Stuttgart - Eishockey gilt als schnellster Mannschaftssport der Welt. Und im Gegensatz zu anderen Verbänden im deutschen Sport hat die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) rasch und dennoch wohlüberlegt gehandelt. Konsequenz: Die Saison wurde vorzeitig beendet, noch bevor der erste Puck in den Play-offs über das Eis raste. Einen offiziellen Meister wird es 2020 nicht geben, damit bleibt Adler Mannheim amtierender Titelträger. Das verdient Lob in Zeiten eines Zickzackkurses, wie ihn derzeit zum Beispiel der deutsche Fußball veranstaltet, mit business as usual bei einzelnen Clubs (wie Union Berlin) und Geisterspielen im Rest der Republik.
Die DEL-Verantwortlichen haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn in der Publikumsgunst rangieren die Puckjäger nur hinter König Fußball mit einem Zuschauerschnitt von zuletzt knapp 6500. Angesichts solcher Zahlen lässt sich leicht ausmalen, welche Einnahmen den Clubs gerade jetzt zum Saisonhöhepunkt wegbrechen – eine Befürchtung, die auch in anderen Sportarten herrscht. Nun gibt es Zeit, die Finanzproblematik zu lösen, und es besteht die Hoffnung, dass die Politik die Clubs nicht hängenlässt. Denn aktuell steht es im deutschen Sport 1:0 – fürs Eishockey.