnaufen, als Christopher Martins fünf Meter vor dem Tor für Luxemburg ein ganz dickes Ding liegen ließ (65). Dann erlöste erneut Woltemade die Gäste von ihren größten Sorgen. Von Baku steil in den Sechzehner geschickt, netzte der Ex-Stuttgarter zum 2:0 ein (69.). Den Luxemburgern schwanden nun die Kräfte, sodass der deutsche Sieg am Ende trotz der vielen Unzulänglichkeiten verdient war. Doch von einer WM-Form ist man aktuell noch meilenweit entfernt.
Am Montag geht es nun ins Gruppenfinale in Leipzig gegen die Slowakei. Dann will die Nagelsmann-Elf Revanche für das peinliche 0:2 von Bratislava im September nehmen. Dafür ist allerdings eine deutliche Leistungssteigerung notwendig.