Der TV Bittenfeld hat den Aufstieg in die Handball-Bundesliga am Sonntag endgültig perfekt gemacht. Der 25:23-Sieg in Essen beseitigte auch die letzten theoretischen Zweifel.
Stuttgart - Der TV Bittenfeld hat am Sonntagabend auch die letzten Zweifel beseitigt und den Aufstieg in die Handball-Bundesliga durch den 25:23-Sieg in Essen definitiv perfekt gemacht.
Das Spiel: Business as usual, hieß es vor dem letzten Saisonspiel des TV Bittenfeld bei Tusem Essen. Die Mannschaft ist am Sonntagmorgen in den Westen aufgebrochen, mit dem Ziel, „dort zu gewinnen“, wie der Trainer Jürgen Schweikardt betonte. Gesagt, getan – bereits zur Pause führte das Team 16:8, wobei Djibril M’Bengue am Ende allein elf Tore erzielt hatte.
Die Zukunft: „Es ist klar, dass das Ziel nur Klassenerhalt lauten kann“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt, nicht nur, weil seine Mannschaft als Tabellendritter der zweiten Liga aufgestiegen ist, sondern weil sich in der Vergangenheit alle Neulinge enorm schwer getan haben, im Oberhaus zu bleiben. Bestes Beispiel: alle drei Aufsteiger der vergangenen Saison – Friesenheim, Erlangen und Bietigheim – sind wieder abgestiegen. Ein Schicksal, das auch dem TV Bittenfeld droht, wenngleich Jürgen Schweikardt sagt: „Wir setzten auf die Euphorie im Großraum Stuttgart.“
Die Infrastruktur: In der Landeshauptstadt ist der Verein aus Waiblingen jedenfalls bereits angekommen und akzeptiert. Seit Jahren trägt der TVB einige Heimspiele in der Porsche-Arena aus, zudem hat er in der Scharrena sein festes Heimdomizil gefunden. „Mit diesem Hallenduo sind wir bestens aufgestellt“, betont Schweikardt. Wobei die 6211 Zuschauer fassende Porsche-Arena nun verstärkt in den Fokus rücken soll. „Wir wollen, je nach Terminplan, zwischen sechs und zwölf Spiele dort austragen“, sagt Schweikardt. Je mehr, desto besser. Das bringt nicht nur Geld in die Kasse, sondern ermöglicht auch vielen Handballfans in der Region den Besuch eines Spiels , während die Scharrena eben schon bei gut 2000 Zuschauern ausverkauft ist.
Die Mannschaft: Der Stamm des Teams wird gehalten, lediglich die beiden Torhüter Sdunek und Müller bekamen keinen Vertrag mehr, genau wie Nils Kretschmer. „Wir wollen uns punktuell verstärken“, sagt Schweikardt und denkt an einen abwehrstarken Kreisläufer, einen Rückraumspieler sowie eventuell einen Außen. Nachdem Bittenfeld den Aufstieg erst sehr spät unter Dach und Fach brachte, haben sich einige Wunschspieler zwar anderweitig orientiert. „Aber es sind noch genügend Spieler auf dem Markt“, sagt der Coach, der sich nach der Doppelfunktion künftig auf seine Rolle als Geschäftsführer beschränken wird. „Das fühlt sich wie ein Luxus an. Mal sehen, ob es das auch wird.“
Der Trainer: Als Nachfolger steht Thomas König fest, der von der TSG Friesenheim kommt. „Wir hätten keinen besseren Kandidaten finden können“, sagt Schweikardt über den 51-Jährigen, der den Vorteil hat, dass er sowohl die Region (einst TV Kornwestheim) als auch die Bundesliga kennt. Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. „Hier wird geboten, was ich in Friesenheim eingefordert habe: Es wurde ein Umfeld aufgebaut, mit dem man längerfristig in der ersten Liga Erfolg haben kann.“ Deshalb hat er auch die Freigabe aus seinem erst im Dezember bis 2016 verlängerten Vertrags in Friesenheim erwirkt.
Das Umfeld: Im organisatorischen Bereich ist der Verein bereits gut aufgestellt. „Wir haben immer gesagt, wir wollen für den Fall des Aufstiegs nicht unvorbereitet sein“, betont Schweikardt. Das bezieht sich auch auf den Etat, der von 1,5 Millionen Euro auf zwei Millionen erhöht werden soll – mindestens. „Je nachdem wie sich die Zuschauerzahlen entwickeln, können wir vielleicht personell noch nachlegen“, hofft Schweikardt. Egal, was kommt, für den Vater und sportlichen Leiter Günter Schweikardt steht fest: „Wir wollen uns auf Dauer in der Bundesliga etablieren.“ Selbst wenn der erste Anlauf mit dem Abstieg enden sollte.