25 Jahre ETFs in Deutschland Langweilig – und das ist auch gut so

ETFs haben den Börsenhandel für Privatanleger revolutionär vereinfacht. Foto: /Richard Drew

Börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, haben das Investieren an der Börse für Privatanleger revolutionär vereinfacht. Doch neue Verlockungen der Finanzindustrie könnten das wieder zunichte machen, kommentiert unser Autor.

Wer sein Geld an der Börse investiert, tut das vermutlich mit dem Traum, dort möglichst viel Gewinn zu machen. Wie toll es doch wäre, einmal so richtig Rendite zu machen wie ein Top-Fondsmanager. Die traurige Wahrheit hinter dem Traum: Kaum jemand schafft das, vor allem kein Privatanleger. Selbst Fondsmanager scheitern meist daran, den breiten Markt zu schlagen.

 

Und nun die gute Nachricht: Das muss man auch gar nicht. Wer maximal breit gestreut über Branchen und Länder hinweg in den Markt investiert und sein Investment lange hält, hat sehr gute Chancen, besser abzuschneiden als alle, die eine aktive Anlagestrategie verfolgen, viel hin- und herhandeln und Markt-Timing betreiben.

Ein ETF für gottesfürchtige Amerikaner? Kein Problem

ETFs sind für das passive Anlegen das optimale Vehikel: Sie sind günstig und transparent. In seiner einfachsten Form würde für diese Anlagestrategie ein einziger ETF ausreichen, der beispielsweise den Weltmarkt-Index MSCI All Country World abbildet.

Doch so einfach macht es die Finanzindustrie den Anlegern nicht. Warum nicht noch ein wenig Indien beimischen? Und der Rüstungssektor boomt doch auch gerade. In den USA gibt es sogar einen ETF für, so die Werbung dafür, „gottesfürchtige, flaggenschwenkende Konservative“, den „God Bless America“-ETF.

Kurzum: Für nahezu jede Investment-Idee hat die Finanzindustrie mittlerweile einen passenden ETF. Das Label ETF ist durch seinen Erfolg so positiv besetzt, dass sich damit weit mehr verkaufen lässt als ein breit gestreuter Indexfonds. Der schneidet aber recht sicher auf Dauer besser ab. Denn er ist langweilig – und das ist auch gut so.

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