Gut 600 Menschen haben über die Auswahl der neuen Skulpturen am Korber Kopf abgestimmt. Nun verraten die Kuratoren, welche Werke kommen und wie es mit der Schau weitergehen soll.
Annette Clauß
24.01.2026 - 08:00 Uhr
Ein Ausflug auf den Korber Kopf (Rems-Murr-Kreis) lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Das beweisen die Fotos, die Manfred Schneider von der Projektgruppe der Skulpturenschau „Köpfe am Korber Kopf“ vergangenes Jahr vom Frühjahr bis zum Winter dort oben gemacht hat: In sattem Grün, bunten Herbstfarben oder schneebedeckt in Weiß, bei Sonnenschein oder im Vollmondlicht – der Hausberg der Gemeinde Korb macht etwas her und belohnt diejenigen, die den Weg bergauf nicht scheuen, mit einem tollen Panoramablick.
Seit dem Jahr 2007 ist der Hügel nicht nur eine Landmarke, sondern auch ein Ort, der Natur und moderne Kunst zusammenbringt. Jahr für Jahr organisieren der Künstler Guido Messer und seine Frau Ruth zehn Skulpturen, die ein Jahr lang unter freiem Himmel präsentiert und teilweise bespielt werden, sei es mit einem Kunstfrühstück, einem Konzert oder Improvisationstheater. Sieben Kunstwerke stammen dabei von Profis, drei von Amateuren – und alle widmen sich dem Thema Kopf.
Welche Werke bei der 20. Ausgabe ab dem 10. Mai zu sehen sind, das haben die Kuratoren dieses Mal der kunstinteressierten Öffentlichkeit überlassen. Mehr als 600 Menschen haben dazu aus den bisher gezeigten Skulpturen ihre Favoriten ausgewählt, die zehn Werke mit der höchsten Stimmenanzahl machten das Rennen. Vier davon stehen bereits als Teil der 19. Skulpturenschau oben am Korber Kopf: Die fünf Frauenfiguren von Charlott Szukala bleiben ebenso für ein weiteres Jahr vor Ort wie die Skulptur Vis-avis von Lisa Klimesch und Gernot Zechling und die Amateurarbeiten „Gedankenspiel“ der Jugendmusik- und Kunstschule Backnang und „Höhenflug und Erdenruf“ des Staufer-Gymnasiums Waiblingen.
Mehrere Favoriten sind nicht verfügbar
Das Organisationsteam der Skulpturenschau: Ruth Messer, Annemarie Luithardt, Guido Messer und Manfred Schneider (v.l.) Foto: Gemeinde Korb
Weitere Favoriten waren Gregor Oehmanns „Himmelwärts II“ und Walter Zepfs „Wasserrad“, Horst Wendlands „Blick ins Blau“ und die Skulptur „Stille“ von Werner Bitzigeio. Gregor Oehmann habe seine Arbeit mittlerweile verkauft, sagt Ruth Messer: „Sie steht jetzt im Kreis Ludwigsburg in einem privaten Garten und es bräuchte einen Kran, um sie dort herauszuholen.“ Daher klappt es nicht mit einem Wiedersehen in Korb. Auch Walter Zepfs Wasserrad wird sich nicht auf die Reise machen – es ist andernorts Teil einer Skulpturenschau. Als Ersatz rücken Horst Peter Schlotters „Blick ins Blau“ und Wolfgang Thiels „B/loses schichten“ nach.
Was ändert sich ab der 25. Skulpturenschau?
Auch die Arbeit „Persil bleibt Persil“ von Guido Messer kann nicht gezeigt werden, sie ist für drei Jahre nach Weissach im Tal ausgeliehen. Die nächstplatzierte „Zunge“ steht mittlerweile versteckt in einem Bambusdickicht im Skulpturengarten der Messers in der Toskana. „Die Skulptur da rauszuholen und tausend Kilometer per Lastwagen zu transportieren, wäre zu teuer.“ Stattdessen wird nun die Arbeit „Kopf und Hand“ zu sehen sein.
Dass die Skulpturenschau zur festen Institution wird, das hätten Ruth und Guido Messer anfangs nicht gedacht. „Wir haben aber immer gute Unterstützung vom Rathaus und vom Bauhof und so macht es großen Spaß“, sagt Ruth Messer in Richtung des im vergangenen Jahr neu gewählten Bürgermeisters Markus Motschenbacher, der die Skulpturenschau „eine großartige Erfolgsgeschichte“ nennt. Aber man muss im Organisationsteam altersbedingt die Kräfte gut einteilen. Kurator Guido Messer zum Beispiel hat diese Woche seinen 85. Geburtstag gefeiert. Bis zur 24. Skulpturenschau will das Team wie bisher weiter machen.
Für die Zeit danach haben die Ehrenamtlichen auch schon eine Idee: Ab der 25. Auflage könnten am Korber Kopf zehn Skulpturen, die Guido Messer zur Verfügung stellt, aufgestellt werden und dauerhaft dort bleiben. „Dann gibt es zwar keine wechselnden Skulpturen mehr, aber einen Messer-Weg am Korber Kopf“, sagt Ruth Messer.