Zwei Wochen nach dem vorläufigen Ende des westlichen Bündnisses mehren sich Stimmen, wonach die USA doch wenigstens Bewegung in die Ukraine-Krise gebracht hätten, was der EU seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor genau drei Jahren nicht gelungen sei. Mit seiner Maxime „Russland dürfe nicht gewinnen“ sei Europa gescheitert. Doch diese Bewegung ist nicht entstanden, weil die USA an einem Frieden im Sinne der Ukrainer oder an einer stabilen Ordnung Europas interessiert sind. Im Gegenteil. Trumps Regierung will Geld sparen, von dem Konflikt finanziell profitieren, Europa in die Defensive bringen und Russland gegen China auf seine Seite ziehen.
Die Fehler Europas liegen weiter zurück. Nach dem Überfall auf die Krim 2014 hätte man erkennen können, das Wladimir Putin eingedämmt, nicht eingebunden werden kann. Nach der Wahl Donald Trumps 2016 hätte man erkennen sollen, dass Amerika Europa fallen lassen könnte. Jetzt bleibt der EU und Deutschland nur zu retten, was zu retten ist. Die Unterstützung der Ukraine gegen den Kriegsverbrecher Putin muss hoch bleiben, um der eigenen Sicherheit und Glaubwürdigkeit willen. Und man muss hoffen, dass die USA aus Eigennutz eine Rumpf-Ukraine schützt. Zugleich muss Europa sich rüsten für neue Attacken Moskaus, in Moldau, dem Baltikum oder anderswo – ohne Hilfe der USA. Das ist die Realität drei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges.