200 Jahre Fahrrad Von der Draisine zum Bambus-Bike

Von Ulrike Otto 

Eine Ausstellung gibt einen Überblick über 200 Jahre Fahrrad und erzählt Radgeschichten vom Engelberg.

Museumsleiterin Kristin Koch-Konz zeigt den Draisinen-Nachbau. Dahinter steht ein Mountainbike mit Bambus-Rahmen, das ist in Leonberg gefertigt wurde. Foto: Otto 12 Bilder
Museumsleiterin Kristin Koch-Konz zeigt den Draisinen-Nachbau. Dahinter steht ein Mountainbike mit Bambus-Rahmen, das ist in Leonberg gefertigt wurde. Foto: Otto

Leonberg - Vergangenheit und Gegenwart – gleich am Eingang des Stadtmuseums stehen sie einträchtig nebeneinander: der Nachbau einer Draisine, mit der Karl Drais vor 200 Jahren zum ersten Mal eine Fahrt unternahm und ein in Leonberg gefertigtes Mountainbike, dessen Rahmen aus Bambus besteht. „Ein ­Museum hält sich ja nicht mit der Vergangenheit auf, sondern schaut, worin unsere Gegenwart begründet ist“, sagt Museumsleiterin Kristin Koch-Konz, die die Schau „Geschichte(n) rund ums Rad“ auf die ­Beine gestellt hat.

Die Original-Draisine wiegt 22 Kilo

Anfangs habe sie gezögert. „Ich habe gedacht, bei diesem Jubiläum springen viele Museen auf den Zug auf“, erzählt sie. Doch außer den beeindruckenden und großen Ausstellungen in Mannheim und Hamburg gebe es kaum etwas, schon gar nicht in kleineren Museen in der Region. Was ihr aber auch das Glück bescherte, zwei Sammler zu gewinnen, die Exponate zur Verfügung stellen. Wie etwa den Draisinen-Nachbau. „Original-Draisinen sind allerdings filigraner gebaut und wiegen etwa 22 Kilo“, ­berichtet Koch-Konz. Das entspricht dem Gewicht eines zeitgenössischen Holland­rades.

Es ist aber nicht zu vergleichen mit dem Bambus-Fahrrad. „Das Besondere an diesem Rad ist nicht nur Werkstatt, sondern der Gedanke des Selbermachens“, erklärt die Museumsleiterin. Die Macher hinter „Bamboo Beix“ aus Leonberg erklären dann auch am Sonntag, 7.Mai, 14.30 Uhr, in einem Erzähl-Café ihre Arbeit.

Von der Kerzenleuchte zum Bosch-Dynamo

Die Themenausstellung im Eingang sowie im zweiten Obergeschoss könne aber nur einen kleinen Einblick geben in die Geschichte des Fahrrads, betont Koch-Konz. So gibt es neue und alte Modelle zu sehen, Zubehör von der Kerzenleuchte bis zum ersten Bosch-Dynamo, Militär- und Kinderräder oder das schwäbische Spar-Mofa, das auch mit Rapsöl betrieben werden konnte. „Das Rad hat nicht nur eine neue individuelle Freiheit und Mobilität ermöglicht, sondern ist auch schnell zum Sport- und Freizeitgerät geworden“, erklärt sie.

Eingeflochten sind dabei auch lokale Geschichten, etwa vom Leonberger Rad-Olympiasieger von 1972, Jürgen Colombo, oder von den hiesigen Radvereinen.

Ausstellung
Noch bis zum 30. Juli. Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 14 bis 17 Uhr, sonntags 13 bis 18 Uhr, auch nach Verein­barung. Der Eintritt ist frei.




Unsere Empfehlung für Sie