22-Jährige Frau von Zug erfasst Tödlicher Unfall am Bahnhof in Ditzingen

Von Patricia Beyen 

Eine 22 Jahre alte Frau ist in der Nacht auf Donnerstag am Bahnhof in Ditzingen von einem Güterzug erfasst und getötet worden. Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus und warnt davor, Abkürzungen über die Gleise zu nehmen.

Der Ditzinger Bahnhof ist ein tragischer Tatort geworden. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh
Der Ditzinger Bahnhof ist ein tragischer Tatort geworden. Foto: 7aktuell.de/Nils Reeh

Ditzingen - Vermutlich um ihren Weg abzukürzen, ist eine 22 Jahre alte Frau in der Nacht zum Mittwoch über die Gleise am Ditzinger Bahnhof gelaufen. Dabei wurde sie gegen ein Uhr von einem Güterzug erfasst und getötet. Die Polizei geht derzeit von einem Unfall aus. Auch für Andreas Häcker, den Abteilungskommandanten der Feuerwehr Ditzingen spricht viel für einen Unfall. „Wir sind nachts zum Bahnhof gerufen worden. Da die Person aber auf dem Bahnsteig lag und nicht unter dem Zug, gab es keinen Bedarf für eine technische Rettung.“

Bei einem Suizid befinde sich das Opfer oft im Gleisbett und warte dort auf den Zug, erklärt der Kommandant. Im aktuellen Fall habe es aber eher so ausgesehen, als ob die Frau versucht habe, sich vom Gleisbett auf den Bahnsteig hochzuziehen oder am Rand des Bahnsteigs gestanden habe. Das sei untypisch für einen Suizid. „Das ist jedoch lediglich meine Vermutung“, betont Häcker. „Ich weiß nicht, ob das auch so zutrifft.“

Eine unterschätzte Gefahr

Ob die Frau zum Zeitpunkt des Geschehens unter Einfluss von Alkohol oder Drogen stand, wollte die Polizei in Ludwigsburg, die die Ermittlungen führt, auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Für Daniel Kroh, den Pressesprecher der Bundespolizei in Stuttgart, ist der Unfall nichts Ungewöhnliches. „Viele unterschätzen die Gefahr, der Personen im Gleisbett ausgesetzt sind“, sagt Kroh. „Manche denken nachts fahren keine Züge.“ Gerade Güterzüge würden jedoch oft nicht auf dem ausgehängten Fahrplan stehen. Auch die Annahme, Züge würde man immer bemerken, sei trügerisch. „Wenn ein strombetriebener Schnellzug um die Ecke kommt, ist der weder zu sehen noch zu hören.“

Eine weitere Gefahrenquelle, die von vielen unterschätzt werde, sei die Sogwirkung von durchfahrenden Zügen. „Deswegen gibt es ja die Sicherheitsabstände an den Bahnsteigen.“ Wie viele tödliche Bahnunfälle, die vermutlich keine Suizide seien, es in der Region Stuttgart gebe, könne er nicht sagen, so Kroh. Aber der Unfall in Ditzingen sei definitiv kein Einzelfall.

Unfälle mit Bahnen in der Region

An einem Morgen Anfang November war in Kernen (Rems-Murr-Kreis) ein Mann von einer S-Bahn erfasst und getötet worden. In Fellbach (Rems-Murr-Kreis) wurde einem Mann Anfang August der morgendliche Spaziergang auf den Gleisen zum Verhängnis: Auch er wurde von einer Bahn überfahren und getötet. Und im April des vergangenen Jahres verunglückte ein 50 Jahre alter Mann in der Nähe des Bahnhofs Bad Cannstatt auf den Gleisen tödlich.

Der Mann, der sich geschäftlich im Raum Stuttgart aufhielt, war mit Kollegen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest gewesen, auf dem Heimweg trennten sich die Wege des Mannes und seiner Begleiter. Am nächsten Morgen wurde seine Leiche etwa hundert Meter vom Cannstatter Bahnhof gefunden. Den Bahnunfall in der Nacht hatte niemand wahrgenommen.