250 Jahre Weltweihnachtscircus Zirkus feiert Jubiläum mit Geburtstagsprogramm

Von Gabriele Metsker 

250 Jahre Zirkus: Um das zu feiern, lässt sich der Weltweihnachtscircus auf dem Cannstatter Wasen dieses Jahr wahrlich nicht lumpen.

Die Jungs von White Gothic sind die Gewinner des Circus Festival China 2018 und kommen nun zum Weltweihnachtscircus nach Stuttgart.   Foto: Christian Hamel
Die Jungs von White Gothic sind die Gewinner des Circus Festival China 2018 und kommen nun zum Weltweihnachtscircus nach Stuttgart. Foto: Christian Hamel

Das teuerste Programm in 26 Jahren Weltweihnachtscircus werde bei der diesjährigen Ausgabe präsentiert, verrät Produzent Henk van der Meijden.

„Aber man muss das Geld zum Fenster hinauswerfen, damit es zur Tür wieder hereinkommt.“ Er lacht. Dafür haben er und seine Tochter Elisa sich etwas Besonderes einfallen lassen. Den ersten Programmteil gestaltet dieses Jahr Gia Eradzes Royal Circus aus Moskau. Das Besondere dabei: Den Rahmen für die hochkarätigen und außergewöhnlichen Artistennummern schafft ein 24-köpfiges Ballett.

Alle sind Profitänzer und Akrobaten und beherrschen verschiedene Tanzstile, auch Volkstänze. So entstehen zauberhafte Bilder. Die Ballettnummern erzählen immer eine Geschichte, die mit prächtigen, eigens für den Royal Circus entworfenen, Kostümen ausgestattet ist.

Der Zirkus begann als Pferdetheater

„Damit möchten wir Philipp Astley ehren“, sagt van der Meijden. Der talentierte Kavallerist nahm mit 24 Jahren seinen Abschied von der Armee und gründete 1768 ein Pferdetheater, aus dem sich das erste „Circustheater“ in London entwickeln, „Astley’s Amphitheatre of Equestrian Arts“. Dass es zum großen, runden Geburtstag eine herausragende Pferdenummer geben muss, ist Ehrensache. „Tradition muss überraschend bleiben“, so van der Meijden. „Wir wollen uns erneuern.“ In diesem Sinne darf die Pferdenummer der zehn Kosakenmädchen verstanden werden, die Artistik zeigen, die Zirkusliebhaber bislang nur von Männern kennen. Dafür haben sie schon jede Menge internationale Auszeichnungen eingeheimst.

Keine Frage, dass beim diesjährigen Programm wieder eine Attraktion die andere jagt, etliche von ihnen wurden beim Zirkusfestival in Monte Carlo ausgezeichnet. So hat beispielsweise Jószef Richter für seine von ungarischer Reitkunst geprägte Jockey-Nummer einen goldenen Clown bekommen. Einen silbernen Clown gab es für das Duo Ballance und seine atemberaubende Handstandakrobatik. Als Deutschlandpremiere kommen die Luftakrobatinnen Anastasia Makeeva und Laura Jayne Miller. Beide waren schon mit Solodarbietungen beim Weltweihnachtscircus zu sehen. Nun haben sie sich zusammengetan. Dabei spielt auch ein großes Wasserbassin aus Glas eine wichtige Rolle.

Weltpremiere als Höhepunkt: Eine Quick-Change-Nummer

Ein Höhepunkt des Geburtstagsprogramms ist die Weltpremiere der Quick-Change-Nummer von Gia Eradzes Royal Circus Moskau. Acht- bis zwölfmal wechseln die Artisten dabei ihr Gewand, ohne dass die Zuschauer sich erklären könnten, wie das geht. Das Hauptthema dieses Act beruht auf dem berühmten russischen Fabergé-Ei. Das Publikum bekommt bei der Nummer außerdem einen Einblick in die Geschichte von Sankt Petersburg und seine Sehenswürdigkeiten.

Um bei den Sensationen des diesjährigen Programms zu bleiben: Die zehn Pinello-Motorräder sind wieder zu Gast, nachdem sie schon vor vier Jahren das Stuttgarter Publikum in Begeisterung versetzt hatten. Mit zehn bis 60 Kilometern pro Stunde schnellen Motorrädern in einer fünf Meter hohen Kuppel halten die Kolumbianer noch immer den Weltrekord.

Nicht fehlen dürfen bei einem so exquisiten Programm natürlich auch Clowns und Jongleure. Mit einem bronzenen Clown kam der italienische Jongleur Michael Ferreris aus Monte Carlo zurück. Er wirft und fängt bis zu elf Bälle gleichzeitig. Aus den USA kommt das Clown-Duo Tom Dougherty und Pepe Silva. Sie sind stolz darauf, „zwei außergewöhnliche Idioten“ zu sein.

Weltweihnachtscircus: 6. Dezember bis 6. Januar, wechselnde Anfangszeiten, Cannstatter Wasen, Tickets unter 07 11 / 22 11 05